18.03.2012

Seltener Schlammspringer nach
35 Jahren Abwesenheit „wiederentdeckt“!

Dubai: Ein Fisch der, in den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) an Land ging, wurde jetzt zum ersten Mal nach 35 Jahren seiner Abwesenheit entdeckt, von zwei Naturforschern aus UAE.



Der Schlammspringer (Periophthalmus waltoni)
wird etwa 15 Zentimeter lang und ernährt sich
von Schnecken und Insekten, die auf der
feuchten Oberfläche des Schlammwatts
zurückbleiben, sobald die Flut durch die Ebbe
abgelöst wird. Foto: © Courtesy Binish Roobas
Der Waltons - Schlammspringer, bekannter unter Experten als Periophthalmus waltoni, lebt auf Wattflächen in der Gezeitenzone der Lagunen. Er verbringt die meiste Zeit außerhalb des Wassers und bewegt sich auf den Schlammflächen mithilfe seiner Flossen, oder versteckt sich in Höhlen, die die Tiere im Schlamm anlegen.

Der Fisch wächst auf etwa 15 Zentimeter und ernährt sich von Schnecken und Insekten, die auf der feuchten Oberfläche des Schlammwatts zurückbleiben, sobald die Flut durch die Ebbe abgelöst wird und die Wattflächen sichtbar werden.

Die Sichtung wurde von zwei, in Dubai ansässigen Naturforschern; Binish Roobas und Gary Feulner, gemacht.

"Dass die Schlammspringer hier wieder aufgetaucht sind, ist eine selten gute Neuigkeit, vor dem Hintergrund der anhaltenden Verluste von Lebensräumen in den Küstengebieten der UAE", sagte Feulner, ein langjähriger Bewohner und Naturforscher, der ein häufiger Besucher der Küstenlagunen ist.

Periophthalmus waltoni befindet sich im nördlichen Arabischen Golf - die Straße von Hormuz und wird üblicherweise erst an den Küstengebieten in Pakistan gefunden. Doch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, war die letzte Sichtung von wissenschaftlichen Beobachtern Mitte der 1970er Jahre aufgezeichnet worden.

Deshalb war Roobas so überrascht, als er den Schlammspringer (wieder-)entdeckte. Die Naturforscher wollen auf nachvollziehbarerweise nicht verraten, wo genau sie die Tiere sichteten, weil sie die Arten unbedingt schützen wollen.

"Wir waren an dieser Stelle, im schlammigen Gelände unterwegs, als Binish mich sehr neugierig fragte. Haben wir Schlammspringer hier?", erzählt Feulner, wir waren überrascht: "Es war ein Tier, das einen kurzen Strich an seiner Höhle hinterlassen hat und, es war keine Krabbe".

"Binish ist ein ausgezeichneter Beobachter! Als er einen sechs Zoll langen Fisch beschrieb, wusste ich, es kann nur eine Möglichkeit geben. Es hatte sich später als richtige Vermutung bestätigt."

Das Pärchen verließ ihr Nest für ein paar Minuten, um sogleich gemeinsam in die Höhle zu flüchten. Um die Angst der Tiere abklingen zu lassen, warteten wir. Ein paar Minuten später kehrten Sie zurück, langsam und leise. Später sahen wir einen Schlammspringer, in voller Lebensgröße, neben seiner Höhle.

"Wir sahen bald andere und sahen einen über die Schlammfläche hüpfen. Sie sind unverkennbar", sagte Roobas, der einen Abschluss in Zoologie aus seiner Heimat Indien mitbrachte und in Dubai im Hotelgewerbe arbeitet.
Als plumpes, aber liebenswertes Wesen, war dieser Schlammspringer einfach anhand von Bildern und Beschreibungen aus der wissenschaftlichen Literatur zu identifizieren. Seine zwei knolligen Augen, die oben auf dem Kopf (auf-) sitzen, geben ihm ein eigentümliches Erscheinungsbild, sondern auch eine fast 360-Grad-Sicht auf seine Umgebung.

Es sind kleine Raubtiere. Meistens werden ihre Opfer aus dem Hinterhalt angreifen und können sich mit großer Geschwindigkeit auf sie stürzen, erbeuten so kleine Krebse und Insekten. Sie können auch schnell zu ihrer Höhle fliehen und werden sie selbst überrascht, springen sie in die Luft. „Ich wollte schon immer Schlammspringer sehen, aber ich dachte, ich müsste in die Tropen gehen, um sie zu entdecken", sagte Roobas. "Es ist ein sehr interessanter Fisch, und ich hoffe, wir können dazu beitragen, hier zu überleben. Die Population selbst ist klein, aber wir hoffen, dass wir sie auch an anderen Orten finden."

Die Entdeckung wirft eine Reihe von Fragen, die die Naturforscher zu beantworten hoffen.
Eine ist, ob Schlammspringer an anderen Standorten der UAE (engl.: United Arab Emirates) gefunden werden können.
Eine weitere Frage ist, ob die Schlammspringer wirklich die ganze Zeit verschwunden waren, oder überlebte eine kleine Population und ist bisher einfach unbemerkt geblieben?

"Es ist schwer vorstellbar, dass die Anwesenheit dieser Lebewesen von Legionen an professionellen Forschern und Amateur-Naturforschern, welche die UAE-Küsten seit den 1970er Jahren abgesucht haben, übersehen werden konnte", sagte Feulner. "Aber es ist umso überraschender, wenn sie wieder, vor Kurzem zurückkamen, weil ihr Lebensraum die Gezeitenzone der Küsten Lagunen, ein Hauptziel für Baggerarbeiten oder Landgewinnung für verschiedene Bauprojekte waren".
"Welche Faktoren könnte es zugelassen oder gefördert haben, das die Schlammspringer unter diesen Bedingungen zurückkehrten?"

Was auch immer die Antwort sein mag, die Entdeckung verdeutlicht einmal mehr die Bedeutung und die Erhaltung der Wattflächen, die in den meisten Naturschutzbemühungen ignoriert wurden (und weiterhin werden). Auf der Seite, in der die Schlammspringer sich befinden, ist zwar als ein geschützter Bereich deklariert, aber es wird einer Störung durch den Bau eines zusätzliche Infrastrukturprojekte unterzogen werden. In der Nähe ist eine zusätzliche gewerbliche Weiterentwicklung geplant.

"Aus menschlicher Sicht, werden diese Bereiche als Abfall angesehen" (wertloser Boden), sagte Feulner. "Aber aus biologischer Sicht sind sie ein integraler Bestandteil der Reichen miteinander verbunden Ökosystem der Lagunen, Mangroven-Wälder und der angrenzenden Meere."

Quelle (original Artikel in Englisch;
mit eigenen Ergänzungen/Erweiterungen):
Rare fish found after 35 year absence

Weiterer Artikelquelle: Natural mysteries



27.12.2011
Natur & Wissenschaft:
von Martin Koch
am 10.12.2011

Evo-Devo oder: Der gelenkte Zufall

Wie die Entwicklungsbiologie zu einem tieferen
Verständnis der Evolution beiträgt

Nach darwinistischer Lesart beruht die biologische Evolution primär auf dem Wechselspiel von zufälligen Mutationen und natürlicher Selektion. Dieser Prozess setzt jedoch nicht erst auf der Ebene des ausgebildeten Individuums ein, sondern bereits auf der Stufe der embryonalen Entwicklung. Hier wird, wenn man so will, über den künftigen »Bauplan« des Körpers entschieden. Also darüber, ob ein Tier radial- oder bilateralsymmetrisch aufgebaut ist, wo sich Kopf und Schwanz, Rücken und Bauch befinden.

Bekanntlich ist bei der Befruchtung von Ei- und Samenzelle die phänotypische Form des Individuums noch nicht realisiert. Es stellt sich deshalb die Frage, auf welche Weise die genetische Information in organische Struktur umgesetzt wird. Und wie stark dabei auch nichtgenetische Faktoren mitwirken.

Bei der Suche nach Antworten darauf hat sich in den letzten Jahren eine Disziplin etabliert, die man "Evolutionäre Entwicklungsbiologie" oder kurz "Evo-Devo" nennt (von engl.: Development = Entwicklung), und von der sich Biologen wichtige neue Forschungsimpulse erhoffen.

Eine theoretische Voraussetzung von Evo-Devo ist, dass Organismen auf molekularer und anatomischer Ebene aus eigenständigen integrierten Einheiten (Modulen) bestehen, die sich in der Evolution früh herausgebildet haben und anschließend konserviert wurden. Ein Beispiel hierfür sind die bei allen vielzelligen Tieren vorkommenden Hox-Gene, die den Embryo vornehmlich entlang der Längsachse gliedern. Ihre Entstehung reicht mindestens zurück bis in die Zeit der kambrischen Explosion, bei der vor rund 540 Millionen Jahren fast alle "Baupläne" der noch heute lebenden Tierstämme entstanden sind.

Statt also bei der Segmentierung der verschiedenen Tierkörper jedes Mal auf die passenden zufälligen Mutationen zu warten, setzte die Evolution darauf, bereits bewährte Module wie die Hox-Gene zu verändern oder neu zu kombinieren. Im Grunde habe die Natur mit einer sehr begrenzten Anzahl von Gengruppen und Signalnetzwerken nach dem Baukastenprinzip alle Organismen gestaltet, sagt der Darmstädter Entwicklungsbiologe Prof. Paul G. Layer und illustriert dies am Beispiel des Übergangs von echsenartigen Reptilien zu Schlangen. Hierfür waren nämlich nur zwei Mutationen in bereits vorhandenen Hox-Genen nötig. So wurde das für die Anzahl der Rumpfsegmente zuständige Hox-Gen vervielfacht, während zwei andere Hox-Gene sich so veränderten, dass es zu keiner Ausbildung von Gliedmaßen kam.

Biologen sprechen in diesem Kontext von "erleichterter Variation". Zwar fußt auch danach die Evolution auf zufälligen Mutationen, doch ist der Zufall hier von vornherein in vernetzten Modulen kanalisiert. Das erklärt, warum es in der Evolution so viele genetische Parallelentwicklungen gibt, die letztlich zu völlig unterschiedlichen Phänotypen führen. So differieren etwa die Gehirne von Mensch und Schimpanse in genetischer Hinsicht relativ wenig. Es sind vielmehr regulatorische Prozesse im Genom sowie Einflüsse der Umwelt, die dafür sorgen, dass sich beim Menschen bestimmte Hirnareale im embryonalen Zustand unterschiedlich entwickeln, etwa durch Verlängerung ihres Wachstums, und dadurch neue Formen der Kognition ermöglichen.

Generell gilt: Haben sich bestimmte Module in der Evolution bewährt, werden sie nicht so rasch wieder aufgegeben, sondern dienen möglichen Neuentwicklungen als Unterbau. Betrachten wir dazu noch einmal das menschliche Gehirn, in dessen vermeintlich perfektem Design man in Wahrheit zahlreiche Spuren einer Millionen Jahre währenden Evolution findet. So ist etwa die allgemeine Anlage von Hirnstamm, Kleinhirn und Mittelhirn bei Säugetieren ähnlich wie bei Reptilien. Das lässt vermuten, dass die »höheren« Hirnareale nicht aus einer grundsätzlichen Umgestaltung des Gehirns hervorgegangen sind. Sie wurden in der Evolution vielmehr auf bereits vorhandene Areale obendrauf gepackt. Die meisten Versuche dazu scheiterten wohl, die erfolgreichen Kombinationen blieben dank der natürlichen Selektion erhalten.

Im Rahmen des Evo-Devo-Konzepts wird die oft überschätzte Rolle der Gene noch in anderer Hinsicht relativiert. Stichwort: ontogenetische Plastizität. Damit ist gemeint, dass in einem Genotyp zahlreiche phänotypische Eigenschaften schlummern können. Welche sich davon in der Ontogenese durchsetzen, hängt von speziellen genetischen Schaltern ab, für deren An- und Ausknipsen unter anderem die Umwelt sorgt.

In einem Experiment wurden Schlammspringer, das sind amphibisch lebende Fische, monatelang mit dem Hormon Thyroxin behandelt. Ergebnis: Die Kiemen verkleinerten sich und die Lungenatmung nahm zu. Folglich konnten die Tiere länger ohne Wasser leben als gewöhnlich. Zwar sind solche umweltinduzierten Modifikationen nicht erblich. Allerdings kann eine übermäßige Thyroxin-Ausschüttung auch durch eine Mutation bewirkt werden. Das legt den Schluss nahe, dass kleine genotypische Variationen unter Umständen ausreichen, um große phänotypische Veränderungen zu erzeugen, die sich in einer neuen Umwelt eventuell als vorteilhaft erweisen.

Anders als die Kritiker Darwins gern behaupten, muss nicht jede makroevolutionäre Neuerung extra erfunden werden. Sieht man einmal davon ab, dass viele biologische Innovationen schlicht auf einem Funktionswechsel beruhen (die Federn der Vögel dienten ursprünglich der Wärmeisolation), bleiben andere solange im Genom verborgen, bis sie durch adäquate Umweltreize realisiert werden. neues-deutschland.de




13.12.2012

Nachruf: Der bekannte Biologe Jeffrey Graham starb

Obituary Notice: Jeffrey B. Graham: *1941 - 2011
Experte für Fischatmung und Bewegung

Jeffrey B. Graham, ein forschender Physiologe an der Scripps Institution of Oceanography, UC San Diego, starb an Krebs in seinem Haus in San Diego, Kalifornien, am 8. Dezember 2011. Er wurde 70 Jahre alt.

Seit fast 50 Jahren, forschte Graham, über die Entwicklung, vergleichender Physiologie und Biologie der Fische konzentriert, mit speziellen Interessen an der Fischatmung und Bewegung. Darüber hinaus spezialisierte er sich auf die „Übergangszeit“ derjenigen Arten zwischen dem "normalen Leben", Geschichte und Physiologie der Gruppen, die sie repräsentieren. Beispiele hierfür ist die Seeschlange Pelamis, die Art hat "wieder ins Meer" ging und, anders als die Mehrheit der Seeschlangen Arten die nie aus dem Wasser gehen. Andere sind Thunfische und Makrelenhaie, der er wohlüberlegt als "Superfische" bezeichnete, wegen ihrer vielen Anpassungen für erhöhte aerobe Kapazität und ihre ausgedehnte Wanderungen, die sich von denn meisten anderen Fischen unterscheiden. Graham war auch ein wichtiger Forscher von luftatmenden Fischen (u.a. Schlammspringer), eine vielfältige Ansammlung von vorkommenden Arten unter den 50 Familien der Osteichthyes (Knochenfische) sind, von denen einige teilweise an Land entstanden.

Geboren am 26. November 1941, in Portsmouth, VA, erhielt er einen BA-Abschluss in Zoologie in 1964, und ein M.S.-Abschluss in Biologie im Jahr 1967, beide von der San Diego State University. Er promovierte von Scripps Institution of Oceanography im Jahr 1970 unter Richard Rosenblatt, renommierter Ichthyologe und Kurator emeritus der Marine Vertebrate Collection . Graham war Mitglied des wissenschaftlichen Personals der Smithsonian Institution und war Professor für Zoologie an der San Diego State University vor seinem Wechsel zu Scripps (Scripps Institution of Oceanography). ... (vollständiger Nachruf über sein Leben und Schaffen in Englisch, siehe hier: ucsd.edu)




12.07.2011

Das aktuelle AMAZONAS-Heft No. 36 Juli/Aug.

Themenheft: Zwerggrundeln



Titelthemen:

Kleine Süß- und Brackwassergrundeln aus der Familie Gobiidae (von M. Taxacher) Seite: 14 - 21

Rhinogobius – Begegnungen der besonderen Art (von J. Bauer) Seite: 22 - 31

Grundeln der Gattung Mugilogobius
(M. Taxacher) Seite: 32 - 39


Reportage:

Rädertierchen – ein wertvolles Aufzucht- futter (Taxacher & Fischer) Seite: 64 - 69


Kurz Vorgestellt:
Fische und Wirbellose neu importiert:

Oxuderces dentatus = Pseudapocryptes elongatus (von Jens Kühne) Seite: 77 (74 - 77)




Link zum Fachmagazin: ms-verlag.de



22.06.2011

Universum: Der Atem der Erde

Ein Film von Alfred Vendl und John Capener, heute, 20:15 - 21:00 Uhr auf 3sat

Kaum etwas auf der Erde kann ohne Sauerstoff leben. Dieses unglaublich vielseitige Element hat den Planeten, wie wir ihn kennen, erst bewohnbar gemacht. Universum erzählt mit Der Atem der Erde die Geschichte der Erde aus der Perspektive jenes Elements, das hinter (fast) allen Lebensformen steckt - seien es Rieseninsekten, Dinosaurier im Miniaturformat oder Fische, die an Land gehen. Der Film visualisiert die faszinierende, Millionen Jahre lange Lebensgeschichte eines Sauerstoff-Atoms und seine unendliche Reise durch Zeit und Raum.

Diese Dokumentation zeigt in verblüffenden Bildern, wie die unsteten Sauerstoffteilchen zu treibenden Kräften des Lebens werden konnten. Und verrät, weshalb man beim Ansehen dieser Dokumentation wahrscheinlich dasselbe Sauerstoffatom einatmet wie Dschingis Khan mehr als tausend Jahre zuvor. Das österreichisch-britische Gestalterduo Alfred Vendl und John Capener beschritt für dieses Filmprojekt in vielerlei Hinsicht Neuland. "Jeder weiß natürlich, dass alles um uns aus Atomen aufgebaut ist", erklärt John Capener. "Aber für die meisten von uns besteht kein unmittelbarer Bezug zwischen unserer und der atomaren Welt. Wir haben mit diesem Film versucht, genau diesen Bezug herzustellen." ...




Schlammspringer - lebt im Schlamm und ist in der Lage, Luft
zu "schlucken" und über feuchte Partien im Maul Sauerstoff
für die Atmung zu gewinnen, sodass er an Land überleben
kann. Der Schlammspringer kann auch über seine - nasse -
Haut atmen.
Foto: © ORF/AV Dokumenta, Boleophthalmus spec. & Krabbe
Schlammspringer & Sauerstoff
Wie heute lebende Tiere das Sauerstoffangebot nutzen, ist ebenso vielfältig, faszinierend und noch vielfach unerforscht. So wurde erst kürzlich herausgefunden, wie Schlammspringer die wechselnden Sauerstoffkonzentrationen im Uferbereich der Ozeane nutzen. Diese kleinen Fische können nicht nur an Land gehen und Luftsauerstoff atmen, sie füllen auch selbst gebaute unterirdische Luftreservoirs, (nicht nur) um sich vor Räubern zu retten. Manche im Wasser lebende Insekten wiederum nutzen die tollsten physikalischen Tricks, um ihr Leben lang unter Wasser zu bleiben und trotzdem Luftsauerstoff zu atmen. ... 3sat.de



13.02.2011

TERRA X: Expeditionen zu den
Letzten ihrer Art (1/2)

Andreas Kieling unterwegs am Amazonas, in Sibirien, Südafrika (Provinz: Kwazulu Natal im Mündungsgebiet des Umlalazi-Flusses), China und der heimischen Eifel. 19:30 - 20:15 Uhr im ZDF

Begegnungen der besonderen Art - sie zeichnen die abenteuerlichen Dokumentationen des bekannten deutschen Tierfilmers Andreas Kieling aus. Er reist in die entlegensten Regionen unseres Planeten auf der Suche nach besonders interessanten Tieren. In der ersten Folge des Zweiteilers berichtet Andreas Kieling aus dem Amazonasbecken, Sibirien, Südafrika, dem gebirgigen Westen Chinas und der heimischen Eifel. terra-x.zdf.de

Ab 19:24 bis 24:17 Min. sind folgende Tierarten zu sehen: Meerkatzen mit junge „Meerkätz'chen“, verschiede Mangroven-Krabben, Schlammspringer (wahrsch.: Periophthalmus argentilineatus, sehr schön wird kurz das Fluchtverhalten eingeblendet.).

Schlammspringer Umlalazi-River I Mudskipper Umlalazi-River II Bilder © ZDF_neo, 2011

Sendungsinformationen:
Kamera: Frank Gutsche, Andreas Kieling, Rainer Bergomaz, Vasily Solkin, Erik Kieling Sprecher: Hans Mittermüller; TV-Redaktion: Renate Marel; Online-Redaktion: Michael Büsselberg, Sonja Roy

Sendetermin Teil 2:
Expeditionen zu den Letzten ihrer Art (2/2): Sonntag, 20. März 2011, 19:30 Uhr



06.12.2010

Das aktuelle AMAZONAS-Heft No. 32 Nov./Dez.

Brackiges aus Sumatra

Travelogue from Hans-Georg Evers


Unsere Stimmung sinkt mit jedem Kilometer, den wir uns durch sie endlosen Ölpalmplantagen quälen. Wir sind unterwegs im östlichen Sumatra und wollen Fische im Einzug des Sungai Tungkal erkunden. Doch finden wir nur noch wenige Arten. Der regenwalt wurde abgeholzt und durch Monokulturen ersetzt. Die Fische sind hier bis auf wenige, durchsetzungsstarke Arten verschwunden. Frustriert machen wir uns auf der Suche nach einem Nachtquatier auf zur Küstenstadt Knala Tungkal.“ ...

Hans-Georg Evers berichtet in seinem vierseitigen und vielschichtigen Reisebericht eindrucksvoll über die Suche des Aquarianers nach Fischen auf Sumatra. Gleichzeitig informiert er dem Leser über die Zerstörung der verbliebenen Urwälder, die durch Monokulturen ersetzt werden und über das verschwinden der Arten in dem Gebiet.

Während seine Reise entdeckte, beobachtete und fotografierte er Periophthalmodon schlosseri (im Reisebericht als Periophthalmus sp. II bezeichnet) und Boleophthalmus spec (im Artikel als Periophthalmus sp. I bezeichnet; evtl. B. boddarti oder B. pectinirostris) und erlebte, wie der Schlosser's Schlammspringer sich offensichtlich wie ein Predator verhielt.

Link zum Fachmagazin: ms-verlag.de
Evers, H.-G., 2010



19.06.2010

Dokumentation: ZDFneo Welten
Shoreline - Faszination Südafrika (Teil 10)

Von East London nach Port Grosveno (Cove Rock to Port Grosvenor). Südafrikas Küsten - 3000 Kilometer lang erstrecken sie sich von Namibia auf der Westseite des Landes bis über das Kap hin entlang der Ostküste nach Mozambique.





Periophthalmus spec. (evtl. Periophthalmus argentilineatus)
wahrscheinlich im Mkambati-Flusssystem (Mkambati River).
Bilder © ZDF_neo, 2010
Südafrikas Küsten - 3000 Kilometer lang erstrecken sie sich von Namibia auf der Westseite des Landes bis über das Kap hin entlang der Ostküste nach Mozambique. In 14 Folgen stellt die Doku-Reihe Shoreline einen ganz besonders schönen Teil des Gastgeberlandes der WM 2010 vor. Vier einheimische Experten nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise entlang der südafrikanischen Küste und präsentieren auf charmante und authentische Weise die Städte, Menschen und Kultur sowie Tier- und Naturwelt dieses außergewöhnlichen Landes. neo.zdf.de

Der südafrikanische Schauspieler Peter Butler und sein Hund „New Jack“ mit dem dreiköpfigen Expertenteam, bestehend aus der Biologin Eleanor Yeld, der Historikerin Normalanga Mkhize und dem Archäologen Gavin Whitelaw bereichern diese Dokumentation mit ihrem Wissen und Geschichten.

In diesem Bericht wird das drittgrößte Mangrovengebiet in Südafrika vorgestellt, gerade einmal fünf Sekunden werden vier Schlammspringer gezeigt, leider viel zu kurz! Zwei Screenshots sind mir gelungen, ich bezeichne die Art mal als Periophthalmus spec. (evtl. Periophthalmus argentilineatus) da man nicht durch die Bildqualität, der Tarnfärbung und die kurze Einblendung der Tiere nicht genau bestimmen lässt.

Wer diese Dokumentation nochmal sehen möchte, hier der Link: zdf.de/Shoreline---Teil-10



10.05.2010

Dokumentation: Erlebnis Erde -
Wildes Japan (NDR/ARD) 20:30 Uhr


Ganz im Süden Japans liegt Okinawa (Ryukyu-Inselngruppe) - ein tropisches Eiland näher an Taiwan als an Tokio gelegen. Hier leben viele Tiere, die es nur dort gibt. Im dichten Urwald hört man die Rufe des Okinawa-Specht (Sapheopipo noguchii) oder der Okinawaralle (Gallirallus okinawae).


Bild: © NDR/ARD, 2010
Ab der 12. Minute wurde es interessant:
In den Mangrovensümpfen bietet sich ein ganz anderes Bild: Wenn sich bei Ebbe das Wasser zurückzieht, tauchen skurrile Kreaturen auf: Winkerkrabben (etwa 90 Arten sind weltweit bekannt), Soldaten-
krabben (Mictyris) und Schlammspringer (Periophthalmus argentilineatus) suchen im Schlamm nach Nahrung.

Die komplette Programmbeschreibung der Sendung: daserste.de

Wer die Sendung verpasst hat, kann sie hier anschauen: ardmediathek.de




26.06.2009

Eine neu entdeckte und beschriebene Schlammspringer-Art: Periophthalmus variabilis Eggert, 1935.

Mindestens 74 Jahr blieb sie von der Wissenschaft unentdeckt.

Jaafar, Perrig & Chou , 2009 haben eine Neudiagnose an denn vorhandenen Exemplaren von Periophthalmus novemradiatus vorgenommen und genauer unter die Lupe genommen. Ps. novemradiatus (Hamilton, 1822) umfasst überraschent zwei Arten. Bei der erneuten Sichtung, stellten sie erhebliche unterschiede an den konservierten Exemplaren und neu gesammeltem Material fest.

Die Prüfung der vorhandenen Typen-Exemplare ergab, das Ps. novemradiatus sich von Ps. variabilis Eggert (1935) unterscheidet, vor allem in der Anzahl der Elemente der Analflosse (A: I, 12 oder 13 vs. I, 10-12), der seitlichen Skalaserie (62-67 vs. 48-60), das Ausmaß der Fusion der Bauchflossen (56,0-90,0 % vs. 32,0-48,8 %) und die Muster der D1 und D2 (Rückenflossen) (D1: VIII – X vs. VIII - XI).

Das bis dahin gültige Konzept von Murdy (1989), der das Ganze einer Revision unterzog und die neue Unterfamilie: Oxudercinae aufstellte, ist demnach nicht mehr gültig, da er zwei Arten als eine zusammenfasste. Er übernahm Eggert's (1935) Beschreibungen als Synonyme.

Vielleicht war er zu damaligen Zeitpunkt eher damit beschäftigt das Ganze zu untersuchen, weil er nicht mit neuen Arten rechnete? Weil (vielleicht) auch seit Ewigkeiten keine neue Art mehr gefunden wurde.

Die Verbreitung der neuen beschriebenen Art, ist vermutlich die Gleichen wie bei Ps. novemradiatus; Ost-Indien, Bengalen, Thailand, Singapur bis nach Indonesien. Eine Kreuzung oder Inzucht der Arten kann ausgeschlossen werden.




07.02.2009

Evolutionsforschung:
Schlammspringer als Modellorganismen für den Landgang

Entgegen dem populären Spruch "Wie ein Fisch im Wasser" gibt es zahlreiche Vertreter der Wirbeltiergruppe Pisces, die einen Teil ihrer Lebenszeit außerhalb des feuchten Elements verbringen. Neben den Flugfischen (Familie: Exocoetidae), die weite Strecken über der Wasseroberfläche gleiten können, sind die Schlammspringer (Grundeln der Unterfamilie Oxudercinae) als "amphibische Fische" bekannt. Diese mit Froschaugen und Arm-artigen Vorderflossen ausgestatteten Mangroven-Bewohner verschiedener Regionen von Afrika, Asien und Australien gehen an Land auf Beutejagd, wo sie sich unter anderem von kleinen Regenwürmern ernähren.

Vor zwei Jahren wurde in einem theoretischen Kurzbeitrag die These postuliert, Schlammspringer könnten als Modellorganismen zur Analyse des Wasser/Land-Übergangs, der sich im Devon vollzogen hat, betrachtet werden und seien ein Beispiel für die graduelle Makroevolution (Kutschera, U., 2006; Nature 439: 543). Dieser Artikel hat im Kreise der deutschen Intelligent Design (ID) - Kreationisten heftige Gegendarstellungen "provoziert".

Der Evolutionsbiologe U. Kutschera hat in Zusammenarbeit mit dem Tierphysiologen J.- P. Ewert (Universität Kassel) das Beutefangverhalten Atlantischer Schlammspringer (Periophthalmus barbarus) und Erdkröten (Bufo bufo) vergleichend analysiert (Kutschera, U. et al., 2008). Detaillierte Verhaltensstudien haben gezeigt, dass Schlammspringer (Fische) und Kröten (Tetrapoden) auf identische Weise an Land ihre Beute erkennen und fangen.

Da sich die Abstammungslinien, die zu den heute lebenden Knochenfischen und Amphibien geführt haben, vor etwa 400 Millionen Jahren auseinander entwickelten, wird dieses Resultat als konvergente Evolution innerhalb der Wirbeltier-Reihe interpretiert. Die Autoren ziehen die Schlussfolgerung, dass Schlammspringer als lebende Modellsysteme zur Rekonstruktion des vor ca. 370 Millionen Jahren erfolgten Wasser/Land-Übergangs betrachtet werden können und dass diese Grundeln Amphibien-ähnliche Merkmale und Verhaltensweisen evolviert haben.




15.09.2008

Eine neu Entdeckte Art:
Periophthalmus takita Jaafar & Larson, 2002

Was alle Schlammspringerfans freuen wird, ist, dass eine neue Art von Periophthalmus entdeckt und beschrieben wurde, von Zeehan Jaafar & Helen K. Larson, in
"A New Species of Mudskipper, Periophthalmus takita (Teleostei: Gobiidae: Oxudercinae), from Australia, with a Key to the Genus Periophthalmus takita."

Die Eingabe der Neuentdeckung wurde am 05. September 2007 eingereicht und am 29. Juli 2008 anerkannt.

Benannt wurde die neue Spezies nach Doktor Toru Takita, in Anerkennung seiner Arbeit und seines Wissens um die Schlammspringer.

Was ich von ersten Bildern dieser Art sagen kann, ist, dass diese Art sehr ansprechend aussieht und für die Aquarienhaltung durchaus in Frage kommt. Mit ihren ca. 8 cm Gesamtgröße ermöglicht diese Art die Unterbringung auch in "kleineren" Aquarien. Doch muss gesagt werden, dass über das Sozialverhalten, auch den Platzbedarf im Aquarium, noch gar nichts bekannt ist!

Das Vorkommensgebiet erstreckt sich über Nordaustralien und Papua-Neu-Guinea ("Fliegenfluß"), ein genauer Fundort ist die Shaol Bucht in Australien.

Ich hoffe bald nähere Informationen zu dieser Art anbieten zu können, allerdings dürfte es ziemlich schwierig werden, diese neue Art überhaupt im Fachhandel zu erwerben.