
19.04.2012
Video-Tipp: Markt oder Moral
Neues von Thyssen Krupp CSA in Rio De Janeiro (Brasilien)
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Allgemeines Thema: Was können Verbraucher mit gutem Gewissen kaufen und was nicht?
Eine Entscheidung, die immer schwerer wird, denn viele Produkte entstehen mit Kinderarbeit, Niedriglöhnen,
Umweltzerstörung. Während in Europa strengere Gesetze und Umweltauflagen gelten, nutzen viele international tätige
Konzerne den niedrigen Rechtsstandard in den armen Ländern - und machen Milliardengewinne.
Hauptthema bis zum Ende dieser Sendung: Thyssen Krupp CSA
Leider ist von der Mangrovenzerstörung durch ein Subunternehmen keine Rede, ist aber mittlerweile hinreichend
publik (bekannt), siehe erste Peri-Life.de Meldung vom
20.10.2008: Riesen Projekt: Stahlwerk - von Zerstörung und Aufbau
oder 05.03.2009: Stahl für den Export, Müll vor Ort.
Video hier: ardmediathek.de
Weitere News (22:05 Uhr): Offener Brief aus Santa Cruz: Die Geißel ThyssenKrupp-CSA
Bewohnerinnen und Bewohner von Santa Cruz in Brasilien wenden sich in einem offenen Brief an ThyssenKrupp
amerika21.de
ThyssenKrupp/CSA auf der Anklagebank der brasilianischen Justiz
„Die bewusste Verletzung von Sozial- und Umweltstandards muss weltweit geächtet werden!"
enlazandoalternativas.org
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12.04.2012 Kürzlich entdeckt!
GEOlino extra Nr. 27/11 - Wasser:
Der wichtigste Stoff der Welt
Titelthema: Mangroven |
Titelbild: © 2011 GEOlino.de
Titelthemen:
Der Stoff der die Welt belebtWasser ist der wohl wichtigste Stoff. Ohne ihn gäbe es kein Leben.
Seite 6 - 13
Wertvolles Gut: So viel Wasser verbrauchen wirWie viel vom kühlen Nass konsumieren wir eigentlich täglich?
Der Wasser-Fußabdruck zeigt es! Seite: 36 - 39
Trinkwasser: Leere Brunnen und nun?Über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.
Warum ist das so? Seite: 46 - 53
Waschen (fast) ohne WasserBekleckerte Pullis, Stinkesocken und verschwitzte T-Shirts - ab in die Wäsche
damit! Neben Sauberkeit produzieren wir beim Waschen jede Menge Abwasser. Forscher wollen das ändern: mit einem Gerät,
das deutlich weniger Wasser verbraucht. Seite: 68 - 71
Pflanzen: Versteckspiel im Wurzelreich Mangroven wachsen dort, wo es sonst niemand aushält. Sie trotzen Salz,
Wellen und Sturm. Seite: 74 - 79
Umweltzerstörung: See ohne WasserWo einst Wellen wogten, rosten heute Schiffe vor sich hin: vom
Schrumpfen des Aralsees. Seite: 88 - 93
Weitere interessante Themen:Poster: Welcher Fisch darf auf den Tisch?
Viele Meerestiere gelten als überfischt. Deshalb sagen wir: Augen auf beim Fischkauf! Seite: 67
Quallen: Vom Siegeszug der GlibberwesenDie Nesseltiere schicken sich an, den Thron der Unterwasserwelt zu
besteigen. Seite: 18 - 23
Lachse: Die stillen Heimkehrer Seit über 80 Jahren sind sie im Rhein ausgestorben. Jetzt werden die
»Könige der Fische« wieder angesiedelt. Seite: 30 - 35
Jahrgänge 2011: geo.de/GEOlino_extra
Heft 27/11: geo.de/GEOlino_extra
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07.03.2012
Forschung & Projekte: SPICE III
Wissenschaft zum Schutz der Küstenökosysteme Indonesiens
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Indonesien ist das größte Archipel der Welt und umfasst 17.500 Inseln. Mit 81.000 km hat
es nach Kanada die zweitlängste Küstenlinie. Der Inselstaat ist weltweit eines der wichtigsten Zentren der
Biodiversität, mit hochproduktiven Ökosystemen wie Korallenriffe, Mangroven und Seegraswiesen. Sie beherbergen einen
enormen Artenreichtum, schützen die Küstenzonen vor Sturmfluten und Erosion und bilden die Lebensgrundlage für
Millionen von Menschen. Durch intensive wirtschaftliche Aktivitäten und die dichte Besiedlung unterliegen die
Küstenökosysteme jedoch großem Druck.
Von 2003 bis 2010 wurden unter dem Dach des SPICE Programms
Verbundprojekte im Bereich Meeresforschung mit naturwissenschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten des
Schutzes der indonesischen Küstengewässer und deren nachhaltiger Nutzung vom BMBF gefördert. Die Basis bildet ein
gemeinsam mit dem indonesischen Forschungsministerium und dem Ministerium für Fischerei und Meeresangelegenheiten
entwickelter Aktionsplan.
Die erste Phase des bilateralen SPICE Programms (2003 - 2007) lieferte wichtige
Informationen über die Struktur und Funktion von Küstenökosystemen wie Mangroven, Korallenriffe,
Torf-Überschwemmungsböden und küstennahen Systemen, sowie über deren Veränderungen durch menschliche Eingriffe. Die
Forschungsaktivitäten wurden in einer zweiten Phase (2007 bis 2010) fortgesetzt, in der der naturwissenschaftliche
Fokus um sozialwissenschaftliche Ansätze erweitert wurde.
Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen
Natur- und Sozialwissenschaftlern in Deutschland und Indonesien liefert das SPICE-Programm einen Beitrag zur
Verbesserung des Managements auf lokaler und regionaler Ebene. Aktivitäten zur Fort- und Weiterbildung tragen zur
Förderung der Kompetenz von Wissenschaftlern und Institutionen in Indonesien und Deutschland bei.
Nach
erfolgreicher Durchführung der ersten beiden Phasen des SPICE Programms wurde beschlossen, die wissenschaftliche
Kooperation in 2012 mit folgenden Verbundprojekten fortzusetzen:
- Einfluss von Meeresverschmutzung auf Biodiversität und den Lebensunterhalt von Küstenbewohnern
- Kohlenstoffspeicherung in der indonesischen See und deren Bedeutung im globalen Kohlenstoffkreislauf
- Korallenriffresilienz und assozierte soziale Systeme in Indonesien
- Terrestrische Einflüsse auf die Ökologie von Mangroven und die Nachhaltigkeit ihrer Ressourcen
- Klimatische vs. anthropogene Steuerung Spät-Holozäner Umweltveränderungen mit Auswirkungen auf
indonesische Meeres-, Küsten- und Festland-Ökosysteme
- Potentiale für erneuerbare Energie in den Meeresräumen Indonesiensausrücken fehlt
Projektbeschreibung: SPICE III
Partnerland: Indonesien
Laufzeit: 01.03.2012 – 28.02.2015
Finanzierung: BMBF
Status: Forschungsprogramm mit 6 Projektverbünden, Koordination durch das ZMT.
Projektbeschreibung: SPICE II
Status: abgeschlossen
Wissenschaft zum Schutz der Küstenökosysteme Indonesiens (01.09.2007 – 31.12.2010).
Projektbeschreibung: SPICE I
Status: abgeschlossen
Wissenschaft zum Schutz der Küstenökosysteme Indonesiens (ab 2003 bis 2010).
Weitere Informationen:
Koordination: Dr. Claudia Schultz
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Telefon: +49 (421) 23800 - 154
E-Mail: claudia.schultz@zmt-bremen.de
Dr. Sebastian Ferse
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Telefon: +49 (421) 23800 - 28
E-Mail: sebastian.ferse@zmt-bremen.de
Quelle:
zmt-bremen.de
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01.01.2012
Video Tipp: Thailand: Massenzucht oder Bioshrimps?
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Shrimps - früher war das mal eine kostbare Delikatesse. Heute sind die Garnelen zum billigen Fastfood-Artikel
verkommen, massenhaft zu finden in den Tiefkühlfächern fast aller bekannten Discounter.
ardmediathek.de
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Peri-Life.de - Mangroves Short News . . .
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| 16.11.2011 |
Australia: Hope for damaged mangroves
New South Wales: These mangroves near Prospect Bridge at North Creek in Ballina might look
dead, but there is still hope for these tough little plants.
WetlandCare Australia program leader Cassie Price said the mangroves were stripped bare by the huge hail
storm that hit Ballina at the end of September. ...
northernstar.com.au
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| 15.11.2011 |
India: Study identifies area-specific mangroves to plant area-specific species
Pune: Mangroves along the Konkan vary significantly from north to south - some species are
restricted to Ratnagiri and Sindhudurg, while some belong to Thane and Raigad districts, a research on
the ecological and palaeoecological aspects of mangroves along a 720km stretch of the Maharashtra coast by the
College of Engineering, Pune and city-based Agharkar Research Institute, has found. ...
timesofindia.indiatimes.com
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| 14.11.2011 |
'Father of Mangroves' fights for Pakistan's forests
Pakistan: It was a brutal kidnapping that turned him into an eco-warrior, and 27 years later Pakistan's
"Father of the Mangroves" still lets nothing get in the way of fighting against timber "mafia" and
deforestation. "This is my life. I am very happy with it. The cause is worth living such a life,"
Tahir Qureshi told news agency, walking around the sanctuary that he set up in his spare time when he still
worked full-time with the forestry commission. ...
emirates247.com
Philippines: Maiden’s dream turns islet into mangrove park
Calatagan/Batangas: It started as a young woman’s dream of a pristine coastline with lush mangrove trees
in her town. The dream of youth leader Hannah Esguerra has become reality and a source of pride for the
residents of Calatagan, who are now fiercely protective of their mangrove forest. It had never occurred to
many of the town’s residents that mangroves could not only shield them from natural disasters but also give them
additional income. ...
inquirer.net
India: How green is my valley
Kochi: There has been a constant demand from environmentalists all over to initiate measures to conserve
mangroves that are essential for controlling soil erosion and to reclaim land from sea. But precious little has been
done to protect this ecosystem that has enormous environmental advantages. Which is why,14-year-old Sanoj KS’s
initiative in this regard is so praise-worthy. This student of Cherukkunnu Higher secondary school has been
setting a model for others by planting mangrove seeds in the banks of Muttil river since the past two years. ...
ibnlive.in.com
Tanzania: WWF Fears Backlash On Rufiji Delta Mangrove Forest Initiative
Dar es Salaam: Torching of paddy rice farm huts and felling of coconut trees in the Rufiji Delta
mangrove forest reserve, carried out recently by Mangrove Management Project, may affect future prospects for
community forestry management targeting the global carbon trading market. ...
allafrica.com
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| 08.11.2011 |
New Zealand: Cash could alter mangrove plan
Mangawhai/Northland: The prospect of receiving up to $30,000 in funding may see the Mangawhai Harbour
Restoration Society swallow its pride and replace its original plan to strip the harbour of mangroves with a
scaled-down programme. The societyhad applied for resource consent for the staged and phased destruction of 87ha
of the salt-water trees. After a four-day hearing before independent commissioners last April, the application was
declined. ...
northernadvocate.co.nz
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| 06.11.2011 |
USA: Mangrove-cutting case highlights Florida's tree of life
When it came to naming Florida's state tree, the spindly mangrove lost out to the stately sabal palm. Nor have
developers and waterfront property owners, as evidenced by a Jupiter case, shown much love for the shore-hugging
view-blocker whose wetlands often smell like rotten eggs. But the mangrove, known as the "walking tree" for its
roots' leg-like looks, is as essential to South Florida as sun, sand and snowbirds. Without mangroves,
Florida shores would erode, exotic birds would die, the multibillion-dollar sport fishing industry would
collapse, water would become more polluted and sea levels rising because of climate change would more easily flood
the coast, according to scientists, conservationists, anglers and bird-watchers. ...
palmbeachpost.com
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| 05.11.2011 |
USA: Donations needed as Marco mangrove restoration effort about to begin
Florida/Goodland: When mangroves meet development, mangroves often lose. That's been the case with an area off
State Road 92 between Marco Island and Goodland that looks like a moonscape, with hundreds of acres of
stark white trees standing dead, and a stench from rotting vegetation. Now, work is under way, gearing up to
restore the area, said Jeffrey Carter, stewardship coordinator and aquatic preserve manager at Rookery Bay
National Estuarine Research Reserve. ...
naplesnews.com
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| 04.11.2011 |
Philippines: Banguingui starts massive mangrove planting
Banguingui/Sulu: The municipal government here has embarked on a massive planting of mangrove tress in at least
three coastal areas of the municipality aimed at reviving the fish habitat and protecting the sanctuary of tropical
and reef fish found in the area. Mayor Abdulwahid Sahidulla said the local government here has entered into
an agreement with the Department of Environment and Natural Resources (DENR) for the massive planting of mangroves. ...
mb.com.ph
India: Community Based Mangrove Restoration in Palk Bay
Movie by OMCAR: This documentary describes how OMCAR Foundation organized local community in
mangrove restoration. We technically trained villagers in seed collection, segregation, bag preparation and planting
seeds in nursery. All these technical field work are carried out in northern Palk Bay coastal villages by the
fisher community which are trained and work for the project. Then the nursery raised seedlings are carried to the
plantation sites by boats. The sites are selected based traditional (community) and scientific knowledge
(OMCAR Foundation). Then the selected sites are carefully modified for natural flow water by clearing blockage
in canals and to make sure natural seed dispersal. The seedlings from the nursery are brought to the sight every year
in pre monsoon time. The fisher women self help groups are organized in which OMCAR explain the community
participation and sustainable utilization of mangrove resources. Then, the fisher women groups plant the mangrove
seedlings in the selected sites. So, this programme not only plant mangroves but also shares this responsibility and
commitment with local community by involving them in every aspect.
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| 30.10.2011 |
Indonesia: 6,800 Mangroves Planted in North Coast of Jakarta
Jakarta Environmental Management (BPLHD) in cooperation with Indonesia Environment Ministry and mangrove care
communities as well as business parties trhough its Corporate Social Responsibility (CSR) program holds 6,800
mangroves planting at Sedyatmo Highway Mangrove Eco Tourism, North Jakarta, Sunday (10/30). This effort is
conducted to reduce global warming, reduce sea levels and temperature rise, prevent rob flood and erosion, as well as
to maintain beach’s physical condition. ...
beritajakarta.com
Philippines: New mangroves to bring jobs, eco protection
Manilia: The Department of Agriculture (DA) is developing new mangrove areas to boost the country’s
defense against storm surges and tsunamis as well as provide jobs for residents of coastal towns. The DA, through
the Bureau of Fisheries and Aquatic Resources (BFAR), has earmarked P237.5 million to plant new mangroves and
establish “aquasilvi” projects in coastal communities. Aquasilvi culture refers to fish farms in mangroves.
Experts say this is an environmentally friendly and sustainable approach to increasing fish production as it does not
entail the cutting of mangrove trees or the building of new fishponds. ...
inquirer.net
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| 27.10.2011 |
Mangreen at IUCN Asia Regional Conservation Forum
Mangreen Project and its community based mangrove restoration was presented in IUCN regional
conservation forum, held at Incheon, south korea from 27th September to 30th September 2011.
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| 25.10.2011 |
Philippines: Mangroves save Masantol folk from 'Pedring' onslaught
Masantol/Central Luzon/San Fernando City: The high floods spawned by back-to-back tropical storms Pedring
and Quiel ravaged the coastal communities of Masantol town. The inundation though in Barangays Alauli,
Balibago, Bagang, and Sagrada was not as devastating as that in Sapang Kawayan and
Niqui. “The mangroves served as storm breakers, making the first line of defense of the barangays,”
said former Masantol Vice Mayor Marcelo “Bajun” Lacap, a resident of the area. ...
philstar.com
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| 23.10.2011 |
Philippines: Mangrove planting as tribute to teachers
Central Visayas: A telecommunications company honored engineering teachers of the Holy Name University
(HNU) with ‘Treebute’, a mangrove planting activity in Maribojoc, a coastal town in Bohol.
Employees of Smart Communications Inc. from Bohol and Cebu were joined by HNU students and
teachers during the activity held as part of the Teacher’s Month campaign, leading up to World Teacher’s Day last
Oct. 5. ‘Treebute’ started with a recognition of the teachers, followed by the recital of the prayer for
teachers and a briefing on the importance of mangroves in the sustainability of the marine ecosystem before the
planting of 5,000 mangrove propagules. ...
inquirer.net
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21.09.2011
Seltene Mangrove Ceriops decandra gefunden
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Foto links: Die Sämlinge von Ceriops decantra wurden zum ersten
Mal von OMCAR Mitarbeiter gesammelt. Foto rechts: Abernten der Samen von Rhizophora mangle, für das
Wideraufforstungsprogramm des MANGREEN Projekts. Fotos: Mit freundlicher Erlaubnis von © OMCAR & Deepwave, 2011.
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Bei der Suche nach Samen zur weiteren Aufforstung vor der nächsten Monsun-Saison haben
OMCAR Mitarbeiter auch die seltene Art Ceriops decandra (Flachblättrig Austreibene Mangrove) aus der Familie
der Rhizophoraceae gefunden. Diese Art steht kurz vor dem Aussterben. Zumindestens gilt die Art als in weiten
Teilen ihres Verbreitungsgebietes als selten. In Indien hat man diese Spezies nur in 20% von 100 Untersuchungsstellen
gefunden (Kathiresan, 2008).
Populationsentwicklung: abnehmend.
Das MANGREEN-Projekt wird nun versuchen, sie in der Pflanzenfarm groß zu ziehen, um sie an ausgesuchten
Stellen wieder anzupflanzen.
mangreen.blog.de
Mehr Informationen zur Art finden sich hier:
ias.ac.in
Weitere Fotos von der OMCARs Sammelaktion:
photobucket.com
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14.09.2011
Naturdokumentation
Im Reich des Fischadlers - Leben in der Mangrove
Ein Film von Eberhard Weiss, 14:15 - 15:00 Uhr im HR
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Die Mangroven Ägyptens, die sich vom Süden der Küste des Roten Meeres bis hin zum Sinai,
nördlich von Sharm El Sheikh, erstrecken, sind die nördlichsten Mangroven der Erde. Mangroven sind bisweilen weit
ausgedehnte Pflanzenbiotope, die sich in flachen Gewässern an der Küste befinden.
Sie sind ein einzigartiger Lebensraum für Pflanzen, die hier im Salzwasser überleben können. Außerdem sind
sie ein wichtiges Rückzugsgebiet für viele Vögel, wie etwa Fischadler, Reiher, Löffler, Möwen und viele andere. Auch
Zugvögel aus Europa nutzen diese Mangroven gerne als Rastplatz auf ihrem kräftezehrenden Weg nach Süden.
Außerdem sind die Mangroven Lebensraum für viele Krabbenarten, Einsiedlerkrebse und Tiere, wie Schlangensterne,
Seeigel und andere, die hier im Flachwasser leben.
hr-online.de
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03.09.2011
Bruchstückhafte Bemühungen für den Schutz der
honduranischen Mangroven Indigene Misquitos schützen Mangrovenwälder und forsten sie wieder
auf |
Mangrovenwald (Rhizophora mangle) in Honduras.
Foto: BotBln - Creative Commons Licence
Honduras/Tegucigalpa (Tierramérica) vom 23.08.2011: Eine Mischung
aus lokalen und internationalen Initiativen haben sich zusammengeschlossen zur Rettung der Mangrovenwälder und anderer
Küsten-Feuchtgebiete von Honduras, die Heimat einer Fülle von Meerlebewesen und eine natürliche Schutzbarriere gegen
Hurrikans, die um mehr als 80 Prozent an der karibischen Küste geschrumpft sind und fast ein Drittel an der
Pazifikküste.
Mitten im Herzen von Mittelamerika liegt Honduras, das gebirgigste Land Zentralamerikas,
es verfügt über 21 Flusseinzugsgebiete, die zwischen den Einzugsgebieten des Atlantiks und Pazifiks aufgeteilt sind,
sowie 67 Feuchtgebiete, die zusammen eine Gesamtfläche von 12.385 Quadratkilometern einnehmen. In Übereinstimmung mit
der, vor fünf Jahren durchgeführten nationalen Feuchtgebietsinventur (National Wetlands Inventory), durchgeführt durch
das Ministerium Natural Resources and Environment.
In einem Teil des Biosphären-Reservats Río Platano
, in der osthonduranischen Region La Mosquitia (Die Mosquitia), das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet
Zentralamerikas, haben indigene Gemeinschaften in den vergangenen fünf Jahren verschiedene Projekte zum Schutz der
Mangrovenwälder umgesetzt.
Die ethnischen Misquito führen Programme für Abfallrecycling durch, säubern
die Lagunen und sind für die Rückgewinnung von Mangrovenwäldern verantwortlich. Sie kontrollieren ferner den Fang
bedrohter Fisch- und Meerestierarten wie Zackenbarsche (Sea bass), Hummer und Haien, verbunden mit
Ökotourismus-Aktivitäten.
Finanziert wurden die Aktivitäten über SGP (Small Grants Programme) und GEF
(Global Environment Facility), verwaltet durch die Weltbank. Die Weltkulturorganisation UNESCO (United Nations
Educational, Scientific and Cultural Organization) hatte das Schutzgebiet 1982 zum Weltnaturerbe der Menschheit
erklärt, hierzu Zählen die Verwaltungsbezirke (Departamentos) Olancho, Colón und Gracias a Dios.
Die bescheidenen Geldmittel wurden von der SGP weiter geleitetet, in Honduras von dem UN-Entwicklungsprogramm
(UNDP) ausgeführt und mit umgerechnet 367.000 US-Dollar finanziert. Mit dem Geld wurden 14 Mangroven-Projekte in
Mosquitia und den Golf von Fonseca umgesetzt. Die Gemeinden selbst steuerten als lokale Partner mehr
als 300.000 Dollar bei.
Partizipation & Gleichberechtigung lohnen sich
Das sind positive Ergebnisse, wie der Programmkoordinator Hugo Galeano erklärte, die Gemeinden übernahmen
unter anderem die Bezahlung der Arbeitskräfte und sorgten für die nötige Ausstattung. Die Beteiligung der Anwohner an
den Projekten hob er als positiv hervor. „Eine Lektion, die wir gelernt haben, ist, dass die Kosten dieser Projekte
wesentlich niedriger sind, wenn Menschen die Bedeutung erkennen und Verantwortung für den Schutz, Bewachung und die
Nutzung natürlicher Ressourcen übernehmen, sind die Ergebnisse außerordentlich gut“, vorausgesetzt ist eine
„echte und umfassende Beteiligung der Gemeinden“, sagte Galeano.
98 arme Familien waren
unmittelbar in die Projektarbeit eingebunden, weitere 44 profitierten indirekt davon, zusammen wurden 9324
Arbeitsstunden generiert. Insgesamt wurden etwa 1.300 Menschen zu Nutznießern der Umweltinitiativen. Die Gemeinden
schlossen sich zu kleinen Kooperativen zusammen, um die nötigen Fördermittel zu beantragen. Über die SGP bekommen sie
jeweils 3.000 bis 3.500 Dollar, die gemeinschaftlich verwaltet werden. Die Gemeinden liegen in Gebieten mit extremer
Armut, das ist einer der Voraussetzungen für SGP-Förderung und wurden deshalb ausgewählt.
Erste Erfolge sind
bereits sichtbar. Bis jetzt wurden mehr als 336 Hektar Mangrovenwälder wiederhergestellt. Projektteilnehmer an der
Pazifikküste begannen außerdem vor drei Jahren mit Maßnahmen zum Schutz der bedrohten Oliv-Bastardschildkröte
(Lepidochelys olivacea). Bislang konnten etwa 24.000 Tiere aufgezogen und später in die Freiheit entlassen
werden.
Inspiriert von diesen Erfahrungen, hat das Umweltministerium (Ministry of Environment), mit
Unterstützung des UN-Umweltprogramms UNEP 2010, setzten sie einen auf vier Jahre angelegten Schutzplan für die
Mangrovenwälder um. Der Plan ist Teil einer größeren Initiative, an der auch Guatemala und Nicaragua beteiligt sind.
In der ersten Phase des Projekts ist die Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinden in allen drei Ländern vorgesehen.
Wie der nationale Koordinator des Vorhabens in Honduras, Rafael Sambulá, hervorhob, gehören Mangrovenwälder
zu den artenreichsten Ökosystemen der Welt. Sie dienen den Fischen, Hummern und Garnelen als Laichplätze, eine
natürliche Kinderstube und sorgen für eine organische Düngung der Ozeane mit Mikronährstoffen.
Die größten
honduranischen Feuchtgebiete in La Mosquitia sind die umfangreichsten im ganzen Land und der größte Reichtum
sind die Pflanzen- und Tierarten, erläutert der Biologe David Jaén, der für das Projekt arbeitet. Sie bedecken eine
Fläche von rund 8.000 Quadratkilometern (800.000 Hektar).
Sie sind allerdings so isoliert und abgelegen, dass
sie kaum effektiv kontrolliert werden können. Institutionelle Präsenz ist eine Herausforderung um beispielsweise
illegalen Holzeinschlag zu verhindern oder die Kontrolle von Besitz und Eigentum wirksam überwachen zu können.
Landgewinnung, Palmenplantagen und Stürme: Bedrohungen aus allen Richtungen
Die den Mangroven drohenden Gefahren sind vielseitig. In Omoa im Norden des Landes wurden Mangrovenbestände im
Zuge von Küsten-Infrastrukturerweiterungen abgeholzt, jetzt sind sie leichte „Angriffspunkte“ für Hurrikane. Andere
Bedrohungen sind Plantagen von Ölpalmen zur Produktion von Speiseöl und Biodiesel (Agrosprit), Viehzucht,
Tourismusprojekte und der Drogenschmuggel verdrängen die Küstenwälder, denen auch als Wellenbrecher eine wichtige
Bedeutung zukommt. Die Palmenpflanzungen erstrecken sich inzwischen über rund 1.000 Quadratkilometer (100.000 Hektar)
und haben sogar vor Naturschutzgebieten nicht halt gemacht.
Unterdessen warnte die UNESCO im vergangenen
Februar vor den Auswirkungen des Drogenhandels in den Regionen Río Platano und La Mosquitia, auch sind
die Folgen der illegalen Abholzung auf die Flora und Fauna enorm. Gewaltverbrechen wie Morde und Drogenfunde
veranlassten die Regierung in diesem Monat dazu, über die Einrichtung einer Flugverbotszone in La Mosquitia
nachzudenken. Ein entsprechendes Gesetz ist bereits in Planung. |
18.08.2011
China: Xiamen will Mangrove Park in der Haicang-Bucht bauen
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Ein Mangrove Park soll in der Haicang-Bucht gebaut werden, in Kombination mit einem
Meeresschutz-Projekt zur Verbesserung des gesamten Ökosystems entlang des westlichen Seegebietes in Xiamen, berichtet
Xiamen Daily.
Karte der zukünftigen Haicang-Bucht in
Xiamen mit geplantem Meeresnaturpark.
Das Projekt umfasst Ausbaggerarbeiten, die Pflanzung von Mangroven und
Insel-Entwicklung im westlichen Seegebiet des Songyu Ferry Flughafens im Süden und der Haicang Brücke im Norden. Es
erschließt sich entlang der Haicang Straße im Westen und schließt die Inselchen Huoshaoyu, Datu, Xiaotu und Dayu im
Osten mit ein.
Nach Abschluss der Baggerarbeiten werden mehr Mangroven an der Haicang Brücke und entlang des
Küstenareals (Haicang-Avenue) vorhanden sein und bilden zusammen einen Mangroven Park, der ein besserer Lebensraum und
Futterplatz für Schneereiher (Egretta eulophotes oder E. thula) werden soll.
Laut Meeresexperten
werden die Baurbeiten in den Küstengewässern einen größeren Lebensraum für Chinesische Weiße Delfine
(Sousa chinensis) entstehen lassen. Nach Projektabschluss in der Bucht und dem westlichen Seegebiet soll es ein
idealer Platz für China-Seidenreiher und Chinesische Weiße Delfine werden.
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Bild links: Mangrovenbäume sollen gepflanzt werden in der Bucht von Haicang, in Xiamen. Eine
künstlerische Darstellung der neuen Haicang-Bucht. Bild rechts: Ein weiteres Projekt inder Tong'an-Bucht:
Xiamen baut ein Feuchtgebiet mit einem weiteren Mangroven-Park in der Tong'an-Bucht. Bild zeigt eine
Konzeptionszeichnung der geplanten Parkanlage. Bildquellen: siehe Artikelsammlung von whatsonxiamen.com
Angesichts dieser Ödnis in den Buchten von Haicang und Tong'an, kann man den zwei
geplanten Projekten bisher nur gutes abgewinnen. Bis daraus intakte und funktionierende Mangroven-Ökosysteme werden,
vergehen viele Jahre. Wenn die Menschen dort und die Touristen auf diese großen Anlagen Rücksicht nehmen und die
Natur nicht zu sehr belasten, kann es funktionieren. Bild links: Haicang-Bucht; Bild rechts:
Tong'an-Bucht: beide Fotos von © CNES/Spot Image GeoEye, 2011 |
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15.08.2011
Wie Taifune tropische Küstenökosysteme schädigen |
Taifun Kammuri in einer Aufnahme der NASA vom 4.8.2008.
2005 richtete Hurrikan Katrina an der Golfküste der USA enorme Schäden an und forderte
viele hundert Menschenleben. Das Ereignis verdeutlichte, welche Zerstörungs- kraft in einem tropischen Wirbelsturm
steckt. Das weltweit am häufigsten von tropischen Stürmen heimgesuchte Meeresgebiet liegt vor der Küste Südchinas mit
der Insel Hainan. Die Region wird im Schnitt achtmal jährlich von Taifunen heimgesucht. Im Jahre 2008 traf der
Wirbelsturm Kammuri auf Hainan. Forscher des ZMT ([Leibniz-] Zentrum für Marine Tropenökologie) und ihre
chinesischen Partner untersuchten die Auswirkungen des Taifun auf die Küsten- ökosysteme der Insel unmittelbar nach
dessen Auftreffen. Wirbelstürme können das Wetter in einem Umkreis von bis zu 1000 km beeinflussen. Allein
durch ihre physikalische Gewalt werden marine Ökosysteme beschädigt: Seegräser werden entwurzelt oder Korallen
zerbrochen. Neben starken Winden bringen die Stürme meist auch enorme Regenmengen mit sich. Die ökologischen
Auswirkungen dieser Naturereignisse sind in der Region bisher kaum untersucht worden. Die Insel Hainan weist
eine Vielfalt von tropischen Küstenhabitaten auf, darunter Mangroven, Seegraswiesen und Korallenriffe. Diese Systeme
sind tiefgreifenden Veränderungen durch den Menschen ausgesetzt. Wie in vielen Gebieten Südost-Asiens hat sich auch
in Hainan in den letzten Jahrzehnten die Art der Landnutzung stark geändert. Das Forscherteam untersuchte das
Mündungsgebiet des Flusses Wenchang, das ehemals von dichten Mangrovenwäldern gesäumt wurde. Sie wurden großflächig
abgeholzt und in Aquakulturteiche für die Aufzucht von Garnelen und Fischen umgewandelt.
Entnahme einer Wasserprobe am Abwasserkanal einer Aquakultur- anlage.
Foto: © Lucia Herbeck, 2008
Mangroven halten Nährstoffe und Sedimente aus Flusseinträgen zurück, und schützen dadurch das Küstenmeer vor
übermäßigen Stoffeinträgen. Die ausgedünnten Wälder hingegen können diese Pufferfunktion kaum noch wahrnehmen. Durch
die Aquakultur und intensive Landwirtschaft im Hinterland gelangen nun große Mengen an Nährstoffen und Sedimenten in
Flüsse und Ästuare.
Seegräser vor der Küste Hainans, bedeckt durch Algen und Sedimente.
Foto: © Lucia Herbeck, 2007
Unter ungestörten Bedingungen kann ein Ästuar ein Überangebot von Nährstoffen herausfiltern.
Vor dem Taifunereignis fanden die Forscher nur geringe Nähr- stoffmengen im Küstenmeer vor der Mündung des Wenchang. Der
Fluß verbreitert sich in seinem Mündungsgebiet zu einer Lagune. Hier fließt das Wasser langsamer und verweilt länger,
so dass Phytoplankton, kleine Algen, einen Großteil der Nährstoffe aufnehmen und Sedimente sich am Grund des
Gewässers absetzen können. Das bedeutet einen gewissen Schutz für die sensiblen und artenreichen Lebensgemeinschaften
vorgelagerter Küstenökosysteme wie Korallenriffe und Seegraswiesen.
Taifun Kammuri mit seinen heftigen Regenfällen hingegen schwemmte das Phytoplankton aus dem Ästuar ins Küstenmeer
hinaus, zusammen mit großen Mengen an Nährstoffen aus Aquakultur und Landwirtschaft sowie erodierten Böden. In den
Küstengewässern bildeten sich Algenblüten. Auch große Massen an Süßwasser wurden weit ins Meer hineingetrieben. Zwei
Wochen nach dem Sturm hatten sich die Verhältnisse am Wenchang noch nicht normalisiert.
Korallenriffe vor der Küste Hainans: Algen überwuchern und Sedimente
bedecken die Korallen. Foto: © U. Krumme, ZMT
Korallenriffe und Seegaswiesen sind an salzhaltiges, klares Wasser mit geringen
Nährstoffkonzentrationen angepasst.
In Hainan sind diese Küstenhabitate durch Überfischung, Dynamit- und Zyanidfischerei bereits sehr stark geschädigt.
Wie die Forscher am Wenchang beobachten konnten, belasten Taifune sie zusätzlich. Experten diskutieren darüber, dass
aufgrund des Klimawandels die Häufigkeit und Intensität von Wirbelstürmen ansteigen könnte. Überall dort in den
Tropen, wo die zerstörerische Kraft von Naturgewalten und menschlichen Einflüssen zusammentreffen, könnte das für die
Küstenökosysteme und ihre Ressourcen verheerende Folgen haben.
zmt-bremen.de
Publiziert in:
Herbeck, L.S., Unger, D., Krumme, U., Liu, S.M., Jennerjahn, T., 2011:
Typhoon-induced precipitation impact on nutrient and suspended matter dynamics of a tropical estuary affected by
human activities in Hainan, China. Estuarine Coastal and Shelf Science 93: pp. 375 - 388.
Weitere Informationen:
Lucia Herbeck
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Tel: 0421/23800 – 47
E-Mail: lucia.herbeck(at)zmt-bremen.de
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Nach einem Schiffsunglück 14 Kilometer vor der Küste der Stadt Bombay
fließen stündlich zwei Tonnen Öl ins Meer und verschmutzen die Strände der indischen Metropole. Das Schiff war
unterwegs in einen Sturm geraten und gesunken.
Nach dem Untergang eines Frachters vor Bombay ist Öl
aus dem Schiff ausgelaufen und hat die Küste vor der indischen Metropole verschmutzt. Das Öl sei am Strand sowie in
den nahegelegenen Gewässern entdeckt worden, teilte das für die Küstenwache zuständige Verteidigungsministerium mit.
Luftaufnahmen zeigten, dass das Öl sich über eine Strecke von 13 Kilometern ausgebreitet habe. Die Küstenwache setze
Dispersionsmittel ein, um das Öl zu zersetzen (eher schneller zu zerstäuben), teilte das Generaldirektorat für Schifffahrt mit. Aus dem Frachter
MV Rak Carrier liefen demnach anderthalb bis zwei Tonnen Öl pro Stunde aus.
Die 220 Meter lange
MV Rak Carrier war am Donnerstag auf dem Weg von Indonesien zum westindischen Bundesstaat Gujarat vor Bombay
in einen Sturm geraten und gesunken. Der Kohlefrachter unter panamaischer Flagge hatte 343 Tonnen Treibstoff an Bord.
Davon liefen pro Stunde etwa ein bis zwei Tonnen ins Arabische Meer, so das Ministerium weiter. Umweltschützer warnten
vor erheblichen Schäden der Fischbestände in der westindischen Region, da sich der Unfall während der Laichzeit
ereignete. Zudem seien neben den Stränden von Bombay auch die Mangroven-Wälder an der Küste außerhalb der
Millionstadt bedroht. faz.net
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Schmutziges Trinkwasser, verseuchte Böden und Krebsgefahr: Die Schäden und Gefahren durch
schonungslose Erdölförderung im Nigerdelta werden erst in 25 bis 30 Jahren wieder behoben sein.
Davon geht ein Bericht des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP - United Nations Environment
Program) aus, der am Donnerstag dem nigerianischen Staatspräsidenten Goodluck Jonathan übergeben und am Freitag in
London vorgestellt wurde. Der lange erwartete Bericht fiel damit deutlich negativer aus, als erwartet.
Die UNEP-Experten glauben, der Sachschaden gehe in die Milliarden. Neben den Beeinträchtigungen des
Trinkwassers und damit der Gesundheit der Menschen seien vor allem die Mangrovenwälder in Gefahr, heißt es in
dem Bericht. Der in der Gegend gefangene Fisch sei zwar verzehrbar, weil sich die Tiere saubere Gewässer suchen. Die
Existenz der örtlichen Fischer sei aber wegen der Abwanderung der Schwärme gefährdet.
Die schlimmsten Schäden könnten bei ernsthaftem Bemühen in fünf Jahren behoben werden. Die Renaturierung dauere
Jahrzehnte. Jedoch müssten zunächst dringend die Lecks in den Leitungen gestopft werden, um weitere Verunreinigungen
zu stoppen.
Für die Ölförderung im nigerianischen Ogoniland ist vor allem der britisch-niederländische
Ölkonzern Royal Dutch Shell gemeinsam mit der staatlichen nigerianischen Ölgesellschaft verantwortlich.
Shell hatte die Ölförderung im Ogoniland 1993 nach Massenprotesten der einheimischen Bevölkerung
eingestellt. Es werden aber weiterhin Pipelines und Raffinerien betrieben.
Shell übernahm die
Verantwortung für zumindest zwei Öllecks. „Wir werden weiter mit unseren Partnern in Nigeria, darunter die
Regierung, zusammenarbeiten, um die Probleme zu lösen und die nächsten Schritte gehen, um Ogoniland aufzuräumen“,
hieß es in einer Stellungnahme der Shell Petroleum Development Company of Nigeria (SPDC). Ölanlagen
wurden in Nigeria wiederholt von Kriminellen und Separatisten zerstört oder beschädigt (so heißt es!).
Aus den Leitungen und Raffinerieanlagen tritt aber noch immer Öl aus. „Die Ölförderung ist für mehr als 50 Jahre
eine Schlüsselindustrie für die nigerianische Wirtschaft gewesen. Aber viele Nigerianer haben einen hohen Preis
bezahlt, wie diese Untersuchung zeigt“, sagte der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogrammes, Achim Steiner. Die
Wartung der Anlagen sei völlig unzureichend. Shell habe nicht einmal die konzerneigenen Vorgaben für
Gesundheitsschutz und Sicherheit eingehalten.
Dem UNEP-Bericht zufolge könnte die Aufräumaktion in
Nigeria die größte der Geschichte werden. In einem Dorf im Westen des Gebietes, das größer als Bayern ist, wurden
Werte des krebserregenden Giftes Benzen gemessen, die den von der Weltgesundheitsorganisation vorgeschlagenen
Höchstwert um das 900fache überschreiten. Auf dem Grundwasserspiegel, aus dem sich die Trinkwasserbrunnen
speisen, wurden bis zu 8 Zentimeter starke Schichten mit Raffinerieöl gemessen.
focus.de
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27.07.2011
Heimat der Flamingos in Gefahr
Mumbai: Es ist die Heimat von mehr als 131 Vogelarten, 14 Arten von Reptilien und Säugetiere wie
Schakal und enthält eine reiche Mangroven-Lebensraum. Aber die Mangrovenwälder in Charkop sind bedroht.
Flamingos' home under threat
Mumbai: It is home to over 131 species of birds, 14 species of reptiles and mammals like jackal
and sustains a rich mangrove habitat. But the mangrove forests in Charkop are under threat. ...
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28.06.2011
Mangroven schützen vor Erdbeben
Abgestorbene Wälder im Untergrund dämpfen zerstörerische Erschütterungen
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Grenoble (Frankreich): Uralte, abgestorbene Mangrovenwälder können vor zerstörerischen
Erdbebenwellen schützen. Zu diesem Ergebnis kommen französische Wissenschaftler, die auf der Karibikinsel
Guadeloupe
die Wirkung von Erdbeben genau analysiert haben. Im Küstenbereich der Insel bohrten sie an mehreren Stellen bis in 40
Meter Tiefe. Mit zahlreichen Sensoren ermittelten sie die Ausbreitung von Bebenwellen, die effizient durch eine Schicht
abgestorbener Mangrovenwälder in 5 bis 15 Meter Tiefe gedämpft wurden. Da solche Mangroven-Schichten an vielen Stellen
in der Karibik vorkommen, haben sie eine große Bedeutung für den natürlichen Erdbebenschutz der seismisch sehr aktiven
Region. Ihre Studie veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachblatt
Bulletin of Seismological Society of America
(DOI: 10.1785/0120100129).
"Diese Bodenstruktur ist an den Küsten der Karibik – einer Region mit hohem
Erdbebenrisiko - weit verbreitet", schreiben Philippe Gueguen und seine Kollegen von der Universität Joseph
Fourier in Grenoble. Mit Hilfe ihrer insgesamt drei Bohrungen erkannten sie, dass die bis zu 33 Meter dicken
Mangroven-Schichten von einem vier Meter dicken und sandigem Sediment abgedeckt werden. Mit empfindlichen
Beschleunigungssensoren in den Bohrlöchern analysierten sie 62 Erdbeben der vergangenen Jahre mit Magnituden zwischen
2 und 6,4. Die Aufzeichnungen der Erdbebenwellen in verschiedenen Tiefen belegten, dass die Mangroven-Schichten als
effizienter Dämpfer auf die sonst zerstörerischen Bodenerschütterungen wirkte.
Erdbeben destabilisieren sandigen Boden Eine große Gefahr bei Erdbeben auf den Karibikinseln geht
von der oberen, sandigen Sedimentschicht aus. Mit Wasser durchtränkt, kann es durch die Erschütterungen zu einer
sogenannten Verflüssigung des Bodens kommen. Dadurch verliert der Boden an Stabilität und Häuser stürzen ein. Genau
dieser Effekt wird dank der abgestorbenen Mangrovenwälder deutlich gemindert. Laut Guegen vermieden solche
Mangroven-Schichten größere Schäden nach einem Beben der Magnitude 7,4 im Jahre 2007 auf der Insel
Martinique.
Mit weiteren Bodenuntersuchungen in der Karibik könnten nun bisher unbekannte Mangroven-Schichten im Untergrund
aufgespürt werden. Diese Areale böten einen natürlichen Erdbebenschutz und könnten bevorzugt besiedelt werden. Moderne
Bauten, beispielsweise in Kalifornien oder Japan, nutzen bereits heute riesige Gummikissen als Erdbebendämpfer. Das
Wirkprinzip ist vergleichbar mit den abgestorbenen Mangrovenwäldern, doch können sich in der Karibik nur wenige
Menschen diese kostspieligen Fundamente leisten.
Ein Aufforsten von Mangrovenwäldern wird allerdings keinen
Schutz vor Erdbeben liefern können. Aber sie stabilisieren die Küstenbereiche und mindern dadurch die Folgeschäden nach
Sturmfluten oder Tsunamis.
wissenschaft-aktuell.de
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23.06.2011
Ölverschmutzung in Mangroven
Forscher untersuchten den Einfluss von ölhaltigen Abwässern auf die Fauna einer indonesischen Lagune.
Dr. Susanne Eickhoff (Öffentlichkeitsarbeit) |
Ölraffinerie bei der Segara-Anakan Lagune Foto: © ZMT
Die Segara Anakan Lagune auf Java beherbergt das größte Mangrovengebiet Indonesiens
und eine große Vielfalt an Tierarten. Für die lokale Bevölkerung sind sie eine wichtige Nahrungsgrundlage. In diesem
Gebiet befindet sich die größte Ölraffinerie Indonesiens. In einem deutsch-indonesischen interdisziplinären Projekt,
an dem Umweltchemiker und Ökologen beteiligt sind, untersuchte das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT)
die Umwelt- verschmutzung durch organische Schadstoffe in der Lagune. Die Wissenschaftler nahmen insbesondere ein
Gebiet in unmittelbarer Nähe der Ölraffinerie ins Visier.
Die Forscher entnahmen Wasser- und Sedimentproben aus verschiedenen Bereichen der Lagune und fanden über 40
organische Schadstoffe, die größtenteils aus ölhaltigen Abwässern stammen. Diese Stoffe, sogenannte polyzyklische
aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), werden an Sedimentkörner gebunden und reichern sich besonders in feinkörnigen
Sedimenten an, wie sie im Schlamm der Mangroven vorkommen. Auf den Menschen können sie krebserregend wirken oder
Mutationen hervorrufen. In hohen Konzentrationen fand sich auch eine kaum bekannte Gruppe von Schadstoffen, die
alkylierten PAK. In Studien über Ölverschmutzung wurde diese potentiell toxische Stoffgruppe bisher kaum untersucht.
Sammeln von Bodenorganismen an der Lagune Foto: © ZMT
In der Nähe der Ölraffinerie wurden im Sediment Schadstoffkonzentrationen
fest- gestellt, die die Toxizitätsgrenzwerte überschritten. Für Organismen, die im oder auf dem Sediment leben, sind sie
somit schädlich. Eine besonders hohe Anzahl verschiedener Schadstoffe wurde in Muscheln, Schnecken und Krebsen aus dem
betroffenen Mangrovengebiet gefunden. Da sie wenig beweglich sind, können sie ungünstige Umweltbedingungen nicht
meiden und reichern die Stoffe über mehrere Jahre an. Daher eignen sich einige dieser Arten als Bioindikatoren für die
Schadstoff- belastung in Gewässern und Sedimenten. Über die Nahrungskette gelangen die Stoffe schließlich in Fische wie
die Meeräschen (Mugilidae) die, wie auch die Austern (Ostreidae) der Lagune, von der lokalen Bevölkerung
gegessen werden.
Eine Tierart scheint sich an die ölverschmutzten Sedimente jedoch gut angepasst zu haben. Die
Wissenschaftler entdeckten eine neue Art von Hakenrüsslern (Kinorhyncha). Das sind kleine wurmartige Wirbellose,
die zwischen den Sedimentpartikeln im Meeresboden leben. In großen Mengen traten Vertreter dieser Art im verschmutzten
Boden nahe der Raffinerie auf, während sie in den ferneren, ölfreien Gebieten kaum zu finden waren.
Tropische Küstenökosysteme in stark bevölkerten Gebieten werden wie die Segara-Anakan Lagune
intensiv genutzt. Durch Umweltverschmutzung können die Leistungen eines Ökosystems stark beeinträchtigt werden.
Welche Auswirkungen genau die Verschmutzung durch organische Schadstoffe auf die Artenvielfalt und - zusammensetzung
in dieser Region hat, soll am ZMT ein Schwerpunkt weiterer Studien sein.
idw-online.de
Weitere Informationen:
Biologie:
Dr. Inga Nordhaus
Tel.: 0421/23800–74
E-Mail: inga.nordhaus(at)zmt-bremen.de
Umweltchemie:
Dr. Larissa Dsikowitzky
Tel.: 0421/23800–54
E-Mail: inga.nordhaus(at)zmt-bremen.de
Biogeochemie:
Dr. Tim Jennerjahn
Tel: 0421/23800-44
E-Mail: tim.jennerjahn(at)zmt-bremen.de
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01.06.2011
Guatemala: Küstenregionen von Bergbau und Gasindustrie bedroht
Von Danilo Valladares (Guatemala-Stadt/Tierramérica/IPS)
"Wenn sie hier wie geplant Eisensand abtragen, bedeutet dies die Zerstörung unserer natürlichen
Reichtümer und den Todesstoß für den Tourismus", warnt Leonel Palma, ein Hotelange- stellter in
Puerto de San José, einer Hafenstadt
an der guatemaltekischen Pazifikküste. Die Regierung hat das gesamte Meeresgebiet für diverse Bergbauarbeiten
freigegeben. "Touristen kommen hierher, um zu baden und sich zu entspannen. |
Das Internationale Jahr der Wälder 2011
Was werden sie wohl tun, wenn an den Stränden Mineralien abgebaut werden?", fragt
Palma. Umweltschützer, Wissenschaftler und Bevölkerung sind gleichermaßen empört über die Lizenz, die der
sozialdemokratische Präsident Álvaro Colom an die Firma Tiqual Minerals vergeben hat, damit sie im
südwestlichen Küstengebiet des Departements Escuintla Eisensand fördert.
Die Sorgen seien berechtigt, denn in der Region sei es bereits mehrfach zu Pannen im Zuge von
‘Entwicklungsprojekten’ gekommen, berichtet José Urbina von der Nichtregierungs- organisation Lokale Macht
und Entwicklung. "So hat der Bau des Hafenbeckens in Puerto Quetzal dazu geführt, dass die Trinkwasserreserven durch
Salzwasser verseucht wurden."
2009 hatte das Energie- und Bergbauministerium Lizenzen an Tikal Minerals,
ein Unternehmen der Mayan Iron Corporation, für die Eisenexploration auf einem 292 Quadratkilometer
großen Areal vergeben. Das Gebiet erstreckt sich über die Departements Escuintla, Retalhuleu and Suchitepéquez.
Keine Einigung auf Projektstandorte
Der Mutterkonzern mit Sitz in Australien hat seinen Namen von den Mayas abgeleitet, der guatemaltekischen
Urbevölkerung. Er war eigens für den Zweck gegründet worden, die Eisensandvorkommen in dem zentralamerikanischen Land
auszubeuten. Doch bisher wurde keiner der drei von dem Unternehmen ausgewählten Projektstandorte gebilligt.
Am 5. April wies das Umweltministerium die bislang einzige Umweltverträglichkeitsstudie von Tikal Minerals
mit der Begründung zurück, das geplante Projekt gefährde die Integrität der Küsten-Ökosysteme. Wie der Rechtsvertreter
von Tikal Minerals, Enrique Toledo, berichtet, hat das Unternehmen Ende April Rechtsmittel gegen die
Entscheidung des Umweltministeriums eingelegt. Er wirft dem Amt vor, auf die Vorlage einer
Umweltverträglichkeitsstudie zu bestehen, die jedoch für reine Explorationsarbeiten nicht erforderlich sei.
Tikal Minerals geht davon aus, dass sich Guatemalas Eisenvorräte auf 100 Milliarden Tonnen belaufen
könnten, zwölf Prozent der weltweiten Vorkommen. Der an Magneteisen reiche Sand stammt aus Guatemalas vulkanischen
Gebieten und wurde von den Flüssen zur Küste geschwemmt.
2009 gab die Regierung dem kanadischen Unternehmen
G4G und Iron Sands America eine Lizenz über ein 2.492 Quadratkilometer großes Gebiet, das den gesamten
Küstenstreifen des Landes – von der mexikanischen bis zur salvadorianischen Grenze – einschließt.
Nach Angaben des Energie- und Bergbauministeriums verzeichnet die Bergbauindustrie einen Einnahmenanstieg von
8,6 Millionen (2005) auf 370 Millionen US-Dollar (2009). Die Lizenzgebühren, die der guatemaltekische Staat erhebt,
liegen bei gerade einmal einem Prozent.
Wie Toledo von Tikal Minerals erklärte, lässt sich noch
nicht sagen, wie viel der Staat an der Ausbeutung des Eisensands mitverdienen wird. Auch sei unklar, wie viele
Guatemalteken beschäftigt werden könnten. Man sei auf jeden Fall um den Schutz der Umwelt bemüht, sicherte er zu.
Auch sollen nur die Sandgebiete, die mindestens einen Kilometer vom Meer entfernt liegen, abgetragen werden.
Mangrovenwälder, Schutzgebiete und fragile Ökosysteme werden Toledo zufolge somit nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Schlechte Karten für Flüssiggasanlage
Auf der anderen Seite des Landes, inmitten eines Schutzgebiets an der Karibikseite, soll eine riesige
Flüssiggasanlage entstehen. Geplant ist der Bau von fünf Gascontainern mit einer Gesamtkapazität von 28.390 Litern und
einer sieben Kilometer lange Pipeline, die längs der Küste im Departement Puerto Barrios verlaufen soll.
Im Februar 2010 begann die mexikanische Tomza-Gruppe ohne Genehmigung im Schutzgebiet
Punta de Manabique mit dem Bau der Anlage. Die von der Firma nachgereichte Umweltverträglichkeitsstudie wurde
vom Nationalen Rat für Schutzgebiete (CONAP - Consejo Nacional
de Areas Protegidas) jedoch mit der Begründung abgewiesen, dass die Arbeiten eine Gefahr für den Artenreichtum der
1.519 Quadratkilometer großen Reservation darstellten.
Im Februar legte die Tomza-Gruppe eine neue
Umweltverträglichkeitsstudie in der Hoffnung vor, doch noch die Genehmigung für das Projekt zu erhalten. Doch dem
CONAP-Sprecher Gustavo González zufolge muss sich die Firma einen anderen Ort für ihre Aktivitäten suchen. In
Punta de Manabique, das reich an Regenwäldern, Mangroven (Avicennia bicolor und
Rhizophora x harrisonii), Korallenriffen und Heimat von Spitzkrokodilen (Crocodylus acutus) , Grünen
Leguanen (Iguana iguana) und Grünen Meeresschildkröten (Chelonia mydas) ist, seien industrielle
Aktivitäten verboten.
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30.05.2011
Neue Art entdeckt - Echinoderes applicitus sp. nov.
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Hakenrüssler (Kinorhyncha) sind kleine wurmartige marine Invertebraten, die
als Teil der Meiofauna zwischen den Sedimentkörnern im Meeresboden leben. Bei Forschungsarbeiten in der
Segara-Anakan Lagune hat ein Team von Wissenschaftlern des ZMT nun eine neue Art (Echinoderes applicitus sp. nov.)
im größten Mangrovengebiet Javas entdeckt.
Echinoderes applicitus sp. nov.
Foto: A. Ostmann (Universität Bremen) & M. V. Sørensen (Universität Kopenhagen), 2011.
Hakenrüssler sind nicht größer als einen Millimeter und haben einen mit Haken
besetzten Kopf, von denen sich der Name herleitet. Mithilfe der Haken graben sie sich in das Sediment ein. Man findet
sie sowohl in mehr als 5000 Metern Wassertiefe als auch im Flachwasser, an Sandstränden und im Brackwasser von
Flussmündungen. Vermutlich ernähren sich Hakenrüssler von Bakterien ( Bacteria) und Kielselalgen
( Bacillariophyta). Ihre Funktion im Nahrungsnetz und ihre ökologische Bedeutung sind jedoch noch weitgehend
unbekannt. Überraschenderweise fanden die Forscher besonders viele Individuen der neuen Art in einem Mangrovengebiet,
das an die größte Ölraffinerie Indonesiens angrenzt. Dort ist das Sediment stark mit organischen Schadstoffen
angereichert. Die neue Art scheint an diese Umweltbedingungen gut angepasst zu sein, während andere Hakenrüsslerarten
sie eher meiden. In der Lagune untersucht das ZMT im Rahmen des SPICE-Projektes ( Science for the Protection
of Indonesian Coastal Marine Ecosystems) die Auswirkungen menschlicher Einflüsse auf die Diversität und
Zusammensetzung der benthischen Gemeinschaften. zmt-bremen.de
Publikation:Alexandra Ostmann, Inga Nordhaus, Martin V. Sørensen, 2011:
First recording of kinorhynchs from Java, with the description of a new brackish water species from a
mangrove-fringed lagoon. Marine Biodiversity (DOI 10.1007/s12526-011-0094-z).
Weitere Informationen:
Dr. Inga Nordhaus
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Tel.: 0421 / 23800-74
E-Mail: inga.nordhaus(at)zmt-bremen.de
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14.04.2011
Ökologisch besonders wertvoll: Mangrovenwälder speichern enorme Mengen TreibhausgasEmpfindliche Ökosysteme
an tropischen Küsten brauchen besonderen Schutz, denn Mangroven helfen beim Klimaschutz |
Mangroven gehören zu den größten Kohlenstoffspeichern in den Tropen. Das bestätigen jetzt
umfassende Daten, die Forscher im Fachblatt Nature Geoscience veröffentlichten. In den letzten fünf Jahrzehnten
ging der Bestand der tropischen Küstenwälder aber um 30 bis 50 Prozent zurück.
Mangroven, die sich an das Leben im Gezeitenbereich der Meeresküsten angepasst haben, machen nur 0,7 Prozent
der tropischen Wälder aus. Ihre Zerstörung aber verursacht zehn Prozent der globalen Kohlendioxid-Emission durch
Entwaldung, schätzen die Wissenschaftler um Daniel Donato vom US-amerikanischen Forest Service USDA (United States
Department of Agriculture).
"Mangroven zählen zu den kohlenstoffreichsten Wäldern in den Tropen und enthalten
durchschnittlich 1,023 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar", berichtet Daniel C. Donato in Hilo auf Hawaii. Zusammen mit
finnischen und indonesischen Kollegen untersuchte er Mangrovenwälder auf den indonesischen Inseln Java, Borneo und
Sulawesi und im Ganges-Delta von Bangladesch. Die Bodenproben, die die Wissenschaftler auf ihren Expeditionen in die
regelmäßig vom Meerwasser überfluteten Wälder nahmen, offenbarten sehr hohe Kohlenstoffkonzentrationen. Verantwortlich
dafür sind Laub und Äste der Bäume, die unter Sauerstoffabschluss langsam verrotten.
20 bis 120 Millionen Tonnen
Kohlenstoff jährlich würden nicht mehr durch die Salzpflanzen aufgenommen und im Boden gespeichert. Das bedeutet
zusätzliches Kohlendioxid in der Atmosphäre. Ihre Zerstörung aber verursacht 10 Prozent der globalen
Kohlendioxid-Emission durch Entwaldung, schätzen die Wissenschaftler um Daniel Donato.
Die Forscher untersuchten
25 Mangrovenwälder im indopazifischen Raum - dort gibt es die meisten Flächen und die größte Artenvielfalt der
Pflanzen - auf ihren Kohlenstoffgehalt. Das größte Vorkommen (49 bis 98 Prozent) fanden sie in Bodenschichten von
einem halben Meter bis drei Metern Tiefe. Die Pflanzen wandeln Kohlendioxid über die Photosynthese in organisches
Material um, das sich zum Teil als Humus im Boden ablagert.
Wissenschaftler forden mehr Schutz für Mangroven
Wegen ihrer wichtigen Funktion für den Klimaschutz fordern die Wissenschaftler, dem Schutz der Mangroven mehr
Priorität einzuräumen. Die Wälder bieten außerdem Wohnraum für zahlreiche Tierarten sowie Schutz gegen Küstenerosionen
und vor Flutwellen.
Der Mangroven-Schutz alleine greife allerdings zu kurz, sagte Tim Rixen vom Zentrum für
Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen der Nachrichtenagentur dpa. "Mangroven sind Teil der tropischen Küstenzone,
die zusammen mit tropischen Torfen, Seegraswiesen und Korallenriffen häufig eine Einheit bilden, die auch als solche
geschützt werden sollte."
Quelle: Daniel C. Donato et al., 2011: Mangroves among the most carbon-rich forests in the tropics.
Nature Geoscience; DOI: 10.1038/ngeo1123
English links/text: nature.com
and ibnlive.in.com
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22.03.2011
Indonesien: Mangroven-Ökotourismus und Mangrovenschutz auf Nusa Lembongan
Indonesia: Mangrove Ecotours and Conservation of Nusa Lembongan
(from Rachel Rivera)
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Foto links: Oberschüler treffen sich einmal im Monat, um mit Mitarbeitern von TNC an
einem Mangrovenpflanzungsprojekt auf Nusa Lembongan, südöstlich von Bali, teilzunehmen (Foto: © JG Photo/Rachel
Rivera). Photo left: High school students gather once a month with TNC staff to take part in a mangrove
replanting project on Nusa Lembongan Island, southeast of Bali (Photo: © JG Photo/Rachel Rivera). Bild rechts:
Karte der Insel Nusa Lembongan. Picture right: Map of Island Nusa Lembongan.
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Auf der Insel Nusa Lembongan arbeiten Reise- veranstalter
und Umweltschützer zusammen, um eine lebenswichtige Ressource zu schützen.
Als 2004 der Tsunami die Küste
der Provinz Aceh und andere Regionen traf, überlebten einige Gemeinden deshalb, weil sie von Mangroven- wäldern
abgeschirmt waren.
Berichte von Überlebenden in Indien, Sri Lanka, Malaysia und Indonesien erzählten
Geschichten von Dörfern, die verschont wurden, und es gab Leute, die am Leben blieben, indem sie Unterschlupf in den
Mangroven suchten, als massive Wellen über das Land spülten.
Aufzufinden in tropischen und subtropischen Zonen
Gezeitenzonen stellen Mangroven einen natürlichen Schutz für die Küstengebiete dar, als Puffer gegen Stürme und
Erosion, und bieten eine wichtige Nahrungsquelle für Fische und Korallenriffe.
Trotz der kritischen Rolle, die
sie in den küsten- nahen Ökosystemen spielen, werden weite Teile der Mangrovenwälder häufig gerodet, um Platz für
Shrimpteiche oder Badestrände zu machen.
In Nusa Lembongan, einer kleinen Insel südöstlich von Bali (Indonesien)
haben die ortsansässigen Gemeinden in aller Stille ihre Mangroven gepflegt, nicht nur als Teil einer größeren
Anstrengung, um die Ressourcen der Küstengebiete zu bewahren, sondern auch als eine Möglichkeit, einen Öko- tourismus
auf der Insel zu entwickeln.
Wayan Sukitra (47), sagte er habe vor etwa 20 Jahren erkannt, dass die
Mangrovenansammlungen am Rand des Strands seines Dorfs Jungutbatu eine zusätzliche Attraktion für Touristen sein
könnten, die meist zum Tauchen in den korallenreichen Gewässern der Insel anreisen und sich an den ruhigen weißen
Sandstränden erfreuen. Nachdem er einen französischen Touristen getroffen hatte, der ein besonderes Interesse an den
Mangroven hatte, beschloss Wayan, seine Idee voranzutreiben und machte sich daran, über 150.000 Mangrovenbäume zu
pflanzen.
Heute ist Wayan einer von 33 Reiseveranstaltern, die Bootreisen durch die Mangroven anbieten, in denen
mittlerweile 13 verschiedene Arten des Baums neben 30 Vogelarten, Echsen, Krabben, und eine unüberschaubare Zahl von
Insekten und Schmetterlingen heimisch sind.
Der Ort zieht einen regelmäßigen Strom von Besuchern vor allem aus
Australien und Europa an. Vor einigen Jahren eröffnete Wayan die Mangroven-Bar mit Restaurant, ein gemütliches Lokal
im Freien an einem ruhigen Strand unter Mangrovenzweigen.
"In den verkehrsreichsten Monaten, von Juli bis
November, macht das Restaurant ein gutes Geschäft", sagte Wayan mit einem bescheidenen Lächeln, und lehnt es dabei ab,
seine Gewinnspanne offen zu legen.
Um das Interesse der Touristen aufrecht zu erhalten, fügte er hinzu,
organisieren die lokalen Reiseveranstalter eine monatliche Aufräumaktion in den Wäldern.
"Die Regierung sagt
mir zwar nicht, dass ich sie säubern muss, aber wenn der Mangrovenwald nicht sauber ist, werden die Touristen nicht
kommen", sagte Wayan.
In den letzten Jahren hat The Nature Conservancy Mangrovensämlinge
beigesteuert und so zur Unterstützung der Ökotouren beigetragen.
"Dies sind sehr gesunde Mangroven, sie
gehören zu den besten in der Gegend", sagte Marthen Welly, ein TNC-Projektleiter.
Zur Förderung der
Erhaltung der Mangrovenwälder haben Marthen und seine Kollegen bei TNC ein pädagogisches Informationsprogramm für
junge Menschen auf der Insel vorgestellt.
"Wenn die Menschen wissen, wie nützlich die Mangroven sind, werden
sie sich besser um sie kümmern, sie werden den Mangrovenwald respektieren und den Schutz dieses Ökosystems
unterstützen", sagte er.
Etwa 20 Schüler einer örtlichen Oberschule treffen sich monatlich am
Gemeindezentrum des Dorfs Lembongan, um sich mit den Mitarbeitern von TNC an einem Mangrovenbepflanzungsprojekt zu
beteiligen. Durch das Programm haben sie den Wert der Mangroven schätzen und verschiedene Mangrovenarten ihrer Insel
kennen gelernt.
Sie treffen sich alle drei bis vier Wochen, um Mangrovenbaumsamen für die Kultivierung in einer
Samenbank einzusammeln und die Sämlinge einzupflanzen, wenn sie bereit sind.
Dwi Putri (17), sagte, dass sie
immer die Natur geliebt hat, aber nie viel über den Mangrovenwald wusste."Jetzt weiß ich, dass wir die Mangroven-
bäume umpflanzen müssen, weil sie die Wellen zurückhalten und sie wie Nester für kleine Fische sind."
Vor drei Monaten wurde Nusa Lembongan zu einem "geschützten Seebereich" erklärt, zusammen mit den
benachbarten Inseln von Nusa Penida und Nusa Ceningan. Die Initiative hat das Ziel, die maritimen Ressourcen des
Gebiets, einschließlich der Mangrovewälder, Korallenriffe, Fischbestände und Seetang-Farmen, zu schützen.
"Wir würden diese Art des Meeresschutzes und Öko-Tourismus gern auf anderen Inseln in Indonesien weiterführen,"
sagte Marthen.
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On the island of Nusa Lembongan, tour operators and
environmentalists are working together to protect a vital resource.
When the 2004 tsunami struck the
province of Aceh and other coastal areas in the region, some communities survived because they were shielded by
mangrove forests.
Reports from survivors in India, Sri Lanka, Malaysia and Indonesia recounted stories about
villages that were spared and people who had clung to life by taking shelter among the mangroves as massive waves
washed over the land.
Found in tropical and subtropical tidal zones, mangroves are a natural defense for
coastal areas, serving as buffers against storms and erosion and providing a vital source of nutrients for fish and
coral reefs.
Despite the critical role they play in coastal ecosystems, vast tracts of mangrove forests are
commonly cleared to make way for shrimp ponds or beachfront developments.
In Nusa Lembongan, a small island
southeast of Bali, local communities have been quietly nurturing their mangroves, not only as part of a larger effort
to preserve coastal resources, but also as a way to develop ecotourism on the island.
Wayan Sukitra, 47, said he recognized about 20 years ago that the mangrove clusters bordering the beach in
his village of Jungutbatu could become an additional attraction for tourists, who come mostly to dive in the island’s
coral-rich waters and to enjoy its tranquil white-sand beaches. After meeting a French tourist who took a special
interest in the mangroves, Wayan decided to move forward with his idea and set about planting 150,000 mangrove trees.
Today, Wayan is one of 33 tour operators who provide boat rides through the mangrove forest that now boasts 13
species of the tree and is home to 30 birds species, lizards, crabs and a host of insects and butterflies.
The site attracts a regular stream of visitors, mostly from Australia and Europe. Several years ago, Wayan
opened the Mangrove Bar and Restaurant, a cozy outdoor eatery on a quiet beach among the mangroves.
“In the busiest months, from July to November, the restaurant brings in good business,” Wayan said with
a modest smile, declining to disclose his profit margin.
To keep the tourists coming, he added, the mangrove tour operators organize a monthly cleanup of the mangroves.
“The government doesn’t tell me to clean it up. But if the mangrove forest isn’t clean, the tourists won’t
come,” Wayan said.
In recent years, The Nature Conservancy has contributed mangrove seedlings to support the ecotours.
“These are very healthy mangroves, among the best in the area,” said Marthen Welly, a TNC project
leader.
To promote the preservation of the mangroves, Marthen and his colleagues at TNC have launched an educational
outreach program for young people on the island.
“If the people know how useful the mangroves are, they will take better care of them and they will respect the
mangrove forest and support the protection of this ecosystem,” he said.
At a community center in Lembongan village, about 20 students from a local high school gather monthly with
TNC staff to take part in a mangrove replanting project. Through the program they have learned about the value of
mangroves and the various mangrove species that thrive on their island.
They meet every three to four weeks to gather mangrove seeds for cultivation in a seed bank and replant the
seedlings when they are ready.
Dwi Putri, 17, said she has always loved nature but never knew much about the mangrove forest. “Now I know
we must replant the mangroves because they hold the waves back and they are like nests for small fish,” Dwi said.
Three months ago, Nusa Lembongan was declared a “marine protected area”, along with the neighboring islands of
Nusa Penida and Nusa Ceningan. The initiative aims to protect the area’s marine resources, including the mangrove
forests, coral reefs, fish stocks and seaweed farms.
“We would like to replicate this kind of marine conservation and ecotourism in other islands across
Indonesia,” Marthen said.
Quelle/Resource: thejakartaglobe.com
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05.03.2011
Projekt MANGREEN: Impressionen aus den Mangrovenfeldern
(Deutscher Text frei übersetzt durch Peri-Life.de)
Project MANGREEN: Impressions from the Mangroves fields
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Einige Mangroven sind 3 Meter und höher gewachsen, wie ein eng gesetzter
Häuserkomplex, ein dichter Mangrovenwald entlang der Küste - und doch warten noch 1000 neue Mangroven-Setzlinge, um
entlang der Küste angepflanzt zu werden.
Vielen Dank an die OMCAR-Stiftung für diese wunderschöne schöne
Arbeit! (Fotos © mit freundlicher Erlaubnis von Dr. Onno Groß)
mangreen.blog.de
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Some Mangroves have grown 3 Meter and more, many are building a dense forest along the
coast - and yet there are allready 1000 new saplings waiting for been set out along the coast.
Thank you
OMCAR Foundation for this beautiful work! (Photos and text © in english from Dr. Onno Groß)
mangreen.blog.de
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15.01.2011
Mangroven in Vietnam: Die Hoffnung am Mekong ruht auf zarten Stängeln
(von Anja Clemens-Smicek)Klimawandel: Vietnam droht „Land unter“. Deshalb
pflanzen die Bauern im Süden mit deutscher Unterstützung Mangroven an. |
Düsseldorf: In der Nacht hat es geregnet in Vinh Tan, einem Dorf in der südvietnamesischen
Provinz Soc Trang. Das Meer hat eine bedrohlich braune Farbe angenommen. Und bedrohlich kommt es dem maroden Deich
näher, der die ärmlichen Hütten auf der anderen Seite vor der Naturgewalt schützen soll.
Das weitverzweigte Mündungsgebiet des Mekong gehört zu den fruchtbarsten Gegenden Vietnams. Auch wenn es auf
den ersten Blick nicht so erscheint. Denn die Reiskammer des Landes versinkt gerade im Schlamm.
Son Xa Phen kontrolliert sein Netz, mit dem er zum
Fischfang geht, auf Löcher. Das Leben im Mekong Delta ist entbehrungsreich, und die Angst vor
Überflutungen ist groß. Foto: © A. C.-Smicek/T. L. Kelly
Bis zur Hütte von Son Xa Phen sind es zwei Kilometer. Doch der Weg zu dem Bauern
ist beschwerlich. Auf dem Deich geht es langsam vorwärts – die Beine bis zu den Knöcheln im Morast. Eine gefühlte
Stunde für 1000 Meter. Son Xa Phen, Bauer in Vietnam:
„Mein Haus wurde zerstört, mein Hab und Gut weggeschwemmt.“
Das Meer rauscht. „ Keine Angst, das Wasser kommt heute nicht über den Deich“, versichert der 49-Jährige
und lächelt. Son Xa Phen muss es wissen. Der schmächtige kleine Mann lebt mit seiner Frau und den sechs Kindern seit
mehr als zehn Jahren hinter dem Deich. Gut erinnert er sich an den Taifun Linda, der an einem düsteren Tag im
November 1997 über die Küste hinwegfegte und hunderte Menschen tötete. „ Mein Haus wurde zerstört, mein Hab und Gut
weggeschwemmt. Aber wir leben.“ Auch heute müssen die Menschen hier um ihr Leben bangen, denn dem dicht
besiedelten Flussdelta droht „ Land unter“.
„ Wenn der Meeresspiegel weiter ansteigt, ist die Region akut bedroht“, warnt Klaus Schmitt. Der
Deutsche ist seit 2007 für die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in Soc Trang tätig. Im Auftrag des
Bundesentwicklungshilfeministeriums unterstützt die GTZ die sozialistische Regierung im Kampf gegen den Klimawandel.
Ein langer Kampf, dessen Sinn sich den Bewohnern häufig nur schwer erschließt.
Klimawandel? Ja, sagt Son Xa Phen, davon wisse er etwas. Aber er sagt auch:
„ Ich baue hier Zwiebeln an. Ich kann doch nicht mit den Pflanzen umziehen, wenn die Flut kommt.“ Also lebt er
in seinem neuen Haus aus Wellblech und Holz weiter mit und vom Meer. Und wartet auf die Händler, die ihm die kleinen
roten Zwiebeln und seine Fische abkaufen.
Mangroven sind heute ein begehrter Brennholz-Lieferant
Umso schwieriger ist es für Klaus Schmitt, bei den Bewohnern ein Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen. Er
erklärt ihnen, dass die den Deichen vorgelagerten Mangrovenwälder der natürliche Schutzgürtel vor dem Meer sind.
„ Mangroven zählen zu den produktivsten Ökosystemen der Erde“, erzählt der 52-Jährige und blickt besorgt aufs
Meer. „ Aber es gibt sie kaum noch.“ Die Erosion ist für jeden sichtbar.
Warum das so ist? Weil die US-Armee im Vietnam-Krieg 40 Millionen Liter des Herbizids Agent Orange versprühte,
um die Wälder zu entlauben. Weil die Mangroven begehrter Brennholz-Lieferant sind. Weil Jahr für Jahr Garnelen-Farmen
aus dem Boden schießen und dafür große Flächen gerodet werden.
„ Die Farmen versprechen Arbeit und Auskommen, doch die ökologischen Folgen sind fatal“, sagt Schmitt.
„ Die Mangroven sind die Kinderstube für Fische, sie legen dort ihren Laich ab. Werden sie zerstört, wird letztlich
auch der Bevölkerung eine wichtige Einnahmequelle entzogen“, erklärt der Forstwirt.
Die Hoffnung auf ein Leben im Mekong Delta ruht auf zarten Stängeln mit etwas Grün. Doch die Wiederaufforstung
ist ein langwieriger Prozess. „ Die Fischer reißen die Mangrovensetzlinge mit ihren Netzen heraus“, sagt
Schmitt. „ Wir müssen ihnen neue Perspektiven bieten, damit sie ihre Lebensgewohnheiten ändern.“ Etwa durch
Muschelzucht. „ Der Gewinn kommt den Familien zugute, ein Teil fließt in den Mangrovenschutz“, erklärt der
Deutsche das System. Die Dorfbewohner haben sich in einem Abkommen zur nachhaltigen Nutzung der Wälder verpflichtet.
In Gruppen verwalten sie Parzellen des Waldes – Co-Management nennt sich diese Hilfe zur Selbsthilfe.
Bauern lernen, nicht mit dem Boot zum Fischen zu fahren
Bauer Son hat gelernt, dass er nur abgestorbene Mangroven als Brennholz nutzen, dass er zum Fischen nicht mit dem
Boot hinausfahren darf. „ Wer erwischt wird, muss sich vor der Gruppe verantworten“, sagt er. Im schlimmsten
Fall müsse man seinen Fang abgeben und werde aus der Gruppe ausgeschlossen. Son will das nicht riskieren.
„ Ich muss doch für meine Familie sorgen.“ Wie um seine Worte zu betonen, zeigt er auf zwei seiner Töchter, die
in ihren grauen Schuluniformen und mit strahlend weißen Blusen über den braunen Deich gestapft kommen.
wz-newsline.de
Ausgangslage:Vietnam wird mit am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein.
Schon in den vergangenen 50 Jahren hat dort die jährliche Durchschnittstemperatur um 0,5 bis 0,7 Grad zugenommen,
während der Meeresspiegel um zirka 20 Zentimeter angestiegen ist.
Folgen:Bei einem Anstieg des Meeresspiegels um 50 Zentimeter werden 20 Prozent der Reisanbauflächen
im Delta verloren gehen. Bislang haben die Klimaveränderungen zu stärkeren und häufigeren Zyklonen, Fluten und Dürren
geführt. Projekt:Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und Entwicklung (GTZ) ist seit 1993
im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Vietnam tätig. Der
Schwerpunkt der Hilfe liegt auf der nachhaltigen Entwicklung und Berufsbildung, in der Umweltpolitik und im Bereich
Gesundheit. In der Provinz Soc Trang betreut die GTZ das Mangroven-Projekt „ Management natürlicher Ressourcen in der
Küstenzone“. GTZ / GiZ:Zum Jahresbeginn hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit (GIZ) ihre Arbeit aufgenommen. Die Organisation bündelt die Kompetenzen von Deutschem
Entwicklungsdienst (DED), GTZ und Inwent (Internationale Weiterbildung und Entwicklung). Die GIZ ist ein
Bundesunternehmen, das weltweit in gut 130 Ländern tätig ist. |
14.01.2011
Senegals Mangroven: Der weiße Grüne bei den Schwarzen |
Engagement - Der Senegalese Haidar El Ali gilt als bekanntester Umweltschützer Afrikas.
Er hat die Grüne Partei Senegals gegründet, klagt die Eliten seines Landes an und lässt auch am Westen kaum ein gutes
Haar: "Afrika ist nicht die Müllhalde der Welt." (von Martina Zimmermann)
Foto: Der senegalesische Umweltschützer Haidar El Ali bei einer
Informationstournee durch die Dörfer der Casamance-Region. Seit
mehr als 25 Jahren engagiert sich Haidar El Ali in seinem
Heimatland für einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen
Ressourcen und gegen Fischereiverträge mit ausländischen
Trawlern. Foto: © Oceanium, 2011
Am Cap Manuel an der Küste des Senegals liegen felsige
Meeres- buchten, das Blau des Himmels strahlt über dem blauen Meer. Haidar El Ali sitzt an der Bar des Umweltzentrums Océanium,
trinkt einen Kaffee und genießt den Blick. Der 57-Jährige ist seit 1984 Direktor des Zentrums und gilt vielen als
bekanntester Umweltschützer Afrikas. "Ich sah, wie der Mensch die Unterwasserwelt beschädigt, ich sah Verschmutzung und
Zerstörung, Massen von toten Fischen im Meer", sagt der Sohn libanesischer Einwanderer. "Es hat mich empört, wie die raffgierigen Menschen den schönen Ozean angriffen."
Seit mehr als 25 Jahren engagiert er sich für einen nach- haltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen und gegen
Fischerei- verträge mit ausländischen Trawlern. Er erreichte die Einrichtung von Wasserschutzgebieten und schuf
Strukturen für Ökotourismus. Die Pariser Tageszeitung Le Monde bezeichnet ihn als einen der 100 einflussreichsten
Umweltschützer der Welt. Besonders am Herzen liegen ihm die Mangrovenwälder an Meeresküsten und Flussmündungen. Mit
Filmprojektoren, Plakaten und T-Shirts zieht der Umweltschützer durch die Dörfer. In der Casamence im Süden Senegals
brachte er Männer, Frauen und Kinder dazu, in 43 Tagen mehr als sechs Millionen Mangroventriebe auf 1.200 Hektar zu
pflanzen.
Im Salzwasser Wurzeln schlagen
Mangroven wachsen dort, wo die Bedingungen für gewöhnliche Bäume tödlich sind: Sie schlagen sogar im Salzwasser
Wurzeln, unter sengender Sonne, dem Wechsel der Gezeiten ausgesetzt. Diese Ökosysteme im Wasser haben ein Kronendach,
auf dem Vögeln nisten und in dem sich Boas zusammenrollen. Darunter befindet sich die Gezeitenzone, die regelmäßig
überspült wird: Hier klammern sich Muscheln, Seepocken und Austern an. Taucht man im Mangrovensaum, sieht man Algen,
Schwämme und Seeanemonen, die Stelzwurzeln einhüllen: Nahrung für Langusten und Garnelen. Wie glitzernde Wolken
schweben Schwärme von winzigen Fischen vorbei. Mangroven bilden Lebensräume für Hunderte von Arten.
Die Hälfte der Mangroven ist in Senegal verschwunden, weil der Boden zu viel Salz oder Säure enthält - die
Auswirkungen von Verschmutzung und Raubbau. Weltweit sind in den vergangenen 20 Jahren weit mehr als ein Drittel, der
Mangrovenwälder vernichtet worden. Die Mangrovensümpfe schwinden noch schneller als die Regenwälder. Joal ist einer
von mehr als 100 Orten, an denen Haidar El Ali mit Senegalesen Mangroven pflanzte. Das Meer vor dieser Küste ist 120
Kilometer entfernten von der Stadt Dakar, seit 2004 Wasserschutzgebiet.
"Sehen Sie, es wächst wieder was!"
Der Fischer Abdou Karim Sall, der eng mit Haidar zusammenarbeitet, führt zu dem Meeresarm, in dem die
Mangrovenbäume nach einem Brückenbau ab den 1970er Jahren abstarben, weil kein Wasser mehr floss. Eine dicke
Schweinemutter spaziert mit ihren Ferkeln an einem Pferdekarren vorbei. Ein Hahn kräht, während Männer im Schatten
unter einem blühenden Baum beim Würfelspiel diskutieren. "Sehen Sie, es wächst wieder was!" ruft Joseph Dior,
59. "Hier war absolut nichts mehr! Nun wird es wieder wie früher werden, überall grün." Fast 250 Einwohner
machten bei der Pflanzaktion in Joal mit.
Nach drei Jahren sind die Bäume je nach Boden zwischen 80 Zentimeter und fünf Meter hoch. Haidar und seine
Umweltschützer haben in Senegal insgesamt 62 Millionen Mangrovenbäume in 523 Dörfern gepflanzt, mit finanzieller
Hilfe von Umweltschutzorganisationen wie dem WWF und Sponsoren wie Danone. Staatliche Hilfe lehnt Haidar nicht ab,
aber er traut den herrschenden Politikern nicht. Der Umweltaktivist klagt Staat und Regierung in Senegal an:
"Unsere Politiker sind nur an Macht und Geld interessiert." Aber auch der Westen als Hauptverursacher der
Ökokatastrophen kriegt sein Fett ab: "Afrika ist nicht die Müllhalde der Welt".
Er will 100 Millionen Bäume pflanzen
Der 1953 im Nordwesten Senegals geborene Haidar spricht mehrere senegalesische Landessprachen und mit einem
rollenden Akzent Französisch. Er ist klein, grauhaarig und immer in Bewegung. "Ich bin ein Mann der Aktion. Ich
gehe dahin, wo der Wald brennt", sagt der Vater von fünf Kindern. Als am 26. September 2002 vor der
senegalesischen Küste ein Fährboot mit 2.000 Menschen an Bord kippte, war Haidar am nächsten Tag mit seinen Tauchern
als einer der Ersten vor Ort. Sie bargen 368 Leichen. Der senegalesische Rundfunk wählte ihn daraufhin zum
"Mann des Jahres".
Sein Ziel ist es, so schnell wie möglich 100 Millionen Bäume zu pflanzen. "Ich betrachte mich erst als
einen Grünen, dann als Weißen, weil ich aus dem Libanon stamme und weißhäutig bin und außerdem als Schwarzen, weil
ich in einem schwarzen Land lebe", sagt er. "Ein weißer Grüner bei den Schwarzen."
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13.01.2011
Kreativ-Sachbücher bei Aldi Nord: Umwelt unten, Profit oben
Aldi Nord verkauft Bücher aus Mangrovenholz. Aber die Proteste von Robin Wood laufen ins Leere. Dafür will
der verantwortliche Tandem-Verlag Konsequenzen ziehen. |
BERLIN/taz: Die Proteste haben gefruchtet - wenn
auch etwas anders, als Robin Wood es geplant hatte: Die Umweltschutzorganisation hatte Aldi Nord vorgeworfen, Bücher zu
verkaufen, deren Papier unter anderem aus Mangrovenfasern hergestellt waren. Statt des Discounters hat nun der
Potsdamer Tandem-Verlag reagiert, der die Kreativ-Sachbücher herausgibt und in China drucken lässt.
Geschäftsführer Herbert Ullmann zeigte sich am Mittwoch überrascht, "da wir sowohl in Europa als auch in
China ausschließlich mit FSC-zertifizierten Druckereien zusammenarbeiten". Das Unternehmen wolle sich von allen
Lieferanten trennen, die Papier aus nicht kontrollierten Quellen geliefert haben, sagte Ullmann. "Insofern müssen
wir Robin Wood dankbar sein, dass sie uns auf schwarze Schafe unter den Druckereien aufmerksam gemacht haben."
Die Umweltschutzorganisation hatte das Papier der fünf verschiedenen Kreativ-Sachbücher, die Aldi Nord
im Weihnachtssortiment anbietet, untersuchen lassen. Bei der Analyse identifizierten die Experten Fasern von sieben
verschiedenen Baumarten, darunter auch Mangrovenholz. "Mangroven gehören zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen
überhaupt. Weltweit gibt es nur noch etwa 140.000 Quadratkilometer Mangrovenwald", so der Waldexperte der
Organisation, Rudolf Fenner.
Vor vier Wochen wiesen die Umweltschützer Aldi Nord in einem offenen Brief auf diese Ergebnisse hin. Aldi
müsse beim Einkauf von Papierprodukten ökologische und soziale Standards berücksichtigen, hieß es darin. Wenn der
Tandem-Verlag nicht nachweislich auf eine Produktion mit Zellstoff ohne Tropenwaldzerstörung umstelle, dürfe der
Discounter dessen Bücher nicht mehr verkaufen, so die Forderung. "Wer in China billigst produzieren lässt, geht
ein besonders hohes Risiko ein, dass die Umweltqualität ganz unten und nur der Profit ganz oben ist" (wie auch im
Inland!), so Fenner.
Von Aldi Nord sei bislang keine Rückmeldung gekommen, kritisierte Robin Wood. Eine
weitere Papieranalyse habe gezeigt, dass der Discounter in der Zwischenzeit auch keine Konsequenzen gezogen habe. Auf
Anfrage der taz verwies Aldi Nord nur auf seinen "zurückhaltenden" Umgang mit Medien. Eine Stellungnahme zum
Thema gab es bis Redaktionsschluss nicht.
taz.de
Kommentare zu diesem Bericht der taz (leider ist kein Wort den Bedrohten Mangroven gewidmet):
taz.de/kommentare/
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03.12.2010
Natur & Wissenschaft/Biologie:
Das Mangroven-Projekt (in tauchen Dezember; Ausgabe: 12)
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Ein aktueller Artikel über das Projekt: Mangreen, findet sich in der aktuellen
Dezember Ausgabe von tauchen - Europas größte Taucherzeitschrift. Mangroven schützen Riffe und Küsten.
Dr. Onno Groß, der Umweltjournalist, Gründer und Vorsitzender der
Deepwave e.V.
(Die Meeresschutzorganisation) stellt ein erfolgreiches Aufforstungsprogramm in Indien vor:
„ Weltweit ist mehr als die Hälfte der Mangrovenwälder verschwunden: durch Städtebau, Hotelanlagen oder
Aquakulturen. Doch ohne dieses Ökosystem sind Korallenriffe und Küsten zum Untergang bestimmt. Aufforstungen können
helfen, wie tauchen-Mitarbeiter Dr. Onno Groß am Beispiel eines Musterprojekts in Indien beschreibt.“
Das Titelbild des Artikels zeigt Mangroven (das Wir momentan nicht zeigen dürfen) der vorgelagerten
Inselkette von Miami, das zwei Seiten einnimmt: Schön gewachsen: Mangrovenwald bei Key Biscayne. Im Hintergrund
ist die Skyline von Miami zu sehen.
Vorschau zum Heft:
tauchen.de
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Mangrove: Nutzpflanze statt Ödnis
Forschung zeigt ökologisch wichtige Funktion der Küstenpflanze |
Mangrove: Zunehmend als ökologisches Multitalent erkannt. Foto: © ZMT
Bremen: Die Mangrove, eine an tropischen Flussmündungen heimische Pflanze, bildet durch
ihre Wälder für Natur und Mensch kostbare Ökosysteme. Zu diesem Schluss kommen deutsche und brasilianische Forscher,
die zehn Jahre lang eines der größten ungestörten Mangrovengebiete nahe der Amazonasmündung untersucht haben. Ihre
Ergebnisse, die in einem Fachbuch zusammenfasst sind, liefern neue Einblicke in die Waldstruktur und Artenvielfalt
der Pflanze und haben in Brasilien bereits entscheidend zu einem Umdenken beigetragen.
Pflanze kann Salz ausscheiden
Mangroven sind im Tropengürtel Asiens, Afrikas und Südamerikas und der Karibik zu finden.
" Sie können überall dort wachsen, wo an Ufern oder Flussmündungen die Wassertemperatur im Mittel über 21 Grad liegt",
erklärt Hauptautor Ulrich Saint-Paul vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
ZMT
im pressetext-Interview. Wie kaum eine andere Pflanze passt sich die Mangrove an extreme Bedingungen an. Dazu gehört
nicht nur die zweimal tägliche Überflutung durch die Gezeiten. " Mangroven wachsen im salzigen Brackwasser. Sie können
jedoch das aufgenommenes Salz wieder ausscheiden."
Schutz vor Tsunamis
Lange Zeit sah man Mangrovengebiete als Ödnis und nutzlose Sümpfe. Ein Umdenken ist im Gange.
" Zusehends erkennt man die ökologische Bedeutung. Wo Mangrovenwälder verschwinden, verliert man wichtige
Aufwuchsgebiete für Fische und Krebse, was die Fischer dieser Gebiete schmerzlich bemerken", so Saint-Paul.
Besonders bei der Tsunami-Katastrophe 2004 im indischen Ozean zeigte sich auch die Funktion im Küstenschutz.
" Wo es Mangrovenwälder gab, war die Wucht des Tsunamis abgeschwächt und der Schaden geringer", berichtet der
Experte.
Weiters filtern Mangrovenwälder Schadstoffe aus den Flüssen, was Meere und Sedimente schützt, und mischen durch
ihre hohe Produktion an Biomasse auch im weltweiten Kohlenstoff-Kreislauf mit. Trotz dieser Vorteile gehen die
Mangrovenwälder deutlich zurück - im Verhältnis sogar noch rascher als die tropischen Regenwälder.
" Heute gibt es insgesamt 140.000 Quadratkilometer Mangrovenwälder, um rund 40.000 weniger als noch 1980", so
Saint-Paul. Schuld daran sind Abholzung durch menschliche Küstensiedler ebenso wie die Errichtung von
Garnelen-Zuchtbecken für den Export nach Europa, Japan und in die USA.
Aufforsten beginnt
An mehreren Orten entstehen mittlerweile wieder neue Mangrovenwälder.
Pakistan und Indien
überbieten einander in Pflanzrekorden, Vietnam ersparte sich durch
1,1 Mio. Dollar teure
Mangrovenaufforstungen Deiche um den siebenfachen Preis Technisch keine schwierige Sache, erklärt der Spezialist.
" Mangroven sind Lebendgebärer, das heißt Ableger wachsen noch an den Bäumen und fallen in den Schlick, wo sie
schnell Wurzeln entwickeln."
Auch Brasilien errichtet Mangroven-Schutzgebiete, die von der Lokalbevölkerung verwaltet werden.
" Allein in unserem Forschungsgebiet leben zwei Drittel der Haushalte - das sind 85.000 Menschen - direkt von der
Mangrove und ihren Produkten wie etwa Krabben, Fischen und Holz", berichtet Saint-Paul über das Ergebnis der
Forschungen.
Aussender: pressetext.redaktion
Redakteur: Johannes Pernsteiner
Email: pernsteiner[at]pressetext.com
Tel.: +43-1-81140-316 |
28.10.2010
Neu: Das Projekt-Mangreen
jetzt auch auf Facebook ! |
20.10.2010
Lost Man's River |
Foto links: © U.S. Geological Survey / Paul Nelson. Karte rechts: Der Kartenausschnitt
zeigt den Mündungsbereich des Lost Man's River im Everglades-Nationalpark, der verschiedene Buchten wie die First Bay,
Second Bay, Onion Key Bay und Big Lost Man's Bay, durchströmt.
Wie ein blaues Himmelsauge leuchtet das Wasser des Lost Man's Rivers, einer der zahlreichen
Wasseradern im Everglades Nationalpark in Florida. Durchsetzt von Mangroveninseln erweitert sich hier zu einer Bucht,
bevor sie in den Golf von Mexiko mündet.
Wasser ist das dominierende Element in den Everglades, dem ausgedehnten Feuchtgebiet im Süden Floridas.
Einzigartig gegenüber allen anderen größeren Feuchtgebieten der Erde ist es dadurch, dass sein Wassernachschub nicht
vom Grundwasser oder einem Fluss gespeist wird, sondern ausschließlich vom Niederschlag. Wie ein gewaltiger Schwamm
nimmt das poröse Kalkgestein dieser Region das Regenwasser auf, speichert es und lässt je nach Wetterlage den
Wasserspiegel in den zahlreichen Sümpfen, Marschen oder Waldinseln mal höher und mal niedriger ausfallen. An der
Mündung des Lost Man's River mischt sich das salzige Wasser des Golf von Mexiko mit dem Süßwasser der Everglades und
schafft ein Milieu, in dem Mangroven besonders gut gedeihen.
Original Artikel in: scinexx.de
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14.10.2010
Mangroven – Ödnis oder ökologisches Multitalent? (Pressemitteilung vom 04.11.2010)
Mangroves - Wastelands or Ecological Multitalents? (Text only in German)
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Basierend auf den Ergebnissen eines zehnjährigen Forschungsprojektes gibt ein neu
erschienenes Fachbuch umfassende Einblicke in Struktur und Funktion des Ökosystems Mangrove.
Foto: © ZMT, 2010
1995 begann am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen ein
Langzeitprojekt zur Erforschung von Mangroven im Norden Brasiliens: “ MADAM - Mangrove Dynamics and Management”.
Das ZMT hat nun im Springer-Verlag ein Buch herausgegeben, das die Ergebnisse von zehn Jahren interdisziplinärer
Forschung in einem der größten Mangrovengebiete der Erde zusammenfasst.
Mangroven sind Gezeitenwälder, die in den Tropen die Küsten säumen und eine Vielfalt an außergewöhnlichen
Lebensformen beherbergen. Tiere und Pflanzen sind dort an die extremen Umweltbedingungen angepasst, die ein den Tiden
ausgesetzter Standort mit sich bringt. Weltweit bedecken die Mangrovenwälder eine Fläche von ca. 15 Millionen ha, das
entspricht der Hälfte der Fläche Deutschlands. Man schätzt jedoch, dass in den letzten 30 Jahren ihr Bestand um fast
vier Millionen ha abgenommen hat. Im Verhältnis zur Gesamtfläche schwindet der Mangrovenwald schneller als der
tropische Regenwald.
Will man die Zerstörung der Mangroven verhindern, müssen nachhaltige Bewirtschaftungs- formen gefunden werden.
Dazu sind grundlegende Kenntnisse ihrer Struktur, ihrer ökologischen Funktionen und ihrer Nutzung durch den Menschen
notwendig. Über einen Zeitraum von zehn Jahren erhoben die Wissenschaftler im MADAM - Projekt Daten zu
Waldstruktur und Artenvielfalt eines noch relativ ungestörten Mangrovengebietes im Süden der Amazonasmündung, sowie zu
dessen Verbindung zum Hinterland und dem offenen Meer. An dem fachübergreifenden Projekt war ein deutsch –
brasilianisches Team mit Biologen, Geologen, Geographen, Sozioökonomen und Modellierern beteiligt.
Wie die Untersuchungen zeigten, haben Mangrovenwälder eine große Anzahl äußerst wichtiger Funktionen.
Aufgrund ihrer hohen Produktion an Biomasse spielen sie eine nicht unwesentliche Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf.
Abgestorbenes Tier- und Pflanzenmaterial, das aus den Mangroven ins Meer gespült wird, nährt die küstennahen Ökosysteme.
Mangrovensümpfe sind Aufwuchsgebiete für viele wirtschaftlich wichtige Fisch-, Krebs- und Garnelenarten. Überall dort,
wo sie dem Städtebau und der Garnelenzucht weichen mussten, gingen die Erträge der Küstenfischerei drastisch zurück.
Auch schützen Mangrovenwälder die Küsten vor Sturmfluten und Erosion und das Hinterland vor dem Anstieg des
Meeresspiegels. Sie behalten Schadstoffe und Sedimente aus Flusseinträgen zurück, bevor diese in die Küstenmeere
gelangen und dort die Lebensgemeinschaften schädigen.
In dem Untersuchungsgebiet mit seinen etwa 85.000 Einwohnern leben zwei Drittel der Haushalte direkt oder
indirekt von den natürlichen Produkten der Mangrove. Die Forscher bestimmten den sozioökonomischen Stellenwert von
mehr als einem Dutzend Mangrovenprodukten, wie Landkrabben, Fischen und Holz und zeigten Nutzungskonflikte auf. Im
Buch werden Strategien für den Schutz und die nachhaltige Nutzung des Gebietes vorgestellt und diskutiert. Einbezogen
wurden dabei naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse sowie die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen
Gegebenheiten und die Erfahrungen und Prioritäten der Nutzergruppen.
Mangroven wurden lange Zeit als Ödnis angesehen, nutzlose Sümpfe, die der Rodung preisgegeben wurden. Das
MADAM-Project hat in Brasilien auf verschiedenen Ebenen, von lokalen Nutzern bis hin zu nationalen
Regierungsorganisationen ein Umdenken in Gang gesetzt. Basierend auf den Forschungsergebnissen wurden von der lokalen
Bevölkerung verwaltete Schutzgebiete eingerichtet. Das kürzlich erschienene Fachbuch besiegelt eine höchst
erfolgreiche deutsch-brasilianische Forschungszusammenarbeit. Es stellt eine Grundlage dar zum besseren Verständnis
eines faszinierenden Ökosystems, seiner Bedeutung für den Menschen und der Faktoren, die es bedrohen.
zmt-bremen.de
Publikation:Saint-Paul U., Schneider H. (Hrsg.), 2010:
Mangrove Dynamics and Management in North Brazil. Ecological Studies 211,
Springer, 410 Seiten. Weitere Informationen:
Prof. Ulrich Saint-Paul Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Tel: 0421/23800–22 E-mail: ulrich.saint-paule-mail[at]addresszmt-bremen.de
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28.08.2010
Dramatischer Rückgang:
Das wahre Ausmaß der weltweiten Mangrovenbestände ist zum ersten Mal mit neuen Satellitendaten kartografisch
dargestellt worden. Die Bilder offenbarten einen alarmierenden Zustand.
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Dramatic loss:
The true extent of the world's mangrove forests has been mapped for the first time ever with new satellite
data. The picture revealed is an alarming one.
(Click here for English version)
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Mangrovenwälder bestehen aus Bäumen, Sträuchern und Palmen, die in tropischen und
subtropischen Gezeitenzonen wachsen. Sie gehören zu den produktivsten und biologisch wichtigsten Ökosystemen der
Welt. Sie passen sich den extremsten Umweltbedingungen an und gedeihen sowohl bei hoher Salinität
(Salzkonzentrationen) als auch in sengender Hitze und extremen Gezeiten entlang des Äquators. Sie sind Horte der
Artenvielfalt, zugleich schützen sie die Küsten gegen Wirbelstürme und Tsunamis. Starke menschliche Einflüsse
sowie häufige Stürme dezimieren die Wälder jedoch zunehmend - der Verlust von Mangroven ist weltweit sogar höher
als der von tropischen Wäldern im Inland oder von Korallenriffen.
Bislang exakteste Bestandsaufnahme:
Bisher ging man noch von falschen Zahlen aus, wie viel von diesen so bedeutsamen Ökosystemen überhaupt noch
existieren. Denn die Mangrovenwälder der Welt sind rund 12,3 Prozent kleiner als bisher geschätzt.
Die aktuelle Studie kommt auf insgesamt 137.760 Quadratkilometer, weltweit:
Hierfür wurden Daten eines Satelliten der NASA verwendent, die von einem Team internationaler
Wissenschaftlern um Dr. Chandra Giri von der US-Geologiebehörde United States Geological Survey (USGS), den
Vereinten Nationen (VN) und der Raumfahrtbehörde NASA (National Aeronautics and Space Administration)
ausgewertet wurden. Das Team analysierte mehr als 1.000 Bilder der Erde. Hierbei sind digitale
Bildklassifikationstechniken zum Einsatz gekommen. Diese enorme Aufgabe machte es den Wissenschaftlern möglich
(darunter 30 Studenten), langsam, Stück für Stück die genaueste Karte der Mangrovenbestände, die es je gab, zu
erstellen.
Die Ergebnisse verdeutlichen den dramatischen Schwund der weltweiten Mangrovenwälder. Derzeit gibt es nur
noch 53.190 Quadratmeilen Mangroven (137.760 Quadratkilometer): 12,3 % weniger als bisher angenommen, heißt es in
der Studie, die im Fachjournal Global Ecology and Biogeography erschienen ist. Das entspricht in etwa der
Fläche von Bayern, Hessen und Niedersachsen zusammen, um sich das einmal bildlich vorstellen zu können.
Die verbliebenen Mangroven verteilten sich auf 118 Länder und Gebiete - wobei sich 75 % davon
im Gebiet von nur 15 Staaten befinden. In Asien liegen 42 % der weltweiten Mangrovenwälder, in Afrika 21 %, Nord- und
Mittelamerika 15 %, 12 % sind auf Ozeanien (ein Gebiet, das circa 7500 Inseln im Pazifischen Ozean miteinschließt)
verteilen und 10 % in Südamerika. Nur 6,9 Prozent der Mangrovensümpfe sind durch die IUCN
(International Union for Conservation of Nature) ausreichend geschützt.
Giri warnt, dass der drohende Verlust dieser Wälder für die Natur und auch für die Menschen eine ernsthafte
Bedrohung darstellt, und die Wirkung solcher Verluste dramatisch sein könnten.
Zwischen 1980 und 2000 wurden 35 Prozent der Mangroven vernichtet:
"Derzeitigen Schätzungen zufolge gibt es heute nur noch halb so viel Mangrovenwälder, wie früher
*, viele
davon sind in einem schlechten Zustand", so Giri. "Es wird angenommen, dass 35 % der Mangrovenwälder
zwischen 1980 bis 2000 verloren gegangen sind," sagt Giri, "das hat einen gewaltigen Einfluss auf die
Küstengemeinschaften, die Mangroven bildeten bis dahin eine natürliche Schutzbarriere vor Naturkatastrophen, wie
Orkane und Tsunamis."
Story in English:
Mangrove forests vanishing at an alarming rate, satellite images show
for the first time, the extent of the world's mangrove forests have been mapped by satellite,
and the results are discouraging.
tehrantimes.com &
csmonitor.com
*
New Satellite Data Reveals True Decline of World's Mangrove Forests
Reference:
Giri. C. Ochieng. E., Tieszen. L. L., Zhu. Z., Singh. A. Loveland. T., Duke. N.:
Status and distribution of mangrove forests of the world using earth observation satellite data. Global Ecology and
Biogeography, July 2010; DOI:
10.1111/J.1466-8283.2010.00584.x
|
12.08.2010
Mangroven & Urwälder - die unendliche Vielfalt der Natur - als Thema für
eine Ausstellung
Aquarelle des kolumbianischen Malers Cèsar Augusto Bertel Ospina werden gezeigt, er hat seiner
Ausstellung den Namen "Manglares y Selvas, la inmensidad de la naturaleza" also "Mangroven und Urwald,
die Unermesslichkeit der Natur" gegeben.
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Ausstellung: Di, 24.08.2010 bis Sa, 04.09.2010, von 8.00 bis 23.00 Uhr / Glashalle,
1. OG im Kulturzentrum "Gasteig" in München. Im Zusammenhang mit dieser Ausstellung wird auch eine große Sammlung
von Molas
der Kuna-Indianer gezeigt!
Kolumbien erklärte vor 200 Jahren seine Unabhängigkeit. Aus diesem Grunde organisiert der
Deutsch-Kolumbianische Freundeskreis e. V. mit Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München für
seine Mitglieder und der Öffentlichkeit eine Reihe von kolumbienbezogenen Veranstaltungen. Zu diesen gehört die
beeindruckende Ausstellung der Aquarelle des kolumbianischen Meisters Cèsar Bertel. Zusammen mit dieser Ausstellung
(„Bicentenario de Colombia“ – „Zweihundertjahrfeier von Kulumbien“) wird auch eine Sammlung von Molas
der Kuna Indianer gezeigt.
Nur eins seiner Kunstwerke, Cèsar Bertel hat diesem Bild den Namen: „Dominios del Mangle“
(„Herrschaftsbereich des Mangrovenbaumes“) gegeben. Bild: © Cèsar Bertel: All rights reserved
Cèsar Bertel malt in großen Formaten (z. B. 70 x 100 oder 150 x 300 cm)
insbesondere die Pflanzenwelt des kolumbianischen Urwalds. Geboren 1957 in Cartagena de Indias, Kolumbien, war
er nach dem Studium von Jura und Politischen Wissenschaften bis 2003 für die kolumbianische Ölgesellschaft
Ecopetrol S.A (mit Hauptsitz in Bogotá, Kolumbien) in verschiedenen Projekten tätig und verbrachte
lange Zeit in den Urwaldgebieten Kolumbiens. Die dabei gewonnenen tiefen Eindrücke der Pflanzen- und Tierwelt des
tropischen Regenwalds verarbeitet Cesar Bertel in seinen ausdrucksstarken Aquarellen. Seine farbenprächtigen Werke
mit ihren Lichteffekten und ihrer geradezu spürbaren Vitalität lassen vor den Augen des Betrachters die überwältigende
tropische Natur der selvatischen Gebiete Kolumbiens am Amazonas, am Putumayo (mit dem Fluss Río Putumayo,
ein Amazonaszufluss) und im Chocó geradezu physisch entstehen und ziehen in den Bann. Man vermeint, die
einzigartige tropische Atmosphäre einschließlich ihrer Geräusche, Gerüche, ihres Schweigens, ihrer Unheimlichkeit,
inmitten von Mangroven und taufrisch kristallklarem Wasser zu spüren.
Molas, der im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Panamá, so wie auf den vorgelagerten San Blas
Inseln lebenden Kuna-Indianer, sind traditionelle kunsthandwerkliche Textilarbeiten. Sie bestehen aus bunten
Stoffteilen, die in mehreren Lagen miteinander vernäht werden und durch Heraustrennen und Umnähen von einzelnen
Flächen Motive ergeben, die häufig der Welt der Mythen und Legenden der Indianer entstammen. Die Kuna-Frauen
tragen Blusen mit auf der Vorder- und der Rückseite aufgenähten Molas. Die Qualität der Molas ist unter anderem
gekennzeichnet durch die Anzahl der verwendeten Stofflagen, die Feinheit der Nähstiche und die Gleichmäßigkeit und
Größe der ausgeschnittenen Teile des Bildes. Gezeigt wird eine Kollektion von ausgewählten Molas, die von der
Eigentümerin in Jahrzehnten in Kolumbien gesammelt worden sind.
Zahl reiche Veranstaltungen, Vorträge und weitere Informationen unter:
Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis e. V., München &
gasteig.de
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26.07.2010
Seltener Haarnasenotter in Malaysia fotografiert!
(Endangered otter resurfaces in Sabah)
Berlin/Singapur: Ein seltener Haarnasenotter ist auf der Insel Borneo in eine Fotofalle getappt. |
Glücksschuss mit versteckter Kamera: Ein äußerst seltener Haarnasenotter (Lutra sumatrana),
in Malaysia aufgespürt. A rare hairy-nosed otter(Lutra sumatrana) that was photographed in
Deramakot Forest Reserve in Sabah, Malaysia; Photo/Foto: EPA
Das Bild gelang im Deramakot Forest Reserve im malaysischen Bundesstaat
Sabah, wie Tierschützer von der Sabah-Naturschutzbehörde am Montag mitteilten. Zuletzt sei diese Otterart
( Lutra sumatrana) mit der stark behaarten Schnauze in Sabah vor über 100 Jahren eindeutig nachgewiesen worden.
Die unter anderem durch Jagd gefährdeten Tiere kommen auch in anderen asiatischen Ländern vor. Ihr Lebensraum
sind Sumpfwälder, Küstenregionen und Mangrovengebiete. dnews.de
Lutra sumatrana (Hairy-nosed Otter, Haarnasenotter; siehe IUCN-Data)
Status: EN (Endangered - Stark gefährdet); Populationstrend: decreasing/abnehmend
Englische Artikel zu Lutra sumatrana:
Endangered otter resurfaces in Sabah &
Rare hairy-nosed otter captured on camera in Borneo
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10.07.2010
Deepwave & OMCAR Projekt MANGREEN gehört zu "2010 Success Stories"
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Das von Deepwave e.V. in Zusammenarbeit mit der indischen Organisation OMCAR
durchgeführte Mangrovenwiederaufforstungsprojekt MANGREEN -
Mangrove Ecological Restoration in India -
ist durch die Convention on Biological Biodiversity in den " 2010 Success Stories" genannt.
deepwave-blog.de
Mehr Informationen:
cbd.int
Successful Restoration of Mangrove Seedbanks in Southeast Coast of India.
Document.
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Das dieses Projekt ein Erfolg ist, zeigen diese Bilder hier:
Bilder/Photos:
Turnusmäßige Fotografien von der Mangrovenwiederaufforstung im Kanal (N0: B7) des Projekts Mangreen, zeigt
schrittweise wiederaufgeforstete Mangroven in vier Jahren. Bilder von links nach rechts: Fotografiert im Jahr 2006,
2007, 2008 und 2009.
Sequential Photographs of Mangrove Restoration Canal (N0: B7) in Mangreen Site showing gradual mangrove restoration
in four years. Pictures from the left to the right: Takes photos in 2006, 2007, 2008 and 2009.
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23.06.2010
Dokumentation: ZDFneo Welten
Shoreline - Faszination Südafrika (Teil 12)
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Von Durban nach Mtunzini. Südafrikas Küsten - 3000 Kilometer lang erstrecken sie sich von
Namibia auf der Westseite des Landes bis über das Kap hin entlang der Ostküste nach Mozambique.
Meeresbiologin Eleanor Yeld liegt bei den Winkerkrabben
(Uca spec.). Bilder © ZDF_neo, 2010
In 14 Folgen stellt die neue Doku-Reihe Shoreline einen ganz besonders schönen
Teil des Gastgeberlandes der WM 2010 vor. Vier einheimische Experten nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise
entlang der Südafrikanischen Küste und präsentieren auf charmante und authentische Weise die Städte, Menschen
und Kultur sowie Tier- und Naturwelt dieses außergewöhnlichen Landes.
neo.zdf.de
Gegen Ende der Dokumentation (38:21 Min.) begibt sich die Meeresbiologin Eleanor Yeld in die
Mangrovensümpfe von Umlalazi Nature Reserve (in der Provinz KwaZulu-Natal), dort wurden einmalige Bilder über
die Fauna gedreht und zeigt höchstwahrscheinlich ein Moschusböckchen ( Neotragus moschatus: vgl.
IUCN-Daten: ) und Affen
mit ihren Jungen bei der Nahrungssuche, verschiedene Winkerkrabben ( Uca spec.), „Rote Mangrovenkrabben“
(evtl. aus der Gattung: Pseudosesarma) die von Eleanor Yeld mit Mangrovenblättern gefüttert werden.
Wer diese Dokumentation nochmal ansehen möchte, hier der Link:
zdf.de/Shoreline---Teil-12
Der Link zur Homepage von Shoreline mit schönen Bildern und weiterführenden Informationen
(in Englisch) der 14-teiligen Dokumentationsreihe:
shorelinesa.co.za
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19.06.2010
Dokumentation: ZDFneo Welten
Shoreline - Faszination Südafrika (Teil 10)
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Von East London nach Port Grosveno (Cove Rock to Port Grosvenor).
Südafrikas Küsten - 3000 Kilometer lang erstrecken sie sich von Namibia auf der Westseite des Landes bis
über das Kap hin entlang der Ostküste nach Mozambique.
Bild oben: Die Meeresbiologin Eleanor Yeld hat für die University
of Cape Town bereits Forschungen über Parasiten an südafrikanischen Haien durchgeführt. Dabei konzentrierte
sie sich auf das Aufspüren und Beschreiben verschiedener neuer Spezies und deren ökologische Aspekte.
Für ihre Arbeiten hat sie verschiedene Preise gewonnen. Bild unten: Der Mangrovensumpf. Bilder © ZDF_neo, 2010
Südafrikas Küsten - 3000 Kilometer lang erstrecken sie sich von Namibia auf der Westseite des Landes bis
über das Kap hin entlang der Ostküste nach Mozambique. In 14 Folgen stellt die Doku-Reihe Shoreline einen ganz
besonders schönen Teil des Gastgeberlandes der WM 2010 vor. Vier einheimische Experten nehmen die Zuschauer mit
auf eine Reise entlang der südafrikanischen Küste und präsentieren auf charmante und authentische Weise die
Städte, Menschen und Kultur sowie Tier- und Naturwelt dieses außergewöhnlichen Landes.
neo.zdf.de
Der südafrikanische Schauspieler Peter Butler und sein Hund „ New Jack“ mit dem dreiköpfigen Expertenteam,
bestehend aus der Biologin Eleanor Yeld, der Historikerin Normalanga Mkhize und dem Archäologen Gavin Whitelaw
bereichern diese Dokumentation mit ihrem Wissen und Geschichten.
In diesem Bericht wird das drittgrößte Mangrovengebiet in Südafrika vorgestellt (ab der 28:56 bis 34:40
Min.). Graue, Schwarze und Rote Mangroven wachsen am Mkambati-Fluß (Mkambati River), ein schöner Anblick.
Wer diese Dokumentation nochmal sehen möchte, hier der Link:
zdf.de/Shoreline---Teil-10
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Leistenkrokodile (auch Salzwasserkrokodile oder Saltie genannt) nutzen
Meeresströmungen aus, um große Distanzen zurückzulegen. Das hat eine australische Forschergruppe um Dr. Hamish
Campbell herausgefunden, indem sie die Wanderungen von 27 Krokodilen mittels Sonarsendern über einen Zeitraum von
12 Monaten verfolgten. Die Reptilien begannen ihre Reise beim Gezeitenwechsel, wenn sie mit der Strömung
schwimmen konnten und pausierten, sobald sich die Gezeiten zu ihren Ungunsten änderten. Dieses Verhalten würde
auch erklären, wie sich die eigentlich schwimmfaulen Krokodile von Ostindien bis Australien ausbreiten konnten,
berichten die Wissenschaftler von der University of Queensland in Brisbane.
Leistenkrokodil (Crocodylus porosus) liegen meist
bewegungslos in der Sonne. Doch was nach Faulheit aus- sieht, ist pure Effizienz einer langen
Evolutionsgeschichte der Krokodile (Ordnung: Crocodilia). Bevorzugter Lebensraum des
Leistenkrokodils sind Flussmündungen und Mangrovensümpfe. Foto: © Ralf Theuer, 2007
Salzwasserkrokodile ( Crocodylus porosus) sind nicht gerade als die besten
Langstreckenschwimmer bekannt. Die bis zu sieben Meter langen Reptilien halten sich lieber in Mangrovensümpfen
und Flussmündungen auf. Dennoch umfasst ihr Verbreitungsgebiet eine Fläche von zehntausend Quadratkilometern von
Ostindien bis zu den Fidschi-Inseln, von Südchina bis Australien sowie im Süd-Pazifik. Doch wie konnten sich die
Schwimm-Muffel über ein dermaßen großes Gebiet ausbreiten? Zwar wurden bereits viele Exemplare Hunderte von
Kilometern vom Festland entfernt auf offener See gesichtet, doch gelöst wurde das Rätsel erst jetzt von Hamish
Campbell und seinen Kollegen.
Die Wissenschaftler benutzten akustische Peilsender und Satellitenortungssysteme, um ein Jahr lang jede
Bewegung der 27 erwachsenen Individuen zu studieren. Mit erstaunlichen Ergebnissen: Sowohl Männchen als auch
Weibchen unternahmen regelmäßig weite Reisen, teilweise bewegten sie sich bis zu 50 Kilometer vom Festland
entfernt auf dem offenen Meer. Den Beginn ihrer Reise machten die Krokodile dabei von den Gezeiten und den
Meeresströmungen abhängig: Sie legten sich so lange auf die Lauer, bis die Strömungen günstig waren – und machten
Rast am Ufer von Küsten und Inseln, sobald die Gezeiten wechselten.
Einige Krokodile unternahmen sogar noch viel längere Reisen. Ein 3,84 Meter großes Männchen ließ sich von den
Meeresströmungen über eine Strecke von 590 Kilometern treiben – in 25 Tagen. Dabei war die Reise perfekt
abgestimmt mit dem saisonabhängigen Auftreten von Strömungen im Golf vom Carpentaria in Nord-Australien. Ein
anderes 4,84 Meter langes weibliches Krokodil legte in 20 Tagen 411 Kilometer zurück und wartete unterwegs vier
Tage, bis die Gezeiten wieder wechselten und es die Reise fortsetzen konnte. Das Tier wanderte so von der
Kap-York-Halbinsel an der Ostküste durch die Straße von Torres (Torres Strait) zum Wenlock-Fluss (Wenlock river)
an der Westküste von Kap-York. „ Krokodile können über einen langen Zeitraum ohne Nahrung im Salzwasser
überleben, daher können sie es sich erlauben, nur zu reisen, wenn die Gezeiten günstig sind“, erklärt
Campbell. Dies würde nicht nur erklären, auf welche Weise die Krokodile zwischen den Inseln des Pazifiks
umherreisen, sondern auch, warum sie sich so weit ausbreiten konnten.
Quelle: The University of Queensland (Australien):
uq.edu.au/news
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Peri-Life.de übernimmt Patenschaft für zehn Mangrovenbäume in Südindien |
Mit dieser kleinen symbolischen Patenschaft unterstützen wir die Arbeit vom Projekt MANGREEN
(Mangrove Ecological Restoration in India) zum Schutz der Mangrovenwälder und für die Wiederaufforstung in der
Provinz Tamil Nadu.
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Gegründet würde das Projekt MANGREEN durch Dr. Onno Gross DEEPWAVE e.V. und dem Diplombiologen Vedharajan
Balaji, Gründer von OMCAR (Ocean Marine Conservation, Awareness, and Research), um die Bevölkerung bei der
Neupflanzung von Mangroven zu unterstützen.
Um mit gutem Beispiel voranzugehen, unterstützt Peri-Life.de die Wiederaufforstung der Mangrovenwälder in
Tamil Nadu. Wichtig ist vor allem die Rekultivierung der küstennahen Flora, damit Tiere einen Rückzugsraum finden,
in dem sie sich ansiedeln können. Weiterhin ist es von Bedeutung, den Betrieb der Mangrovenaufzuchtstation zu
erhalten. Dann werden in naher Zukunft die Fischer auf einen besseren Fang hoffen dürfen, wenn die Jungfische
wieder im Schutz der Mangroven aufwachsen können.
Der angenehme Nebeneffekt bei dieser Patenschaft ist gleichzeitig, der ortsansässigen Organisation OMCAR
helfen zu können, die sich für Sozialprojekte zur Stärkung der Gemeinschaft durch Selbstorganisation, sowie für
Schulungen und Bildung einer Infrastruktur einsetzt, um der Bevölkerung ein gesichertes Einkommen mit
Naturprodukten zu ermöglichen.
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Patenschaftsurkunde der DEEPWAVE e.V. |
Für die Renaturierung der Fauna und Flora des betreffenden Gebietes wurden zwei Mangroven-Arten
gepflanzt: vier Exemplare der Avicennia marina und sechs der Rhizophora apiculata.
Sie können zu diesem nachhaltigen Projekt beitragen, indem Sie selbst Mangrovenpate werden. Für nähere
Informationen zur Patenschaft einfach diesem internen Link hier folgen: Mangrovenpatenschaft!
Oder direkt zu MANGREEN: mangreen.org
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Mangroven in großer Gefahr -
Ölunfall im Golf von Mexiko droht zu einer großen Umweltkatastrophe zu werden
Interview: Ende vergangener Woche erreichte der Ölteppich im Golf von Mexiko die US-amerikanische Küste
und droht, zu einem der größten Ölunfälle zu werden |
Um im Schadstoffunfall schnell handeln zu können, ist eine Vorsorgeplanung seitens
des Küstenschutzes unerlässlich. Zur Vorsorgeplanung für das norddeutsche Wattenmeer entwickelten Küstenforscher
des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht das „Sensitivitätsraster Deutsche Nordseeküste II“, welches die
Sensitivitätsklassen der Küstenbereiche und Flussmündungen jahreszeitlich differenziert darstellt.
So wäre das Havariekommando Cuxhaven bei einem Ölunfall in der Lage, die vorrangig zu schützenden
sensitiven Regionen sofort zu identifizieren. Carlo van Bernem, Biologe am Institut für Küstenforschung in
Geesthacht, spricht über die Katastrophe am Mississippi-Delta. |
Inzwischen erreichte das Öl aus dem BP-Bohrloch im Golf von Mexiko die US-amerikanische
Küste.
Carlo van Bernem, Biologe am Institut für Küstenforschung in Geesthacht, erläutert im Interview die
Auswirkungen an der US-Küste und wie die Vorsorgeplanung für ähnliche Unfälle im deutschen Wattenmeer aussieht.
Foto: © GKSS |
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Wie kann jetzt schnell und zielgerichtet gehandelt werden,
nachdem der Ölteppich das Mississippi-Delta erreicht hat?
Carlo van Bernem: Das ist problematisch. Die Mangrovenküste ist morphologisch sehr differenziert und
der Küstenverlauf hochkomplex, es ist nahezu unmöglich, dort mit großem Reinigungsgerät vorzudringen. Wenn das
Öl in die Mangrovenwälder gelangt, kann man eigentlich nichts mehr machen.
Gab es in der Vergangenheit eine vergleichbare Katastrophe?
CvB: 1986 gab es einen Ölunfall bei Panama. Dieser wurde sehr gut untersucht. Ein Vorratstank mit
10.000 Litern Rohöl lief aus und verseuchte die Mangrovenwälder und Korallenriffe. Das hatte intensive
Schädigungen zur Folge. Die Pneumatophoren der Luftwurzeln wurden durch das aufgelagerte Öl verstopft.
Die Bäume im landwertigen Bereich starben fast flächendeckend ab, im seewertigen Bereich vor allem die
Sprösslinge. Bei den Korallen waren einige Bereiche sehr stark betroffen, was für den Küstenschutz eine
verheerende Wirkung hat, denn die Korallenriffe dienen als Wellenbrecher sowie Energieeinsammler und
-abschwächer.
Wenn Mangrovenwälder und Korallenriffe geschädigt sind und z.B. ein Hurricane über die Küste fegt, ist
die Küstenschutzfunktion stark beeinträchtigt. Zudem hat ein solcher Ölunfall langfristige Folgen, es gibt dort
viele dicht siedelnde Organismen, Winkerkrabben, Landkrabben, Austern, Schnecken oder Würmer, die bis zu ein
Meter tiefe Wohnröhren bauen
In diese Wohnröhren kann das Öl einsickern, dringt in alle Sedimentbereiche und kann dann mikrobiologisch
kaum noch abgebaut werden. Es gibt weltweit immer wieder Ölunfälle, die Korallenriffe und Mangrovenwälder treffen
aber hier hat man wirklich den Eindruck, dass es sich zu einem sehr großen Ölunfall entwickeln wird. |
Welche Tierarten in Meer und Küste sind am stärksten von der Katastrophe betroffen?
CvB: Am stärksten sind die betroffen, die unter der chemisch-toxischen Wirkung der löslichen
Bestandteile des Öls und der physikalischen Abdeckung der Ölschicht leiden, also die Organismen, die im
Küstenbereich leben. Sehr stark betroffen sind z.B. Jungkrebse sowie sämtliche Fisch- und Vogelarten.
Welche kurz- und langfristigen Schäden sind in den Ökosystemen zu erwarten?
CvB: Die Auswirkungen auf den Küstenschutz sind die bedeutsamsten. Langfristig werden Veränderungen
in den Populationsgefügen und Siedlungsgemeinschaften sowie Regenerationsprobleme sichtbar. Es kommt zum
Absterben der Mangrovenwälder und zu Beeinträchtigungen der vorgelagerten Korallen.
Die Regeneration von Mangroven dauert sehr lange. Bis die Wälder sich wieder regeneriert haben, können
mehr als 20 Jahre vergehen. Kurzfristig werden Folgen in der Fischerei zu spüren sein, Netze werden verschmutzt
und der Fang ist dann nicht mehr verkaufbar, die Organismen sterben, die Bestände reduzieren sich. Für örtlich
begrenzte Gebiete kann die Fischerei sogar auf Jahre hinaus zum Erliegen kommen.
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Wie genau käme das Sensitivitätsraster bei
einem Ölunfall im Wattenmeer zum Einsatz?
CvB: Das Raster dient vornehmlich der Vorsorgeplanung, das heißt, für besonders empfindliche Bereiche und
bestimmte Zeiten kann man lokale spezifische Bekämpfungsmaßnahmen für den Notfall entwerfen. Bei der Reparation
bzw. dem finanziellen Ausgleich eines Ölschadens weiß man außerdem genau, was dort angesiedelt war.
Man kann versuchen, im Raster besonders empfindliche Zonen durch mechanische Hilfsmittel mehr zu schützen
und die Reinigung bestimmter Zonen zu intensivieren. Außerdem können besondere Brutgebiete mit chemischen
Bekämpfungsmitteln gerettet werden, so dass kein Ölteppich auf der Oberfläche des Wassers treibt und die Vögel
schädigt.
Welche langfristigen Vorsorgemaßnahmen für Ölunfälle traf der amerikanische Küstenschutz?
CvB: Trotz der unendlichen Größe der Küste sind die Vorsorgemaßnahmen des amerikanischen
Küstenschutzes sehr weit fortgeschritten. Dort liegt der Schutz in den Händen der Abteilung zur
Katastrophenbekämpfung innerhalb der NOAA.
In Zusammenarbeit mit der Coast Guard stehen alle Möglichkeiten zur
Verfügung, effektiv Öl zu bekämpfen.
Allerdings hat mit einem derartigen Unfall niemand gerechnet. Hinzukommt die Abhängigkeit von den
Wetterverhältnissen, zur Zeit des Unfalls war die See extrem unruhig, so war es schwieriger, das Öl einzudämmen
und von der Oberfläche abzusaugen. Die See war zu stürmisch, um mit Sea Booms zu arbeiten.
Da ist man machtlos. Man kann dann noch dispergieren, aber wenn das Öl einige Tage alt ist und sich das
so genannte Chocolat Mousse gebildet hat, ist es chemisch nicht mehr bekämpfbar.
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Ergebniskarte für einen Ausschnitt im größeren Bereich der Elbemündung.
Foto: © GKSS | |
Gibt es im amerikanischen Küstenschutz vergleichbare Projekte wie das Sensitivitätsraster II?
CvB: Dort gibt es auch ein Sensitivitätsraster, das ist aber nicht so detailliert wie das unsere. Das
Raster für das Wattenmeer bezieht sich auf nur einen ähnlich hoch empfindlichen Küstensaum.
Am Mississippi-Delta sind die Mangroven insgesamt als empfindlich gekennzeichnet, es werden bis auf
Naturschutzgebiete, z.B. die Mississippi-Mündung, Hafenanlagen oder Marinas keine weiteren Unterschiede gemacht.
Detaillierter kann man das bei dieser riesigen Küste auch nicht machen. Was dort getan werden kann ist
auch getan worden. Die Ölbekämpfung war gut gerüstet aber man hat sehr viel Pech gehabt.
gkss.de |
Kurzer Rückblick: Am 21.04.2010 ereignete sich auf der Deepwater Horizon eine Explosion, dem ein
massiver Brand auf der Ölplattform folgte, bis am 22.04 die Plattform sank. Dass der Untergang der
Deepwater Horizon irgendwann relevant für die Mangroven News wird, habe ich im ersten Moment nicht
annehmen wollen.
Wie das Wall Street Journal berichtet 1,6, war der
Ölkonzern British Petrol (BP) kurz davor, einen großen Ölfund an der Stelle bekannt zu geben, an der die
Förderplatt- form versank. Anscheinend weist das betroffene Ölfeld einen ungewohnt hohen Erdgasdruck auf. Der für diesen Fall vorhandene
Blowout-Preventer 2, ein Sicherheitsventil direkt über dem Bohrloch einer jeden
Bohrinsel, ist für den Fall vorgesehen, dass Bohrschlamm, Rohöl und Erdgas unkontrolliert auszutreten drohen.
3 Im Fall der Deepwater Horizon hat das Ventil versagt.
Im nachhinein zeigt sich: Es ist nicht das erste Mal, dass es in der Bohrbranche Probleme mit den
Ventilen gibt. 4 |
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1. Foto: Flussdelta vom Mississippi, einer der fruchtbarsten Brutstätten für Marine-Arten auf der Erde vor der Ölkatastrophe. |
Experten haben laut ZDF Spezial (Sendung vom 30.04.2010) zusätzliche Sicherungsmechanismen gefordert, doch
haben sich die betroffenen amerikanischen Ölförderer dagegen gewehrt, darunter angeblich auch die Firma
BP. 5
Nur in Norwegen und Brasilien schreibt der Gesetzgeber den Einbau von zusätzlichen Sicherungsventile
(ein sogenanntes „ Acoustic Switch“-System “) für ein „ Extramaß an Sicherheit“ vor.
500.000 Dollar (rund 394.000 Euro) würde eine solche Notfallsicherung kosten, im Vergleich zu den
jetzigen Kosten und langfristigen Schäden, die diese Ölpest verursacht, wäre die doppelte Sicherung der
Bohrstelle deutlich günstiger gewesen als die jetzigen und zusätzlichen Aufwendungen in Milliardenhöhe.
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2. Foto: NASA-Bild vom 04.05.2010 |
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Es ist nicht nur Rohöl:
" Rohöl und Gas werden unkontrolliert von einer Leitung aus der Quelle freigesetzt", erklärte ein
Sprecher der Nationalen Meeres- behörden dem TV-Sender MSNBC. 6 Darüber hinaus berichtete der
Stern: „ Auf der Bohrinsel befanden sich beim Untergang auch schätzungsweise mehr als 2100 Tonnen Diesel - was
mit ihnen passiert, ist weiter unklar.“ 7 Mittlerweile sind es drei Öllecks, aus denen nach
momentanem Wissenstand (02.05.2010) pro Tag mehr als 670-700 Tonnen (> 800.000 Liter) sich ins Meer ergießen.
Was sich in Rauch auflöst, ist erst mal weg - von wegen!:
Es gibt Stimmen, die für das Abfackeln des Ölteppichs plädieren, weil er damit verschwinden und die Strände
nicht mehr bedrohen würde. |
Das dürfte so nicht ganz stimmen: Dass wir die direkten Auswirkungen der Katastrophe, den Ölteppich,
in Rauch auflösen, heißt nicht, dass dieses Verfahren keine Nachwirkungen für die Umwelt hat. Wird das giftige
Rohöl verbrannt, sind nur die unmittelbaren physikalisch-schädlichen Wirkungen des Öls beseitigt, etwa die
prototypische, ölverschmierte Möwe.
Wenn etwas verbrannt wird, entstehen zwangsläufig Abgase, die mehr oder minder viele Giftstoffe enthalten.
Unraffiniertes Erdöl besteht aus mehr als 17.000 Bestandteilen, darunter Schwermetalle (Eisen, Kupfer, Nickel
und Vanadium in einer Konzentration von mehr als 1000 ppm) 8 und so genannte polyzyklische,
aromatische Kohlenwasserstoffe ( PAK = Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) - kurz gesagt:
krebserregende Stoffe, die gleichzeitig erbgutverändernd wirken.
Aufgrund ihrer Langlebigkeit und Giftigkeit wurden 16 PAKs (eng.: PAH = Polycyclic
Aromatic Hydrocarbons) bereits in den 1980er Jahren von der US-Amerikanischen Umweltbehörde EPA als besonders
gefährliche Umweltschadstoffe eingestuft. 9
Zum Teil enthält Öl auch Schwefelverbindungen (Merkaptane, Thioether: 0,5-6 % ). 8 Diese Stoffe
werden als Brandrückstände im Meer verbleiben, die von Kleinstlebewesen (Plankton) und von Fischen aufgenommen
wird, oder in die Atmosphäre entlassen, von woher sie irgendwann mit dem Regen in die Böden eingelagert werden.
Selbst Dieter Schmidt, Abteilungsleiter Ölunfallbekämpfung im Seebereich des Havariekommandos in Cuxhaven,
nennt das Abfackeln des schwimmenden Öls „ eine brachiale Methode", weiter erläutert er:
" Das ist kein erprobtes Verfahren, das man mal so eben anwendet", sagt Schmidt,
" damit gibt es nur ganz wenige Erfahrungen, meist auf Versuchsbasis." 10 Dem
zufolge sind die Auswirkungen des Abfackelns für die Umwelt nicht abschätzbar.
20 Jahren nach der Exxon-Valdez:
Selbst 20 Jahre nach der größten Ölkatastrophe in der US-Geschichte, der Exxon-Valdez am 24. März 1989
in Alaska, messen Biosensoren noch immer eine erhöhte Konzentration an Schadstoffen in der Umwelt Alaskas.
11
Das Schiff ist übrigens noch immer im Dienst, wenn auch unter verschiedenen Namen, die mit dem Besitzer wechseln.
Da es sich bei Deepwater Horizon nicht um einen havarierten Öltanker handelt, könnte diese neu
angebohrte Ölquelle den Schaden, den damals die Exxon-Valdez verursachte, all die erläuterten Prognosen
und schlimmsten Befürchtungen weit in den Schatten stellen – und ich rede noch nicht einmal von den monetären
Schäden für die Fischer, Muschel- und Shrimpfarmen, oder die Tourismusbranche.
Auch Delphine und Wale sind durch brennendes Öl in Gefahr:
Da sich die Wanderrouten der Delphine und Wal in diesem Gebiet befinden, würde das großflächige Abbrennen
des Öls den Tod für diese Meeressäuger bedeuten: Die Tiere müssen irgendwann an der Wasseroberfläche Luft holen.
Tun sie dies in den Abschnitten, in den das Öl großflächig abgebrannt wird, verenden viele Wale und Delphine beim
Luftholen. Das artenreiche Mississippi-Delta und Tierschutzgebiet Pass á Loutre:
Am 25.04. machte ich mir nur sehr kurzfristige Gedanken und Befürchtungen um die Mangrovengebiete dieser
Region, und verfolgte diese Überlegungen auch nicht weiter - was sich mittlerweile als große Fehleinschätzung
meinerseits erwiesen hat. Ungeachtet der jetzigen Feststellungen und Schlussfolgerungen ging ich vor einer Woche
diesen gedanklichen Kurzeinblendungen nicht weiter nach.
Doch am 28.04.2010 titelte die TAZ: Ölpest bedroht Mangroven
Der Ölteppich vor der Küste Louisianas umfasst fast 1.000 Kilometer. Die US-Behörden erwägen, ihn
abzubrennen. Umweltschützer befürchten jedoch große Schäden.10 |
Die sichtbare und mediale Darstellung des Todes:
Als ersten wirklich sichtbaren Nachweis des Sterbens würden in den Medien wieder einmal Bilder von Öl
verklebten Seevögeln gezeigt. Wenn das Öl die Küstenregionen erreicht, werden wieder tausende Tiere langsam und
qualvoll zugrunde gehen. Neben den rund 160 Arten von Vögeln, die in diesem Gebiet ganzjährige heimisch
sind und den 244 weiteren Vogelarten, die dort überwintern oder rasten, gelten 42 Arten als stark
ge- fährdet oder stehen kurz vorm Aussterben. 12
Unter diesen befindet auch das Wappentier der USA, der streng geschützte Bald Eagle oder
Weiskopfseeadler ( Haliaeetus leucocephalus). Andere Arten wie Charadrius melodus
( Gelbfuß-Regenpfeifer), Sterna antillarum athalassos (eine Schwalbenart) oder der
Braunpelikan ( Pelecanus occidentalis). 12
Letzterer litt ehemals besonders unter dem Einsatz von DDT, nun kommt noch die Ölpest dazu.
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3. Foto: Ein aktuelles NASA-Bild - Öl erreicht die Chandeleur Inseln, in Louisiana
(05.05.2010) |
Auch die Population der Florida-Ente ( Anas fulvigula) könnte auch in
Mitleidenschaft gezogen werden, da diese sich in brackigen Gewässern mit ausreichendem Süßwasserzufluss aufhalten.
Gefährdete Fischarten & Krebstiere:
Es gibt keine umfassende Liste über die entlang der Golfküste von Louisiana gefundenen Meeresfischarten, aber
Ichthyologen schätzen, dass etwa 400 Arten im Seewasser des Staates vorkommen. 12
Beispielsweise sei der Laichplatz des bedrohten Blauflossenthunfischs ( Thunnus thynnus), über deren
Schutz in Doha gestritten worden sei, stark gefährdet. Der Fisch und sein Laich sind durch den Ölteppich bedroht.
Gleiches gilt für eine Unterart des Störs, den Golfstör ( Acipenser oxyrinchus desotoi)
12, der vom Meerwasser
ins Süßwasser vordringt, um dort abzulaichen. Auch diese Störart gilt im Bestand als stark gefährdet, zum Teil
wegen der Entwicklungszeit, die der Stör bis zum fortpflanzungsfähigen Tier benötigt: Das kann durchaus bis zu
28 Jahre dauern. Wenn in dieser Zeit durch die Ölverseuchung keine oder wenige Jungfische überleben,
könnte der Bestand förmlich kollabieren. Hinzu kommt noch die Gewissheit, dass eine vollständige Reinigung der
betroffenen Gebiete unmöglich ist.
Mississippi-Delta - das Lautlose und Bildlose sterben:
Die zerklüfteten Gebiete des Deltas, der sandig bis sumpfig Boden bietet eine große Aufprallfläche oder eine
hohe Kontaminations-Fläche. Die Strände von Alabama ließen sich mit heutigen Methoden relativ leicht reinigen,
aber es wäre mehr als eine Katastrophe, wenn der Ölteppich auf die Salzmarschen und Austernriffe des
Mississippi-Deltas träfe, denn eine Reinigung, wie sie an Sandstränden oder Wattflächen üblich und machbar ist,
wäre bei den dortigen Bodenbeschaffenheiten nahezu unmöglich. Die dort ebenfalls vorhandenen Mangrovenwälder sind
ein besonders empfindliches Ökosystem. Als gutes Beispiel kann man die Mangrovengattung Avicennia mit ihre
bleistiftdicken Luftwurzeln (besser beschrieben als Atemwurzeln, Pneumatophoren) heranziehen. Das komplexe
Wurzelsystem der Bäume würde durch das Öl daran gehindert, lebenswichtigen Sauerstoff aufzunehmen – die
Luftzufuhr würde unterbunden, die Pflanzen müssten absterben.
Folgende Mangroven-Arten würden in ihrem Bestand schwer getroffen: Die Schwarzen Mangrove
( Avicennia germinans), die Rote Mangrove ( Rhizophora mangle), und die Weiße Mangrove
( Laguncularia racemosa), die gelegentlich Pneumatophoren (Atemwurzeln) ausbildet.
Von früheren Ölkatastrophen weiß man, dass sich die Mangrovensümpfe nur extrem schwer und nur kostenintensiv
reinigen lassen. Noch nach Jahrzehnten sind dort bleibende Schäden nachweisbar.
So wie den Mangroven könnte es auch den Meeresschildkröten ergehen. In dem Gebiet betroffen wären folgende
Arten: die Unechte Karettschildkröten ( Caretta caretta), Atlantik-Bastardschildkröten
( Lepidochelys kempii), Lederschildkröten ( Dermochelys coriacea) in Küstengebieten und
vorgelagerten Inseln. Ganz besonders dann, wenn der frisch geschlüpfte Schildkrötennachwuchs über den Strand ins Meer muss.
Traurige Ausblicke und Befürchtungen:
Noch ist der Staat Florida weit weg vom unmittelbaren Gefahrenbereich und der Everglades-Nationalpark am
äußersten Zipfel Floridas anscheinend sicher, doch was ist, wenn es noch mehrere Monate dauert, bis es gelingt,
die Lecks zu stopfen oder vollständig zu versiegeln? Dann würden die Staaten am Golf von Mexiko direkt mit der
Hurrikansaison konfrontiert werden, und wenn dies eintrifft, scheint nichts mehr unmöglich zu sein, dann gibt es
unüberschaubare ökologische Probleme.
Wäre es nicht Zeit für einen radikalen und nachhaltigen Denkprozess in der Politik? Zumindest
ich bin der Meinung, das man nicht nur bei der Ölförderung einen offenen Blick auf die Risiken, die wir im
letzten Jahrhundert eingegangen sind, werfen muss – und nicht einfach alles Abnicken sollte, nach dem Motto:
Es wird schon gut gehen - „ Drill, Baby Drill!“.
Doch selbst wenn mit viel Glück das Worst-Case-Szenario ausbleibt, werden sich die im Öl und seinen
Abbauprodukten enthaltenen Giftstoffe oder das Ölbindemittel (vermutlich Corexit) mit langfristigen Folgen
in der Nahrungskette anreichern, das Nervensystem vieler Tiere und ihre Fortpflanzung beeinträchtigen, und diese
Giftstoffe finden in jedem Fall den Weg in die menschliche Nahrungskette. Wenn es nicht gelingt, die angebohrte
Quelle wieder zu versiegeln, dann wird die Exxon-Valdez Havarie in naher Zukunft im Vergleich wie eine
lockere Übung für den Ernstfall aussehen.
01 europe.wsj.com
02 wikipedia.org/en
03 welt.de
04 spiegel.de
05 ZDF Spezial: Ölpest vor der US-Küste (Sendung vom 30.04.2010: 19:20 Uhr)
06 spiegel.de
07 stern.de
08 cmapspublic.ihmc.us
09 wikipedia.org/de
10 taz.de
11 biotechnologie.de
12 Lester, Gary. D., et al., 2005: Louisiana Comprehensive Wildlife
Conservation Strategy. Louisiana Department of Wildlife and Fisheries. Baton Rouge. 455 pp.
Louisiana Department of Wildlife & Fisheries: Visit our website at wlf.louisiana.gov
Fotonachweis:
1. Satellite imagery Provided Courtesy of © NASA "Planetary Photo Journal"
2. © NASA image by Jeff Schmaltz, MODIS Rapid Response Team at NASA GSFC. The MODIS Rapid Response team provides daily images of this area. Caption by Michon Scott.
3. © NASA Earth Observatory image created by Jesse Allen, using EO-1 ALI data provided courtesy of the NASA EO-1 team. Caption by Holli Riebeek.
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27.04.2010
Der Verlust der Arten: Die Gefahr des Aussterbens der Mangroven und
geografische Gebiete von globaler Bedeutung
The Loss of Species: Mangrove Extinction Risk and Geographic Areas of Global Concern
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Mangrovenwälder im weltweiten Niedergang
Mehr als ein Sechstel der in den Mangroven vorkommenden Arten sind laut der ersten für die Rote Liste
Bedrohter Arten der IUCN durchgeführten Untersuchung des Erhaltungszustands der Mangroven derzeit wegen des
Ausbaus der Küsten und anderer Faktoren wie der globalen Erwärmung, Abholzung und Landwirtschaft vom Aussterben
bedroht.
In der Folge werden 11 von 70 untersuchten Arten (16 Prozent) auf die Rote Liste gesetzt. Dies betrifft
vor allem die Atlantik- und die Pazifikküsten Mittelamerikas, wo mehr als 40 % der vorhandenen Arten als vom
Aussterben bedroht betrachtet werden.
Mangroven sind lebenswichtig für Küstengemein- schaften. Sie schützen diese vor Schaden durch Tsunamis,
Erosion, und Stürme, und sind Brutstätten für Fische und andere Arten, von denen die Küstenbewohner leben.
Zusätzlich verfügen Mangroven über eine atemberaubend hohe Fähigkeit, Kohlenstoff aus der Luft zu filtern und
sind gleichzeitig Quelle und Lagerstätte für Nährstoffe und Ablagerungen anderer küstennaher Lebensräume des
Meeres, wie zum Beispiel Seegraswiesen und Korallenriffe.
Die Studie erscheint in dem naturwissenschaftlichen Journal
PLoS ONE.
Sie wurde ausgeführt von der
Global Marine Species Assessment Unit (GSMA), die ihrerseits Teil der Biodiversity Assessment Unit ist, einer
gemeinsamen Initiative der IUCN und von Conservation International, in Zusammenarbeit mit führenden Experten im
Bereich der Mangroven.
„Der potentielle Verlust dieser Arten ist ein Symptom der umfassenden Zerstörung und Ausbeutung der
Mangrovenwälder,“ sagt Beth Polidoro, wissenschaftliche Mitarbeiterin der GMSA an der Old Dominion Universität
und federführende Autorin der Studie. „Mangrovenwälder beherbergen viele Arten und bilden einen der wichtigsten
tropischen Lebensräume, ihr Verlust kann die Artenvielfalt sowohl im Meer als auch an Land in noch größerem Maße
beeinflussen.“
Mangrovenwälder entstehen, wo Salzwasser in tropischen und subtropischen Gebieten auf die Küste trifft.
Sie bilden das Bindeglied zwischen Land-, Süßwasser-, und Meeresökosystemen. Diese Wälder bewältigen Leistungen
am Ökosystem im Wert von jährlich mindestens 1,6 Milliarden US Dollar.
Zwei Mangrovenarten sind als vom Aussterben bedroht eingestuft, der höchsten Gefahrenstufe der Roten
Liste der IUCN, und bedürfen dringenden Schutzes: Sonnerathia griffithii und Bruguiera hainesii.
Sonnerathia griffithii ist in Indien und Südostasien heimisch, wo im Verlauf der vergangenen
sechzig Jahre 80 % der ehemals bestehenden Mangrovengebiete verloren gegangen sind. Bruguiera hainesii ist
sogar eine noch seltenere Art, die nur an vereinzelten Orten in Indonesien, Malaysia, Thailand, Myanmar,
Singapur, und Neu Guinea vorkommt. Schätzungen besagen, dass von dieser Art derzeit nur noch weniger als 250
voll entwickelte Bäume existieren.
„Der Verlust der Mangroven wird vernichtende Auswirkungen auf Wirtschaft und Natur haben,“ sagt
Greg Stone, Vizevorsitzender der Meeresschutz- programme bei Conservation International.
„Diese Ökosysteme haben nicht nur eine tragende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel, sie schützen auch einige
der dafür anfälligsten Völker dieser Welt vor extremem Wetter und bieten ihnen Nahrung und Auskommen.“ |
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Mangrove forests in worldwide decline
More than one in six mangrove species worldwide are in danger of extinction due to coastal development and
other factors, including climate change, logging and agriculture, according to the first-ever global assessment
on the conservation status of mangroves for the IUCN Red List of Threatened Species™.
As a result, 11 out of 70 mangrove species (16 percent) which were assessed will be placed on the
IUCN Red List. The Atlantic and Pacific coasts of Central America, where as many as 40 percent of mangrove
species are considered threatened, are particularly affected.
Mangroves are vital to coastal communities as they protect them from damage caused by tsunami waves,
erosion and storms, and serve as a nursery for fish and other species that support coastal livelihoods. In
addition, they have a staggering ability to sequester carbon from the atmosphere, and serve as both a source and
repository for nutrients and sediments for other inshore marine habitats, such as seagrass beds and coral reefs.
The study appears in the scientific journal
PLoS ONE.
It was carried out by the Global Marine
Species Assessment Unit (GMSA), which is part of the Biodiversity Assessment Unit, a joint initiative of IUCN
and Conservation International, together with the world’s leading mangrove experts.
“The potential loss of these species is a symptom of widespread destruction and exploitation of
mangrove forests,” says Beth Polidoro, Research Associate of the GMSA at Old Dominion University and principal
author of the study. “Mangroves form one of the most important tropical habitats that support many species, and
their loss can affect marine and terrestrial biodiversity much more widely.”
Mangrove forests grow where saltwater meets the shore in tropical and subtropical regions, thus
serving as an interface between terrestrial, fresh-water and marine ecosystems. These forests provide at least
US $ 1.6 billion each year in ecosystem services.
Urgent protection is needed for two mangrove species that are listed as Critically Endangered, the
highest probability of extinction measured by the IUCN Red List, Sonneratia griffithii and Bruguiera hainesii.
Sonneratia griffithii is found in India and Southeast Asia, where 80 percent of all mangrove area
has been lost over the past 60 years. Bruguiera hainesii is an even rarer species and grows only in a few
fragmented locations in Indonesia, Malaysia, Thailand, Myanmar, Singapore and Papua New Guinea. It is estimated
that there are fewer than 250 mature trees of the species remaining.
“The loss of mangroves will have devastating economic and environmental consequences,” says
Greg Stone, Senior Vice President of Marine Programmes at Conservation International.
“These ecosystems are not only a vital component in efforts to fight climate change, but they also protect some
of the world’s most vulnerable people from extreme weather and provide them with a source of food and income.”
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ARTE Reportage – Senegal: Der Mangroven-Wunder-Wald
Reportage von Dominique Hennequin (Frankreich 2010) am 20.02.2010 um 18.15 Uhr
auf Arte. |
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Als die Menschen im Senegal ihre Mangrovenwälder zu Holzkohle
verarbeiteten, vernichteten sie damit buchstäblich ihre Lebensgrundlage.
Denn die Mangroven in den Fluss-Deltas sind die Kinderstube für die Fische im Meer – dank des
Engagements eines einzigen Mannes, der Pionier dieses noch neuen Umweltbewusstseins gehört Haidar el Ali,
durch ihn haben die Menschen im Senegal den Wert der Mangroven inzwischen verstanden und somit Tausende
Hektar Mangrovenwälder Geschütz (7000 ha) oder wiederaufgeforstet.
Haidar el Ali und seiner Hilfsorganisation Océanium ist damit ein kleines afrikanisches Wunder gelungen.
Senegalese, aber im Libanon geboren, kam er vor 17 Jahren auf den guten Gedanken, sich für die
schwindenden Mangrovenwälder im Senegal starkzumachen, seine Devise: Handeln!
Mit seinem Wanderkino zieht er seitdem von Dorf zu Dorf und klärt die Menschen über die
Bedeutung der Mangroven auf, seine Filme hat er selbst produziert. So überzeugte er sie, 16 Kilometer
eines Flussdeltas zur Schutzzone zu erklären, und dort Mangroven-Setzlinge zu pflanzen, mittlerweile
sind 80000 Menschen diesem Aufruf gefolgt. Holzschlag und jede Form von Wilderei sind dort verboten.
Er bietet Mikrokredite an und verbindet sie mit der Auflage, die frisch gepflanzten kleinen
Mangroven zu schützen – mit großem Erfolg verbindet er wirtschaftliche Anreize mit dem Umweltschutz.
Inzwischen folgen 300 Dörfer von Casamance bis Siné Saloum seinen Ideen: Auf Hunderten Hektar wachsen
wieder Mangrovenwälder heran und mit ihnen nimmt der Fisch- und Artenreichtum in den Deltas von Senegal
wieder zu. In einem Schutzgebiet, das namentlich (leider) nicht genannt wurde, sind 35 neue Fischarten
zu verzeichnen. „ Doch „nur“ die Mangroven zu schützen wird nicht ausreichen“ (Haidar el Ali, 2010).
Videostream: Senegal: Der Mangroven-Wunder-Wald
Bilder von oben nach unten; Bild oben: Haidar el Ali überlegt, wie er dieses Gebiet
wieder renaturieren kann. © Arte; Bilder mittig: Keine leichte Aufgabe, die Biologie des Bodens ist
buchstäblich versalzt. Bild unten: Hier ein kleines Feld von jungen Mangrovenbäumen, jedes dieser
aufgeforsteten Stückchen ist ein kleiner Gewinn für die Fauna & Flora im Senegal das später auch den
Menschen zugutekommt. © Océanium.org
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UNIVERSUM: DIE KÜSTE DER MANGROVEN am 09.02.2010 20.15 im ORF 2
Die Mangrovenwälder Südafrikas sind faszinierende Landschaften zwischen den Elementen: |
Durch den Wechsel der Gezeiten wechseln sie unablässig ihren Charakter, die Welt zwischen Salz- und Süßwasser
ist ständig im Fluss. Hier kommen Bewohner sehr gegensätzlicher Milieus zusammen: Bullenhaie, Delfine und
Buckelwale leben neben Hippos, Krokodilen oder Affen. In dieser verkehrten Welt lauern Fische auf ins Wasser
fallende Früchte, wühlen Buschschweine nach Krebsen, jagen Kobras nach Fischen und Meerkatzen reiten auf
Antilopen. Den Gestaltern gelang es bei diesem über mehrere Jahre angelegten Dokuprojekt, eine ungewöhnlich
große Zahl noch nie gezeigter Verhaltensweisen zu filmen.
Gestaltung und Film von Michael Rosenberg: (VPS 20:15); GBR; Stereo; 16:9; Länge: 47 min; Teletext
Untertitel (Teletext S.777).
Wiederholung am 10.02.2010, 09:30 Uhr.
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21.01.2010
Tauchausrüstung für Tiger
WWF-Studie: Tiger der Sundarbans durch Wilderei, Waldrodung und Klimawandel bedroht
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© Dieter Gutmann / WWF
Berlin - Eine der größten Tiger-Populationen der Welt könnte bis zum Ende des
Jahrhunderts ausgestorben sein. Ihr Lebensraum, die Mangrovenwälder an der Küste von Bangladesch, ist nach den
Ergebnissen einer vom WWF geleiteten Studie durch den vom Klimawandel verursachten Anstieg des Meeresspiegels
bedroht.
„ Wenn wir die Auswirkungen des Klimawandels nicht in den Griff bekommen, werden die Tiger in den
Sundarbans nur mit Tauchausrüstung überleben können“, erklärt WWF-Tigerexperte Volker Homes. Auch wenn Tiger
sowohl in den im Winter schneereichen Wäldern Russlands als auch im tropischen Regenwald überleben können.
„ Der von Wissenschaftlern prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels würde die Anpassungsfähigkeit des Tigers
mit sehr großer Wahrscheinlichkeit überstrapazieren“, so Homes.
Wenn nicht sofort Schutzmaßnahmen ergriffen werden, könnten die Mangroven-Wälder mit all ihren
Naturschätzen, die Millionen Menschen ernähren, innerhalb der nächsten 50 bis 90 Jahre untergehen, so das
Ergebnis der Studie, die im „ Climatic Change“ Journal erschienen ist. Ein Anstieg des Meeresspiegels um
28 cm über den Stand des Jahres 2000 würde 96 Prozent des Tiger-Lebensraumes zerstören und die Population auf
wenige Exemplare minimieren.
Tiger sind weltweit bereits durch Wilderei und die Abholzung der Wälder bedroht. Ihr Verbreitungsgebiet
ist im letzten Jahrzehnt um 40 Prozent geschrumpft. „ Tiger werden für ihr Fell gejagt, ihre Knochen werden
illegal für die traditionelle asiatische Medizin genutzt und jetzt werden sie auch noch von den Auswirkungen
des Klimawandels bedroht“, so Homes. „ Wir befürchten, dass diese Vielzahl an Bedrohungen die majestätische
Raubkatze an den Rand des Aussterbens bringen wird.“
Die Sundarbans sind die größten, zusammenhängenden Mangrovenwälder der Erde. Das UNESCO Weltnaturerbe
verläuft entlang der Mündung des Ganges in Indien und Bangladesch. Sie sind nicht nur die Heimat für rund 200
Tiger, sondern auch für zahlreiche Arten von Reptilien, Fischen, Vögeln und Säugetieren.
Nach dem chinesischen Kalender beginnt am 14. Februar 2010 das „Jahr des Tigers“. Weltweit gibt
es nur noch rund 3200 Tiger in der Wildnis. Die Umweltschutzorganisation hat sich das Ziel gesetzt, die
Bestandszahl des Tigers in seinen wichtigsten Verbreitungsregionen bis zum Jahr 2022 zu verdoppeln.
wwf.de
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Predicted tiger habitat loss in the Bangladeshi
Sundarbans under increasing sea levels. Sea level is shown for eight elevations (year 2000 is baseline). The
land area that lies above the predicted sea level is shown in green. SLR impacts are only shown for the
Sundarbans, and not the surrounding land area
(In:Loucks C., et al., 2009).
Prognostiziert Tigerlebensraumverlust in den bangalischen Sundarbans, die zunehmend unter dem ansteigenden
Meeresspiegel versinken. Der Meeresspiegel wird in acht höhen Lagen gezeigt (Ausgangswert ist das Jahr 2000).
Die Fläche, die über dem prognostizierten Meeresspiegel liegt, ist grün markiert. SLR-Auswirkungen
(Meeresspiegelanstieg) werden nur für die Sundarbans gezeigt, und nicht für die umgebende Fläche
(In:Loucks C., et al., 2009).
Das Dramatische daran ist, es sind nicht nur die Tiger davon betroffen, es betrifft die gesamte Fauna und
Flora dieser Region.
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Datum: Immer aktuell..
Erstellt am: 27.07.2009
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Urkunde: © DEEPWAVE e.V. |
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Mit einer symbolischen Patenschaft könnt Ihr die
Arbeit von DEEPWAVE e.V. (Mangreen.org) zum Schutz der Mangrovenwälder und deren Lebensräume
unterstützen.
Nirgendwo sonst teilen sich Meeres- und Landlebewesen in solcher Fülle den gleichen Lebensraum wie
in Mangrovensümpfen. Die Lebensgemeinschaften der Mangroven sind einzigartig, weil hier
terrestrische Organismen in den oberen Stockwerken der Baum- und Strauchschicht siedeln, während
unter ihnen Meeresbewohner leben.
DEEPWAVE e.V. weist seit Jahren auf die Bedrohung der Meere hin und sucht nach geeigneten
Schutzmaßnahmen. In Zusammenarbeit mit der indischen Umweltschutzorganisation OMCAR (Ocean Marine
Conservation, Awareness and Research) und den Behörden unterstützt DEEPWAVE beispielsweise die
Einrichtung einer Mangrovenaufzuchtstation. Um interessierten Menschen einen direkten Bezug zu diesen
faszinierenden Bäumen zu ermöglichen, bietet DEEPWAVE Mangrovenpatenschaften an.
Wie kann ich Mangrovenpate werden?
Für nähere Informationen zur Patenschaft, einfach diesem internen Link hier klicken:
Mangrovenpatenschaft!
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15.10.2009
Mangrovenwald braucht bessere Pflege
Mangrove forest needs better care
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Zwei gegen das Meer:
Die Mangrovenbäume versacken in Müllhaufen im so genannten
Mangrovenschutzgebiet von Pantai Indah Kapuk, im Norden von Jakarta.
Foto: © JP/Desy Nurhayati |
Two against the sea:
Two mangrove trees are swamped by piles of garbage in the so-called protected mangrove forest
in Pantai Indah Kapuk, North Jakarta. Photo: © JP/Desy Nurhayati |
Müllhaufen scheinen ein gewohnter Anblick zu sein in der Umgebung des Angke Kapuk Mangrovenwald-
schutzgebiets an der Küste im Norden von Jakarta, entgegen den Bemühungen einiger
Umweltschutz- gruppen.
Diese Gruppen, die einige NGO's (Nichtregierungs- organisationen) und private Firmen umfassen,
hoffen, das 44,76 ha große Areal durch Um- pflanzung retten zu können, aber Überbewuchs und
Verschmutzung stellen eine Herausforderung dar.
In einigen Gebieten entlang des Küstenwalds wurden neu gepflanzte Mangroven durch Überflutung oder
Wellen weggespült.
"Dieses Gebiet wurde im vergangenen Juni durch eine Gruppe von Oberschülern neu bepflanzt. Es war
sauber, bevor eine große Welle die Bäume weg- und den Müll angeschwemmt hat," sagte Siti Bariyah,
eine örtliche Wachfrau.
"Sie (die Schüler) haben die Neupflanzung gut gemacht. Sie haben erst den Abfall entfernt und dann
200 Samen gesetzt, die Bäume gediehen gut. Es ist eine Schande, dass das Gelände jetzt wieder
voller Müll ist."
Um die Bäume vor Wellen zu schützen wurden Bambuszäune errichtet, aber die Zäune brechen zusammen,
sobald die Wellen zuschlagen.
"Wir reinigen das Gelände häufig, aber es braucht Zeit, die Trümmer wegzuräumen," sagt Siti.
Sie sagt, dass die Regierung früher die regelmäßige Instandhaltung und Neupflanzung betreute, aber
neuerdings kommen diese Aufgaben immer mehr privaten Firmen und anderen freiwilligen Gruppierungen
zu.
"Wir hoffen, dass sich bald Freiwillige finden, die hier sauber machen," sagte sie und fügte hinzu,
dass die Eltern der Schüler sich bereit erklärt hätten, das Gebiet wiederherzustellen, nachdem sie
genügend Geld gesammelt hätten.
Seit dem letzten Jahr seien einige private Unternehmen daran, die Gegend als Teil ihrer
eigendefinierten gesellschaftlichen Verantwortung neu zu bepflanzen, wie Schilder am Eingang des
Waldes besagen.
Jedes Unternehmen pflanzt dabei zwischen einigen Hundert und eintausend Sämlingen auf einmal.
Saut, ein in der Gegend wohnender Förster, sagt, dass Vertreter der Firmen hin und wieder den Wald
besuchten, um ihr jeweilig bepflanztes Gelände zu begutachten.
"Einige Firmen verteilen regelmäßig Gelder zur Instandhaltung an die Waldaufsichtsbehörde, aber es
gibt auch andere, die nur pflanzen und wieder verschwinden."
"Soweit ich weiß, wird die Pflege immer noch von der Waldaufsichtsbehörde teilfinanziert, aber es
gibt auch Unternehmen, die regelmäßig dafür bezahlen," sagt der Förster, der seit 20 Jahren hier
arbeitet.
Er sagt, es dauere vier bis fünf Jahre, bis die Mangrovenbäume ausgewachsen seien, und dass es
ständiger Sorgfalt bedürfe, die Mangroven nicht von Unkraut überwuchern und blockieren zu lassen.
"Wir sollten das Areal mindestens einmal im Monat jäten, sonst werden die Mangroven von wild
wucherndem Unkraut erdrückt."
Der geschützte Wald erstreckt sich über fast fünf Kilometer von Muara Angke, Pantai Indah Kapuk,
nach Kamal, Nord-Jakarta.
Der Wald wird vom Fluss Cengkareng Drain in zwei Teile geteilt.
Östlich vom Fluss befinden sich 16,26 ha auf 2,1 km Länge, während es im Westen 28,5 ha auf 2,2 km
sind.
Es gibt drei Wachtürme und drei Wachhäuser, sowie drei Müllcontainer, laut der offiziellen
Internetseite der Waldaufsichtsbehörde.
Um zum Wald zu gelangen, können Besucher durch den Pantai Indah Kapuk Häuserkomplex gehen, 800 m
weit nördlich vom Pantai Indah Kapuk Hospital, das sich in der Siedlung befindet.
Man kann den Wald auch mit einer zehnminütigen Bootsfahrt erreichen, ab Marina Beach im Ancol
Erholungspark in Richtung des Cengkareng Drain Piers.
Obwohl es immer noch einige verschmutzte Stellen gibt, haben sich die Bemühungen zur Erhaltung des
Mangrovenwaldes laut Nyoto Santoso, dem Vorsitzenden des Instituts für Mangrovenforschung und
-entwicklung, bedeutend verbessert
"Ich bin der Meinung, dass sich die Bedingungen sehr verbessert haben. Es gibt jedes Jahr mehrere
Pflanzungskampagnen, daher gibt es immer weniger Land für Neupflanzungen. Da die Neupflanzungen
bereits ausreichen, sollten wir uns auf den Erhalt des Bestandes konzentrieren."
Er fügte hinzu, dass die Anstrengungen der Waldaufsichtsbehörde zum Erhalt der Bäume effektiver
seien als in vergangenen Jahren.
"Früher gab es nicht einen Beobachtungsposten, mittlerweile haben wir so was."
Er sagte, es dauere eine lange Zeit, den Wald neu zu beleben, einschließlich der Erweiterung des
Geländes auf 63 Hektar.
"Bislang haben wir erst um drei oder vier Hektar erweitert."
Er empfahl die Errichtung von Mauern entlang der Küste, um die Wellen zu brechen, und die
Anbringung von Netzen, um den Müll zu sammeln, der durch die Wellen angespült werde.
Um Aufmerksamkeit auf den Erhalt des Walds zu lenken, stellen einige Umweltorganisationen aus der
Stadt technische Unterstützung für Freiwillige, die Bäume pflanzen, zur Verfügung. Eine davon ist
"Jakarta Green Monster".
"In der Regel empfehlen wir den Pflanzern, noch einmal halb so viele Sämlinge in der Hinterhand zu
haben, wie sie eigentlich pflanzen wollen, falls die erste Aussaat fehlschlägt," sagt Hendra Aquar
vom Jakarta Green Monster.
"Wir stellen zur Steigerung der Effizienz außerdem Sämlinge zur Verfügung, die schneller wachsen."
Ahmad Safrudin von der Außenstelle des indonesischen Forums für die Umwelt in Jakarta (WALHI) sagt,
dass das Wachstum der Mangroven im Küstengebiet des weiteren durch den Mangel an Brackwasser
behindert werde, das salziger als Süßwasser sei, aber weniger salzig als Meerwasser.
"Mangroven wachsen sehr gut, wenn sie einen ausreichenden Vorrat von Salzwasser in Kombin- ation
mit Süßwasser erhalten."
"In einigen Küstenabschnitten habe ich Mangroven gesehen, die bereits weggespült worden waren, dort
hat es nicht genügen Neupflanzungen gegeben."
Nyoto machte den Vorschlag, das Gebiet vor der Pflanzung von Bäumen unter Beachtung entwick-
lungshemmender Faktoren zuerst gründlich vorzu- bereiten, einschließlich der
Wasserversorgungslage und der Möglichkeit von Beschädigungen durch Wellen und Überflutungen.
"Wir sollten das Wachstum mindestens sechs bis zwölf Monate lang überwachen bevor wir eine
Bepflanzung vornehmen, abhängig von der Wachstumsrate. Wenn die Pflanze erst einmal erwachsen ist,
braucht es weniger Mühe, die zu erhalten, abgesehen vom Unkrautjäten."
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Piles of garbage seem to be a common sight around the Angke Kapuk protected mangrove forest in the
North Jakarta coastal area, despite the efforts of several environmentally friendly groups.
These groups, which include NGOs (Non-Governmental Organization) and private companies, hope to
conserve the 44.76-hectare forest through replanting, but are challenged by overgrowth and
pollution.
In some areas along the coastal forest, newly planted mangroves have been swept away by floods or
waves.
"This area was replanted in June last year by a group of high school students. It was clean before
a huge wave swept away the trees and brought the garbage here," said Siti Bariyah, a guard in the
area.
"They *the students* carried out the replanting well. They cleaned up the rubbish before planting
200 seedlings here, and the trees grew nicely. It's a shame the area is now full of rubbish again."
To protect the trees from being eroded by waves, there are bamboo fences installed along the
coastline, but the fences collapse whenever the waves strike.
"We clean up this area often, but it takes time to remove the debris," Siti said.
She said there used to be regular maintenance and replanting by the government, but now it
increasingly falls on private companies and other voluntary groups to take care of the area.
"We hope there will be volunteers willing to tidy up this area soon," she said, adding the
students' parents had also promised to restore the area after they managed to collect enough
money.
Since last year, there have been several private companies jointly replanting the area as part of
their corporate social responsibility program, as denoted by boards at the forest entrance.
Each company usually plants between hundreds and thousands of seedlings at once.
Saut, a forest ranger who lives in a nearby residential area, said the companies' representatives
occasionally visited the forest to monitor the area they had planted.
"Some companies regularly distribute maintenance funds to the forestry agency, but there are also
some others that only plant and then leave without notice."
"As far as I know, the maintenance is still partly financed by the forestry agency, although there
are companies that regularly pay for it," said the forester, who has been working in the area for
around 20 years.
He said it took four to five years for a mangrove to reach maturity, and that there should be
routine upkeep to prevent weeds from overgrowing and blocking the mangrove.
"We should weed the area at least once a month, or else the mangroves will be strangled by the
more vigorously growing weeds."
The protected forest stretches along nearly 5 kilometers from Muara Angke, Pantai Indah Kapuk to
Kamal, North Jakarta.
The forest is separated into two parts by the Cengkareng Drain River.
The east part of the river comprises 16.26 hectares of forest along 2.1 kilometers, while the west
part encompasses 28.5 hectares along 2.2 kilometers.
There are three monitoring towers and three guard posts, as well as three containers to collect
garbage, according to the forestry agency's official website.
To get to the forest, people can pass through the Pantai Indah Kapuk housing complex and go about
800 meters to the north from Pantai Indah Kapuk Hospital located inside the complex.
The forest can also be reached via a 10-minute boat trip from Marina Beach in Ancol recreational
park to the Cengkareng Drain pier.
Although there are still several polluted spots, the efforts to conserve the coastal mangrove
forest have significantly improved, according to Nyoto Santoso, executive director of the Institute
of Mangrove Research and Development.
"I think the conditions have greatly improved. There are many replanting campaigns every year, and
thus there is less land available for replanting.
"Since the replanting is already sufficient, we should now focus on preserving the trees."
He added conservation efforts taken by the forestry agency were now better than in previous years.
"They did not even have a monitoring post back then, but now they have."
He said it would take a long time to revitalize the forest, including expanding the area to 63
hectares.
"Currently, there have only been 3 or 4 hectares of expansion."
He recommended the construction of walls along the coast to break waves, as well as nets to collect
garbage brought by the waves.
To raise preservation awareness, some environmental organizations in the city provide technical
assistance for volunteers taking part in replanting the mangrove forests, including the
Jakarta Green Monster organization.
"We usually recommend the planters provide stocks of seedlings, as many as half of the total
seedlings they have planted, so that they can replant the seedlings whenever the first planting
fails," said Hendra Aquar, from the Jakarta Green Monster.
"We also supply seedlings that can grow faster in order to be more efficient."
Ahmad Safrudin, from the Jakarta chapter of the Indonesian Forum for the Environment (WALHI), said
the growth of the mangrove forest in the coastal area was further challenged by the short supply of
brackish water, which is more saline than plain water, but less saline than seawater.
"Mangrove can grow well if it receives an appropriate supply of salt water combined with plain
water."
"I noticed mangroves in several parts of the seashore have already been eroded, and there has not
been enough replanting there."
Nyoto suggested the area should be properly prepared before planting mangroves by considering the
factors that could hamper the growth, including the supply of water, as well as the possibility it
might be easily damaged by waves or floods.
"We should monitor the growth at least between six months and one year after we plant it, depending on the rate of growth.
"After the plant matures, it will take less effort to preserve, except to remove weeds."
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24.07.2009
ThyssenKrupp interessiert sich für Negativ PR im WWW
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Abb. 1: Hier deutlich zu sehen und rot
Unterstrichen, am 21.07.2009 hatten wir Besuch von: proxy.153016.thyssen.com.
Klick auf das Bild um es zu vergrößern.
Weitere Male durften wir TK begrüßen;
13.08.2009: proxy-tks01.thyssenkrupp.com
03.09.2009: proxy-tks02.thyssenkrupp.com
21.09.2009: proxy-tks01.thyssenkrupp.com
19.01.2010: proxy-tks01.thyssenkrupp.com
07.05.2010: 09:24 Uhr proxy-tks02.thyssenkrupp.com
06.12.2011: 13:15 Uhr proxy153094.thyssen.com
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Wir freuen uns, dass ThyssenKrupp die Artikel auf Peri-Life.de
wahrgenommen hat (siehe Abb. 1) und sich offensichtlich
auch Gedanken über den Umweltskandal in Brasilien macht.
Mit diesen Suchwörtern wurden wir gefunden (Abb. 2):
- thyssenkrupp academy baugrube
- thyssenkrupp csa companhia siderúrgica
Zwar sehen wir diese Entdeckung durch ThyssenKrupp mit etwas gemischten
Gefühlen, wenn man die Wahl der Suchwörter bedenkt, doch sind wir guter
Dinge, dass sich ThyssenKrupp um sein Image bei der Bevölkerung und
etwaige materielle Konsequenzen sorgt - auch wenn das in erster Linie
nur zum Nutzen des Unternehmens geschieht.
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Mit Hinblick auf die internationalen Negativschlagzeilen, die
ThyssenKrupp mit dem Baukonsortium CSA
(Companhia Siderúrgica do Atlântico) in Brasilien
durch Umweltzerstörung hervorrufen könnte, darf es
nicht verwundern, dass man sich in Düsseldorf um negative PR (Public
Relations) im WWW (World Wide Web) und der Presse sorgt.
Kann diese massive Mangrovenzerstörung wieder gut gemacht werden?
Der Verlust von rund 13000 Hektar Mangrovenwald ist kein Pappenstiel.
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Abb. 2: Dazu Suchwörter die Verwendung fanden, von mir auch
rot Unterstrichen. Klick auf das Bild um es zu vergrößern.
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Es muss sich noch einiges verändern, wenn ThyssenKrupp ernsthaft
an einem positiven und nachvollziehbaren Image interessiert ist,
dessen Propagierung, wie geschehen auf der offiziellen Webseite des
Konzerns, nicht in einem so krassen Widerspruch zu den Taten stehen. |
22.07.2009
Veranstaltung am Sonntag 26. Juli 2009 zum INTERNATIONALEN MANGROVENTAG
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Mehr Schutz für die Meere. Wir tun etwas dafür - helfen Sie uns dabei!
* 30 Prozent der weltweiten Mangrovenwälder sind schon vernichtet. * Tropische Küsten
brauchen einen Schutzwall gegen den Klimawandel. * Sanfter Tourismus und der Verzicht auf
Garnelen helfen. * Verbraucher gefordert. * Zentrale DEEPWAVE-Veranstaltung im Natureum–Museum. *
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Logo: © DEEPWAVE e.V. |
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Hamburg - Mangroven wachsen weltweit an Küsten, an denen brackige
Flussmündungen regelmäßig von der salzigen Gezeitenflut überschwemmt werden. Sie zählen neben
den Korallenriffen und Regenwäldern zu den produktivsten Ökosystemen der Erde.
In den Kronen leben Reptilien und Säugetiere. Wasservögel nutzen das reiche Nahrungsangebot und das
dichte Wurzelwerk unter Wasser gibt es Muscheln, Krabben, Schnecken, Austern, Algen, Seepocken
und Schwämme. Auf engstem Raum bieten die Mangroven eine Überlebensmöglichkeit für viele Tierarten.
Ein Drittel aller Meeresfischarten nutzt die Mangroven als Kinderstube.
Mangroven schützen zudem Korallenriffe vor Versandung und Überdüngung und sie verhindern an den
Küstenregionen die Erosionen und somit auch die katastrophalen Wirkungen von Flutwellen (und auch
Tsunamis).
Weltweit sind die Mangrovenbestände jedoch im Rückgang begriffen. Seit den 80er Jahren des letzten
Jahrhunderts wurde schätzungsweise ein Viertel der damals rund 20 Millionen Hektar Mangrovenwald auf
der Erde zerstört. Die Mangroven werden meist abgeholzt, um stattdessen Shrimpfarmen anzulegen,
die dann durch Chemikalien das Grundwasser verseuchen. Aber auch Hotelbauten, Hafenanlagen und
wachsende Städte tragen zum Verlust bei.
DEEPWAVE hat zusammen mit der indischen Umweltorganisation OMCAR in Südindien daher ein Projekt zur
Wiederaufforstung von Mangroven gestartet. Seit dem Jahr 2005 konnten mehrere Hektar Küstenland
schützen und haben mehr als 20000 neue Mangrovenbäume gepflanzt. Schirmherr des Projekts
MANGREEN ist der Bestsellerautor Frank Schätzing.
Zentrale Veranstaltung: Um auf die Bedeutung der Mangroven hinzuweisen, veranstaltet das Mangrove
Action Project jedes Jahr den Weltmangroventag. Am Sonntag den 26. Juli um 15 Uhr wird es dazu im
Natureum Niederelbe eine zentrale
Informationsveranstaltung geben, bei dem auch der Naturdokumentarfilm „Mangreen“ von Philip von
Zitzewitz zu sehen sein wird.
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1. Vorsitzender von DEEPWAVE e.V.:
Dr. Onno Groß
Meeresbiologe |
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Beirat:
Frank Schätzing
Bestsellerautor ("Der Schwarm") |
& Nikolaus Gelpke ("Mare" - Herausgeber), Petra Deimer (Walschützerin). |
DEEPWAVE e.V. „Mehr Schutz für die Meere.
Wir tun etwas dafür - helfen Sie uns dabei!“
Hegestrasse 46 D
20251 Hamburg
Telefon: 040/ 46 85 62 62 |
Fax: 040/ 46 85 62 63
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E-Mail: info@deepwave.org
Homepage: www.deepwave.org
Fotomaterial unter: MANGREEN-Pressebilder
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Foto: © Mangreen.org |
Urkunde: © DEEPWAVE e.V. |
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Mit einer symbolischen Patenschaft könnt Ihr die
Arbeit von DEEPWAVE e.V.
( Mangreen.org
= Mangrove Restoration and Ecology in I ndia) zum Schutz der
Mangrovenwälder und deren Lebensräume unterstützen.
Nirgendwo sonst teilen sich Meeres- und Landlebewesen in solcher Fülle den gleichen Lebensraum wie
in Mangrovensümpfen. Die Lebensgemeinschaften der Mangroven sind einzigartig, weil hier
terrestrische Organismen in den oberen Stockwerken der Baum- und Strauchschicht siedeln, während
unter ihnen Meeresbewohner leben.
DEEPWAVE e.V. weist seit Jahren auf die Bedrohung der Meere hin und sucht nach geeigneten
Schutzmaßnahmen. In Zusammenarbeit mit der indischen Umweltschutzorganisation OMCAR (Ocean Marine
Conservation, Awareness and Research) und den Behörden unterstützt DEEPWAVE beispielsweise die
Einrichtung einer Mangrovenaufzuchtstation. Um interessierten Menschen einen direkten Bezug zu diesen
faszinierenden Bäumen zu ermöglichen, bietet DEEPWAVE Mangrovenpatenschaften an.
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Mangrovenpate bei DEEPWAVE zu sein bedeutet, direkt Anteil am Schutz und der Erforschung von
Mangroven teilzunehmen. Gleichzeitig unterstützen die Patenschaftsnehmer unsere Schutz- und
Forschungsarbeit.
Was erwartet Sie als Mangrovenpate bei DEEPWAVE e.V.?
Sollte eine Patenschaft infrage kommen, so erhalten Sie eine Patenschaftsurkunde und ein Infoblatt
zu ihrem „Paten“. Darüber hinaus erhalten Sie von uns auch in Zukunft Informationen über unsere
Arbeit bezüglich ihres Patenbaumes und nehmen so direkt Teil an unserer Arbeit zum Schutz und der
Erforschung dieser einzigartigen Pflanzen. Die Patenschaften stehen dabei symbolisch für die
jeweilige Mangrovenpflanzung. Wir vermitteln dabei keine Patenschaft zu einem bestimmten Individuum,
sondern eher zu einem Stückchen Wald.
Wie kann ich Mangrovenpate werden?
Eine Mangrovenpatenschaft bei DEEPWAVE kostet 50 € im Jahr und hat eine Laufzeit von mindestens
einem Jahr. Die Patenschaft verlängert sich um jeweils um ein weiteres Jahr, sofern nicht innerhalb
des laufenden Patenschaftsjahres gekündigt wird. Wenn Du Interesse an einer Patenschaft hast, so
setzen Dich bitte mit uns in Verbindung. Patenschaften eignen sich übrigens auch ideal als Geschenk! Wir stehen Dir gerne jederzeit für nähere Informationen zur Verfügung.
Für eine Mangrovenpatenschaft eine E-Mail an: info@deepwave.org,
oder ganz einfach von Peri-Life.de aus eine E-Mail schicken.
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, deshalb sollte Javascript aktiviert werden.
Sende bitte folgende notwendige Angaben für eine Kontaktaufnahme:
Name, Vorname, Straße, PLZ und Ort, Email sowie optional Ihre Telefonnummer und den nachstehenden
Bestelltext.
Bestelltext: Hiermit bestelle ich eine symbolische Mangrovenpatenschaft zum Preis von 50 € im Jahr.
Die Patenschaft hat eine Laufzeit von mindestens einem Jahr und verlängert sich jeweils um ein
weiteres Jahr, sofern nicht innerhalb des laufenden Patenschaftsjahres gekündigt wird.
Als Bezahlform empfiehlt DEEPWAVE e.V. die direkte Überweisung:
Stichwort: Mangrovenpatenschaft
Bank: HASPA
Kontonummer: 1208 116 713
BLZ: 20050550
Betrag: 50,00 € |
15.07.2009
Am 26. Juli ist Mangrovenaktionstag! Mangrove Action Day is July 26th
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Feiern Sie mit der MAP (Mangrove Aktion Projekt)
den Mangrovenaktionstag am 26. Juli!.
Machen Sie mit beim jährlichen Aufruf zum Mangrovenaktionstag am 26. Juli 2009!
Mitglieder und Ehrenamtliche des MAP aus der Gegend von Seattle werden beim 35. Alljährlichen
"Ballard Seafood" Fest vom 25. bis 26. Juli anwesend sein und in Gesprächsrunden mit Konsumenten über
die Probleme der weltweiten Shrimpszüchtung diskutieren. Wir werden somit unsere Kampagne zur
Steigerung des Verbraucherbewusstseins unter dem Motto „Weniger Shrimps, mehr nachdenken“ fördern.
Was werden Sie oder Ihre Organisation an diesem Tag tun? Wir sammeln derzeit noch Informationen
über andere geplante Veranstaltungen, die an den weltweiten Aktionsaufruf für Mangroven erinnern,
den ihre Organisation am 26. Juli organisiert.
Bitte senden Sie uns Ihre eigenen Pläne für diesen internationalen Mangroventag!
Das MAP wird alle Mitglieder unseres Netzwerks in ihren Plänen und Aktionen zur Globalen Aktion am
26. Juli voll unterstützen. Wir bitten darum, dass Sie und/oder Ihre Organisation sich uns in
unserem weltweiten Protest gegen die anhaltenden Verluste des Ökosystems Mangrovenwald und der
örtlichen Gemeinschaften, die von den Mangroven und ihrem Lebensraum abhängig sind, anschließen.
Bitte senden Sie uns Ihre Absichten, wie Sie auf diesen internationalen Tag für Mangroven in Ihrer
Region oder in Ihrer Gemeinde aufmerksam machen wollen! Wir möchten Ihre Aktionspläne und Ideen
gern wiederum mit unserem globalen Netzwerk teilen. Wir freuen uns darauf, in dieser Angelegenheit
bald von Ihnen zu hören! |
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Join MAP (Mangrove Action Project)
in celebrating Mangrove Action Day on July 26th.
Please join us all on 26 July 2009 for the Annual Call On Mangrove Action Day!
MAP staff and volunteers based in the Seattle area will be attending the 35th Annual Ballard
SeafoodFest on 25-26 July, tabling at this popular Seattle event and talking with consumers about
the problems of shrimp farming worldwide. We will be promoting our "Shrimp Less, Think More"
Consumer Awareness Campaign.
What will you or your organization be doing on this day? We are now collecting news about other
planned events to commemorate the global call for action for the Mangroves that your organization
is organizing for 26 July.
Please write us to share your own plans for this international day for the mangroves!
MAP wishes to lend our full support to the plans and actions of all our network members for Global
Action on 26 July 2008. We ask that you and/or your organizations please join us all in a global
protest against the ongoing losses of the mangrove forest ecosystems and the local communities that
depend upon the mangrovess for their lives and livelihoods. Please send us your regional or local
plans for actions that are meant to commemorate this international Day for the Mangroves! We would
like to again share your plans and ideas with our global network. We look forward to hearing from
you soon in this regard! |
Meldet euch dort, jede Stimme zählt. Auch ohne konkrete Vorstellungen wie ihr diesen Tag verbringen wollt!
Hier sicherheitshalber nochmal die E-Mail-Adresse, für alle Fälle: mangroveap@olympus.net
Betreffzeile: Gesendet von Peri-Life.de; 26. Juli ist Mangrovenaktionstag (Danach Dein Text)
Betreffzeile: Response of Peri-Life.de: Mangrove Action Day on July 26th
Betreffzeile: (Then insert Your text)
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26.04.2009
Mangroven schützen Menschenleben bei tropischen Stürmen
Mangroven verankern sich mit ihren Wurzeln fest im Boden und bilden einen starken Schutz der Küste. |
Jetzt ist der wissenschaftliche Beweis erbracht, dass die Mangrovenwälder Menschen in
küstennahen Gebieten vor der tödlichen Gewalt von Tropenstürmen schützen. Wissenschaftler der
Duke University in Durham, North Carolina, um Jeffrey R. Vincent, werteten für ihre Studie Daten
von mehreren hundert Dörfern an der Ostküste Indiens aus.
Dabei bestätigten sie die Vermutung, dass in Orten mit einem breiteren Mangrovengürtel bedeutend
weniger Tote zu beklagen waren als in jenen mit einem schmaleren Mangrovenstreifen oder gar
keinen dieser Pflanzen. In Dörfern ohne Mangrovenschutz starben nach der statistischen Analyse
bis zu zehn Menschen je Dorf. Bei einem Kilometer Mangrovengürtel waren es rund 4 Tote, bei
drei Kilometern noch einer.
Erhalt auch wirtschaftlich sinnvoll!
Zugleich weisen die Forscher in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften
PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences)
darauf hin, dass mit Hilfe von Frühwarnsystemen sicherlich mehr Leben gerettet werden könnte.
Dennoch sei die Erhaltung von Mangrovenwäldern sinnvoll und auch wirtschaftlich gerechtfertigt.
Mangrovenwälder wachsen nicht nur im Salzwasser. Sie verankern sich mit ihren Wurzeln fest im
Boden und bilden mit diesem dichten Geflecht einen starken Schutz der Küste. Zugleich sind
Mangroven bedeutende "Kinderstuben" für viele Meerestiere und damit auch wirtschaftlich sehr
wichtig.
Die Forscher begrenzten ihre Aussagen auf tropische Stürme, gewaltige Flutwellen wie bei dem
Tsunami in Südostasien Ende 2004 untersuchten sie nicht. Die Studie hat einen Zyklon zum Thema,
der im Oktober 1999 den indischen Bundesstaat Orissa an der Ostküste Indiens heimsuchte.
Der Sturm traf am 29. Oktober aufs Land und riss den Angaben zufolge fast 10.000 Menschen in
den Tod, mehr als 70 Prozent ertranken in der Flutwelle. Für ihre Studie werteten die
Wissenschaftler Daten aus 409 Dörfern aus, die ursprünglich von Mangroven umgeben waren.
Im Durchschnitt betrug die Breite der Mangroven in den Orten im Jahr 1999 etwa 1,2 Kilometer,
1944 waren es noch 5,1 Kilometer gewesen. Die gesamte von Mangroven bewachsene Fläche verringerte
sich in dem Zeitraum von 30.766 Hektar auf 17.900 Hektar.
Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass Mangroven nur in einem Radius von etwa zehn Kilometern
ab der Küste einen relevanten Schutz boten. In dem Zyklon von 1999 hätten die Pflanzen einen
wesentlichen Effekt gehabt, ohne sie wären weit mehr Menschen ums Leben gekommen. Diese Folgerung
werde in ihrer Studie belegt und sei statistisch haltbar, da die Forscher nach eigenen Angaben
zahlreiche Variablen berücksichtigten, um die Rolle der Mangroven bewerten zu können.
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Stahl für den Export, Müll vor Ort
Heftige Kritik an ThyssenKrupp-Hüttenwerk in Brasilien
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Der Bau eines gigantischen Stahlwerks durch ThyssenKrupp in Brasilien bringt
Umweltschützer und Menschenrechtler auf die Barrikaden. Brasiliens Regierung finanziert
das Mega-Projekt mit.
"Für ThyssenKrupp Steel ist das neue Stahlwerk ein Jahrhundertprojekt. Und der Schlüssel für
eine Vorwärtsstrategie, die das Unternehmen in eine dauerhaft erfolgreiche Zukunft führt",
so die Selbstdarstellung
(Film:
zur Eigenvermarktung) des deutschen Stahl-Multis. Mit der derzeit größten deutschen
Auslandsinvestition von 4,5 Milliarden Euro will ThyssenKrupp die wachsende Nachfrage nach
hochwertigen Stahlplatten befriedigen. Das Hüttenwerk samt eines dazugehörigen Exporthafens soll
ab Ende 2009 5,5 Millionen Tonnen Stahl nach Europa und Nordamerika exportieren und sowohl in
Deutschland wie in Brasilien langfristig Arbeitsplätze schaffen. Der weltweit zehnte größte
Stahlkonzern will mit Hilfe der großen Eisenerzvorkommen in Brasilien seine globale Marktposition
ausbauen.
Die Vorwürfe von Umweltschützern, Arbeitsrechtlern und Anwohnern gegen das Baukonsortium CSA
(Companhia Siderúrgica do Atlântico), dem neben ThyssenKrupp auch der größte brasilianischen
Bergbaukonzern Vale angehört, sind happig. Zum einen geht es um den mit Kadmium und anderen
Schwermetallen vergifteten Schlamm, den die Bauarbeiten zwischen Flussmündungen und dem offenen
Atlantik aufwirbeln. Er stammt von anderen Industrieanlagen, die vor über 20 Jahren ihren Betrieb
in der Region eingestellt haben. Die Vergiftung des Wassers hat nach Aussagen der Fischer vor Ort
fast alles Leben in der Bucht und teilweise auch in der Uferregion abgetötet. Über 8000
Fischerfamilien, zusammen an die 40 000 Menschen, klagt die Fischervereinigung Apescari,
hätten ihren Lebensunterhalt im Laufe des Jahres 2008 verloren.
Hinzu kommen die Schäden an den Mangroven in den Baía Sepetiba, die laut brasilianischen Gesetzen
geschützt sind. Aufgrund der Vielzahl von Umweltschäden hat die brasilianische Umweltbehörde
Ibama erfolglos mehrfach einen Baustopp verhängt.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die Arbeitsrechte, die nach Aussagen von Gewerkschaftern auf der
Megabaustelle missachtet werden. Mehrfach kam es zu Kontrollen seitens der für Arbeitsrecht
zuständigen Staatsanwaltschaft, die Verletzungen von Arbeitsverträgen und fehlende Schutzmaßnahmen
monierte und schließlich ebenfalls einen Stopp der Arbeiten anordnete.
Dass die Bauarbeiten bisher keinen Tag eingestellt wurden, führen die Kritiker -
unter ihnen die renommierte Nichtregierungsorganisation Pacs (Instituto Políticas Alternativas
para o Cone Sul), die mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in São Paulo die Schäden
dokumentiert, - auf die Interessensallianz der Konzerne und der Regierung zurück.
Das mit Abstand größte Stahlprojekt in Lateinamerika ist Teil des ehrgeizigen
Investitionsprogramms PAC, das sich Präsident Luiz "Inácio" Lula da Silva auf die Fahnen
geschrieben hat. Es beinhalten mehrere große Bauvorhaben im ganzen Land, die fast alle von
Ökologen und Menschenrechtlern kritisiert werden. Nicht nur Lula, auch die Regierung des
Bundesstaaten Rio de Janeiro hat großes Interesse an der großen Investitionssumme und dem
Versprechen, tausende Arbeitsplätze zu schaffen.
Doch auch um diese Arbeitsplätze gibt es Streit. Die CSA hat Hunderte von chinesischen
Gastarbeitern einfliegen lassen, statt der lokalen Bevölkerung Arbeit anzubieten. Tausende
Gastarbeiter, die kaum Kontakte zu ihren Umgebung haben, sollten es eigentlich sein. Doch
Gewerkschafter verhinderten, das die ThyssenKrupp-Baustelle eine fremdsprachige Insel mitten
in Brasilien wurde.
Mittlerweile sieht sich die CSA einer Vielzahl von Klagen vor Gericht ausgesetzt, in den es
um millionenschwere Entschädigungszahlungen, Streit um Baugenehmigungen und
Arbeitsrechtsverletzungen geht. Zudem wird thematisiert, wieso der Staat dem Konsortium
großzügige Steuergeschenke machte, obwohl das Werk ausschließlich für den Export produziert
und vor Ort nur viel Müll hinterlässt.
Zugleich fällt auf, wie wenig all diese Vorwürfe in der Öffentlichkeit bekannt sind. In den
kritischen Studien über das umstrittene Stahlwerk finden sich Hinweise, dass die
Unternehmensleitung zum Schutz der Anlage auf die berüchtigten Milizen zurückgreift,
die seit mehreren Jahren in ganz Rio de Janeiro ihr Unwesen treiben. Diese paramilitärischen
Gruppen vertreiben Drogenhändlerbanden aus den Armenvierteln, um daraufhin Mafiastrukturen zu
errichten, die jegliche staatliche Ordnung ausschließen. Sie bestehen zumeist aus ehemaligen
oder aktiven Polizisten und werden für unzählige Morde und andere Schwerverbrechen verantwortlich
gemacht.
Stichhaltige Informationen zu diesen Organisationen zu bekommen, ist genauso schwer wie
gefährlich. Anonym erklären Menschen aus der Region, dass die Milizen mit im Spiel sind
und auch schon Kritiker bedroht haben. Mysteriös und bislang nicht aufgeklärt sind auch
mehrere Todesfälle auf dem Betriebsgelände. Vergangenes Jahr war bei einem Schiffsunfall
ein Fischer schwer verletzt worden, ein anderer war verschwunden. Als nach mehreren Tagen
seine Leiche gefunden wurde, stießen die Suchtrupps im Schlamm auf drei weitere Leichen in
Arbeitskleidung. Den Anwälten der Fischer und Umweltaktivisten ist es bis heute nicht gelungen,
hinreichende Informationen zu dem Vorfall zu bekommen.
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Autor: Andreas Behn, Rio de Janeiro
Quelle: Universität Kassel www.uni-kassel.de
Diese Artikel durfte ich mit freundlicher Genehmigung von Herr Ling (Nord-Süd-Forum) verwenden.
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Riesen Projekt: Stahlwerk - von Zerstörung und Aufbau
Es sind immer wieder solche Artikel die mich nachdenklich stimmen.
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Auf der Suche nach Mangroven News entdeckte ich diese Beiträge:
Vom 28.07.2008
Männer, Moskitos und Mangroven von Alexander Busch
Deutscher
Stahlkonzern holzt Mangroven ab und verseucht Meeresbucht in Brasilien
vom 16.05.08 Autor: Norbert Suchanek
14.Mai 2008
Stahlriese ThyssenKrupp soll Meeresbucht in Brasilien verseuchen (ngo)
Stahlwerkkomplex Thyssen-Krupp - Vale do Rio Doce:
Forschungs- und
Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. (FDCL)
Die Zahlen sprechen für sich
Die Idee für das neue Werk entstand 2004. Seit September 2006 wird in Sepetiba,
einem feucht-heißen Mangrovengebiet am Atlantik, 50 Kilometer westlich von Rio de Janeiro,
ein Stahlwerk gebaut. Inzwischen hat das Großprojekt 3,7 Milliarden Euro verschluckt,
0,7 Milliarden Euro mehr als ursprünglich geplant waren.
Das ist die größte Stahlschmelze außerhalb Deutschlands und zugleich die größte private Investition
in Brasilien seit zehn Jahren. Auf neun Quadratkilometer entstehen hier verschiedene Gebäudekomplexe
inklusive einer eigenen Hafenanlage, Hochöfen, Kokerei, Kraftwerk, Sinteranlage und das eigentliche Stahlwerk.
Auf dieser Baustelle arbeiteten ursprünglich 10.000 Personen, die im Laufe der Zeit um weitere 6 000 Arbeiter
aufgestockt wurden. Darunter befinden sich 600 Mitarbeiter von ThyssenKrupp und ebenso viele chinesische
Arbeiter mit befristeten Visa für den Bau der Unterdruck-Kokerei.
Eine Verteuerung der Projektkosten ist nicht auszuschließen,
und sicher dazu beigetragen haben die Wetter- und Bodenverhältnisse im weichem Mangrovenschlamm -
wobei die Moskitos die eigentlichen Herren der Situation sind.
Der Leitende Ingenieur gab an, das 90 % aller Rammen Brasiliens hier eingesetzt seien:
"Viele davon hätten gute Chancen, ins Technikmuseum zu kommen."
1200 km Pfähle wurden mit Hilfe dieser Rammen in den Boden Getrieben,
um die dortigen Bodenverhältnisse für das Projekt stabilisieren zu können.
Das sind 1 200 000 Meter Material, das in den Boden gerammt wurde, da der Baugrund sich als "unerwartet"
instabil erwiesen hat.
Eine fast vier Kilometer lange Rampe steht jetzt auf Pfählen, die vom ehemaligen Mangrovensumpf bis ins Meer ragt.
Von dort aus wird Kohle angeliefert und Stahl wegverschifft. Erst drei Kilometer vom Ufer weg konnte eine optimale
Tiefe für die Frachter aus Panama ermöglicht werden. Auch der Eisenerzriese Companhia Vale do Rio Doce (CVRD)
beteiligt sich an dem Projekt mit einer Schienenstrecke mit Verladeflächen von Ihren Eisenerzmienen, die 1000
Kilometer entfernt liegen, um Erz anzuliefern.
Löcher oder Baugruben füllen sich sofort mit Brackwasser. Trotz aller widrigen Umstände,
der schwierigen Situation sollen die Pläne, vor allem die Anforderungen und Standards des
Mutterkonzerns vorangetrieben und durchgesetzt werden.
Im März 2009 sollte der erste Stahl vom "Band" laufen, jetzt musste ThyssenKrupp verkünden,
dass die erste Stahlbramme - so nennen Stahlwerker die erste Form des frisch gegossenen Stahls -
das Riesenstahlwerk erst ein halbes Jahr später als gedacht verlassen wird. Die Gründe für die 20%ige
Verteuerung des Projektes sind: Fehlendes Baugerät, das erst teuer importiert werden musste,
eine Währungsaufwertung des dortigen Reals und die damit verbundene Verteuerung der Arbeitslöhne. Nicht zu letzt
drückte die Natur, das heißt die dortigen Verhältnisse, die Kosten nach oben.
Am Abschluss der Bauvorhabens, entstehen in dem Gigantischem Stahlwerk 3500 neue Arbeitsplatze.
Von Brasilien aus werden zwei Millionen Tonnen Stahl nach Duisburg verschifft, dort für die
osteuropäischen Märkte weiterverarbeitet. Weitere drei Millionen Tonnen des Stahls werden nach
Mount Vernon, zu einem neuen Stahlwerk in Alabama (USA), exportiert. Der Projektleiter lässt durchblicken:
"Die Anlage lässt sich problemlos auf zehn Millionen Jahrestonnen verdoppeln."
Tatsachen der Umweltzerstörung
Die letzten verbliebenen der 8000 Fischer von Sepetiba beklagen in verständlicherweise den extremen Rückgang
der Fischbestände, und der verbliebene Rest der Tiere ist mit Schwermetallen belastet. "Das Stahlwerk entsteht
innerhalb eines Naturschutzreservats, in dem die Fische der Bucht laichen und heranwachsen", erläutert
Ivo Siqueira Soares (Interview vom 16.05.08), Präsident der Vereinigung der Fischer von Pedra de Guaratiba.
Zum einen vernichtete ThyssenKrupp während der Bauarbeiten viertausend Quadratmeter für die Meeresökologie
wichtigen Mangrovenwald. Zum anderen setzte das Ausbaggern des Fahrrinne und des vorgesehenen Hafenbeckens
mit seinem vier Kilometer langen Pier für Riesenfrachtschiffe hochgiftigen mit Schwermetallen belasteten
Abraumschlamm eines früheren Minenbetriebs (Ingá Mercantil) frei, der nun das Meeresökosystem und insbesondere
biologisch empfindliche Teile der Bucht verseucht. Siqueira Soares: "Dies vertreibt die Fische und vergiftet sie
mit Cadmium und Zink." Die Hafenanlagen entstünden außerdem exakt in dem Teil der Bucht, wo die Fischer früher
die besten Fänge hatten.
Laut Rechtsanwalt Victor Mucare, der die Vereinigung der traditionellen Fischer Rio de Janeiros vertritt,
sei ThyssenKrupps CSA klar verantwortlich für die durch die Bauarbeiten entstandenen ökologischen und sozialen
Schäden in der Region, wobei bestehende Umweltschutzgesetze verletzt oder gar nicht umgesetzt wurden.
Die Umweltschuzbehörde IBAMA habe zwar vergangenen Dezember aufgrund der Klagen der Fischer und der klar
sichtbaren, verbotenen Mangrovenabholzung einen Baustopp gegen die CSA verhängt. Doch diese IBAMA-Anweisung
wurde nicht umgesetzt, und die Bauarbeiten liefen unabhängig davon weiter.
Die schon seit zwei Jahren gegen das Stahlwerkprojekt vorgebrachten Klagen der Fischer und Umweltschützer
Rio de Janeiros kümmerte bisher weder den Vorstand der ThyssenKrupp AG noch den brasilianischen Staatspräsidenten.
Luiz Inácio Lula da Silva besuchte erst vergangenen Februar die Baustelle der CSA Siderúrgica do Atlântico.
Präsident Lula lobte dabei "die große Einsatzbereitschaft und hohe Kompetenz der über 10.000 Arbeiter auf
der Baustelle und der 600 Mitarbeiter von ThyssenKrupp CSA." Und ThyssenKrupp-Vorstand Karl-Ulrich Köhler
(Interview vom 16.05.08) ergänzte: "Das 3 Milliarden Euro teure Werk wird eine stabile Basis für die Fortsetzung
dieser exzellenten Beziehungen sein." Lob für ThyssenKrupp gab es ebenso von Rio de Janeiros Bürgermeister
Cesar Maia: "ThyssenKrupp CSA gebührt Dank hierfür und Rio de Janeiro darf sich zur Ansiedlung dieses
Unternehmens beglückwünschen."
Bis Redaktionsschluss Ende Juli gab es vom Unternehmen keinerlei Stellungnahme zu der Problematik.
Es findet sich bis jetzt auch kein weltöffentliches Wort über die Klagen der Fischer von Sepetiba.
Am 09.06.2008 gab
ThyssenKrupp magazin - Umwelt (S:40-43) eine vermutlich erste Stellungnahme zu dem Artikel vom 16.05.2008
der Unternehmens ab, unter dem Motto: Altlasten abbauen, Gutes bewahren
"Der Erhalt der Mangrovenwälder war für uns ein wesentliches Anliegen", schildert Still.
"Deshalb wird derzeit eine knapp 4 Kilometer lange Brücke gebaut, die über die Mangroven hinweg vom
Hafen bis ins Werk führen wird, die Wälder bleiben unangetastet."
Es ist etwas, das ich persönlich nicht verstehen kann. Jeder, der sich einigermaßen mit dem Medium
Internet auseinandersetzt, findet auch, was er sucht - so auch kann man diese Aussage leicht selbst prüfen,
mit dem NASA-Programm NASA World Wind (aktuell Version 1.4.0) oder Google Map. Hier, vorausgesetzt ich fand
das richtige Werk, kann man sehr "schön" erkennen das keine Brücke über die Mangroven in Ufernähe führt -
es gibt sie dort nicht oder nicht mehr! Es würde auch keinen Sinn machen, baukostentechnisch würde sich das
Projekt nur noch verteuern.
Fotos vom der reichen Fischfangausbeute finden sich auch in diesem Umweltmagazin, diese wurden sehr
wahrscheinlich vor dem Bau des Stahlwerkes gemacht oder an einem anderen Fangplatz.
Auch Kathrin Buhl von der in Sao Paulo ansässigen Rosa Luxemburg-Stiftung ist auf der Seite der Fischer von
Sepitiba. "ThyssenKrupp verletzt die Menschenrechte hier in Brasilien und zerstört die Umwelt."
Folgende Vereinigungen und Organisationen wehren sich gegen die ThyssenKrupp AG,
mit Unterschriftensammlungen und Klagen:
AAPP - Associação de Agricultores e Pescadores da Pedra de Guaratiba
Ação Social de Vila Benedita - Itacuruçá Aerocine Amaba AMAS Associação de. Moradores Areal Sepetiba
Apescari - Associação de Pescadores do Canto do Rio Arqueiros - Associação Água Marinha
Associação de Moradores no Areal de Sepetiba Caminhos de Luz Campo - Centro de Apoio ao Movimento Popular
CISA - Centro de Integração Sementes do Amanhã Colônia de Pescadores Z15 Comissã o de Revitalização de
Sepetiba - Cores Comitê Popular de Mulheres Cultura Elizabeth Teixeira Ecology Emescam FAMB Fapesca
Força de Mulheres Trabalhadoras de Nova Sepetiba Fórum Carajás Fórum do Meio Ambiente do Trabalhador
Gama GDASI Grupo Carioca Tem Arte Grupo Fé e Política de Sepetiba Padre André Grupo Vitória em Ação
IESA-AP Igreja Batista de Itacuruçá Marcha Mundial de Mulheres Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem
Terra - MST Nucleo de Estudos Urbanos/FEUC Ong Sara PACS - Instituto Politicas Alternativas para o Cone Sul
Pastoral do Trabalhador Quilombo da Marambaia Rede Brasileira de Justiça Ambiental SEPE - Nossa Senhora
das Graças - RJ União Brasileira de Mulheres - Mangaratiba |
31.07.2008
Nachhaltige Garnelen-Produktion schützt tropische Mangrovenwälder
DBU fördert Setzlingszucht von Black Tiger Prawns in Deutschland mit knapp 280.000 Euro
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Bergisch Gladbach/Völklingen. In den letzten fünf Jahren hat
sich der Import von Garnelen nach Deutschland verdoppelt. Allein 2007 wurden 31 Prozent mehr aus dem Ausland
eingekauft als im Vorjahr.
„ Diese starke Nachfrage wird vor allem von der Intensivproduktion in Vietnam und Thailand bedient“,
erläutert Friedrich Esser, Geschäftsführer der
Firma International Fish Farming Technology (IFFT, Bergisch Gladbach).
Doch der gestiegene kulinarische Genuss bleibt nicht ohne Folgen für die Umwelt:
„ Die empfindlichen Ökosysteme der Mangrovenwälder an den Küsten des indischen Ozeans werden zerstört.
Ein Viertel der Gebiete ging in den letzten 20 Jahren durch menschlichen Einfluss verloren“, klagt Esser.
Mit Technologie der Firma Sander Aquarientechnik will IFFT
eine nachhaltige, umweltschonende Setzlingszucht der Riesengarnele Black Tiger (Penaeus monodon) in Kreislaufanlagen
zunächst im saarländischen Völklingen aufbauen und sie später wieder in die natürlichen Zuchtgebiete zurückführen.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hilft mit knapp 280.000 Euro.
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Dieses zehn Zentimeter große Garnelenjungtier der Art Black Tiger bildet mit Tausenden
von Artgenossen die Grundlage einer nachhaltigen, umweltschonenden Setzlingszucht der Firma IFFT. In deutschen
Kreislaufanlagen soll ein gesunder Bestand der bedrohten asiatischen Art gesichert werden. Unterstützung bekommt sie
dabei von der DBU. Foto: © International Fish Farming Technology |
Einst eine kostspielige Delikatesse - heute im Vorratspack beim Discounter
Die steigende Beliebtheit und Vielfalt der Garnelen-Verkostung beschreibt Bubba seinem
Freund Forrest Gump im gleichnamigen Film von 1994 so: „Shrimps sind Früchte des Meeres. Du kannst sie am Spieß
braten, backen, auf den Grill tun, sautieren, es gibt Shrimps-Kebap, Shrimps-Kreol, Shrimps mit Gambo, in der Pfanne
gebraten, frittiert, es gibt Shrimps mit Bananen, es gibt Bohnen-Shrimps, Kokosnuss-Shrimps, Pfeffer-Shrimps,
Shrimps-Suppe, Shrimps-Eintopf, Shrimps-Salat, Shrimps mit Kartoffeln, Shrimps-Burger, Shrimps-Sandwich. Das war’s
glaube ich." Damals waren Riesengarnelen wie die Black Tiger noch eine kostspielige Delikatesse. Heute gibt es sie
im 20er-Pack tiefgefroren für knapp drei Euro bei fast jedem Discounter.
Garnelenfarmen verdrängen
Mangrovenwälder
„Garnelenfarmen sind in asiatischen Ländern wie Pilze aus dem Boden geschossen“,
beschreibt Esser die Lage. Bis 2010 könne sich allein im vietnamesischen Mekong-Delta die Zucht auf 80.000 Hektar der
Küstengebiete ausgeweitet haben, eine Fläche so groß wie New York City – 1995 waren es noch 3.000. Um Zuchtbecken
anzulegen, werden Mangrovenbäume abgeholzt. Esser: „Die in Monokulturen gehaltenen Garnelen-Setzlinge sind extrem
krankheitsanfällig, deshalb geben Farm-Betreiber Antibiotika ins Wasser und behandeln es auch mit anderen
Medikamenten.“ Nach drei bis zehn Jahren seien die Shrimps-Teiche so stark mit Chemikalien verseucht,
dass sie nicht weiter zu bewirtschaften seien. Für Boden und Grundwasser gebe es keine Rettung mehr –
die Betriebe seien gezwungen, an einen neuen Standort zu ziehen. „Hinterlassen wird salzverseuchtes Ödland,
auf dem eine Wiederaufforstung nur schwer möglich ist. Da Mangrovenwurzeln sicherer Lebensraum für Fische,
Muscheln und Krabben sind und ihren Larven und Jungtieren beste Bedingungen bieten, droht die Kinderstube der
Ozeane verloren zu gehen. Für die regionale Küstenfischerei hat die Verödung deshalb schlimme Folgen:
Ihre Erträge gehen drastisch zurück.“
Black Tiger Garnelen sind extrem krankheitsanfällig und vom
Aussterben bedroht
Esser: „Der Anbau von Black Tiger Garnelen ist im letzten Jahr in Asien
zusammengebrochen. Virusepidemien haben die krankheitsanfälligen Tiere dahingerafft.“ Tiere, die nicht eingingen,
blieben klein und erreichten nur 20 Gramm. Der verstärkte Fang wilder Garnelen vor den Küsten habe
auch den natürlichen Bestand bedrohlich verringert. „Black Tiger sind in freier Wildbahn und ohne
Krankheitserreger in vietnamesischen Zuchtstationen heute kaum noch zu finden. Deshalb wird nun die
robustere Garnelensorte Whiteleg Shrimp angebaut“, so Esser. Eine Gefahr für die Artenvielfalt und ein
starker Eingriff in das Ökosystem: Im Gegensatz zur Black Tiger Garnele ist sie nicht in den asiatischen
Mangrovenwäldern beheimatet, sondern stammt aus Südamerika.
Aufbau eines gesunden Bestandes in Deutschland
„Wir wollen zunächst einmal einen Bestand gesunder Elterntiere der Black Tiger aufbauen,
die verwertbare Setzlinge produzieren“, erklärt Esser das IFFT-Projekt. Um die Art überhaupt
zu erhalten, sei es notwendig, das weit vom Ursprungsland entfernt zu tun. Ökologische Aquakulturen
stellten asiatische Unternehmen vor eine enorme, schwer durchzusetzende Herausforderung.
„Wir haben in Deutschland ideale Möglichkeiten, in hygienisch einwandfreien, biosicheren Kreislaufanlagen
die Umweltbedingungen für Black Tiger Garnelen zu simulieren – ohne den verbreiteten Krankheitserreger,
den es bei uns gar nicht gibt.“
Setzlinge für naturnahe, extensiv wirtschaftende Farmen in Vietnam
„Unsere gesunden Setzlinge produzieren wir für die extensiv wirtschaftenden, organischen Garnelenfarmen in Vietnam“,
so Esser. Bevor die Larven in Deutschland zur Speisegröße gereift sind, würden sie ausgeflogen werden.
Damit würden die Existenzen der naturnahen, zertifizierten heimischen Farmen sowie faire und hohe Preise gestärkt.
Fernziel von IFFT sei es zudem, die nachhaltige, biosichere Setzlingsproduktion in geschlossen Aquakultur-Kreisläufen
langfristig auch in Vietnam aufzubauen. Bisher sei eine alternative Garnelenproduktion in geschlossenen Anlagen
daran gescheitert, dass die künstliche Vermehrung nicht zuverlässig funktioniere. „Wir wollen eine Technologie
entwickeln, die eine nachhaltig künstliche Vermehrung und eine kontrollierte Setzlingsaufzucht in Aquakulturen
ermöglicht. Dafür brauchen wir einen kerngesunden Elterntierbestand.“ Wissenschaftliche Unterstützung erhält IFFT
zusätzlich von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die ab dem kommenden Wintersemester eine
dreijährige Stiftungsprofessur „Aquakultur“ eingerichtet hat. |
Mangroven haben ausgedehnte Stützwurzeln und bieten Fischen, Muscheln und Krabben einen sicheren
Lebensraum und ihren Jungtieren beste Bedingungen. Durch die intensive Garnelenproduktion sind die
einzigartigen Ökosysteme bedroht. Foto: © Lighthouse Foundation
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Kontrollierte Nachzucht in Aquakulturen schützt Meere
Dr. Holger Wurl, DBU-Referent für umweltgerechte Landnutzung und nachwachsende Rohstoffe,
erläutert die Dringlichkeit des Vorhabens: „Durch globale Umweltverschmutzung, Klimaveränderung
und Überfischung veramt der Lebensraum Meer. Wir benötigen die kontrollierte Nachzucht in Aquakulturen,
um die natürlichen Ökosysteme der Weltmeere zu schützen und zu erhalten!“ Durch den Einsatz neuer
biotechnologischer Verfahren könnten tropische Warmwassergarnelen in geschlossen Kreisläufen standortunabhängig,
ohne Gewässerbelastung oder Einsatz von Pharmaka produziert werden.
Mangrovenwälder sind produktive, sensible Ökosysteme
Neben Korallenriffen und den tropischen Regenwäldern zählen Mangrovenwälder zu den produktivsten Ökosystemen der Erde.
Sie bestehen aus Bäumen und Sträuchern 70 verschiedener Pflanzenarten, die sich an tropischen und subtropischen
Meeresküsten und brackigen Flussmündungen ansiedeln, wo sie dem Wasser täglich bis zum Kronenansatz ausgesetzt sind.
An diese Lebensbedingungen haben sie sich gut angepasst: Mangroven sind gigantische Filteranlagen.
Sie nehmen überschüssige Nährstoffe auf und entlasten Küstengewässer, indem sie Salz in ihre Zellen einlagern.
Einige können wie Kakteen Wasser speichern, um die hohe Salzkonzentration zu verdünnen.
In den Baumkronen der Mangroven leben Reptilien und Säugetiere. Wasservögel haben dort ihre Nester.
Die Wurzeln bieten Fischen, Muscheln und Krabben einen sicheren Lebensraum und ihren Larven und Jungtieren
beste Bedingungen. Deshalb werden Mangroven als Kinderstube der Ozeane bezeichnet. Auch für Menschen sind
sie lebensnotwendig: Sie bieten Schutz gegen Küstenerosion, Flutwellen und Tsunamis.
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Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)* www.dbu.de
* Diese Artikel durfte ich mit freundlicher Genehmigung von Herr Franz-Georg Elpers verwenden.
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25.07.2008
Ein Hektar Mangrovenwald ist 37.500 Dollar wert
Forscher warnen vor unaufhaltsamer Zerstörung der Küstenregionen. |
Krabben (Brachyura) fühlen sich in den Küstenwäldern wohl
Scripps Institution of Oceanography in La Jolla kommt zum Schluss,
dass Mangroven für die Zukunft der Fischerei von großer Bedeutung sind. Die Forscher
haben an der Westküste von Mexiko die finanziellen Schäden durch die Zerstörung dieses
Ökosystems erhoben.
Demnach beträgt der Wert eines einzigen Hektars Mangroven rund 37.500 Dollar.
In der Vergangenheit hatte die mexikanische Regierung Mangroven für 1.000 Dollar pro Hektar verkauft,
berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe.
Octavio Aburto-Oropeza vom Scripps Institution of Oceanography haben
13 Regionen rund um den Golf von Kalifornien und auf der Halbinsel Baja California genau untersucht. In vielen dieser
Gebiete leben die Menschen vom Fischfang. Der ausschlaggebende Faktor für diese Regionen war der schützende fünf bis
zehn Meter breite Gürtel aus Roten Mangroven (Rhizophora mangle). In den Wurzelgeflechten dieser Bäume, die bei Flut
unter Wasser stehen, legen viele Tiere ihre Brut ab oder finden Nahrung.
Während der gesamten Untersuchungsperiode - von 2001 bis 2005 -
haben die Fischer in den 13 Gebieten 10.500 Tonnen Fische und Blaue Krabben im Wert von 19 Mio. Dollar gefischt.
Ungefähr ein Drittel dieser Fischspezies brauchen die Mangroven als Lebensraum. "Wir sind zum Schluss gekommen,
dass ohne Mangroven der Preis der Nahrungsmittel aus dem Meer um einiges höher liegen wird", so die Wissenschaftler.
Die Regierung unterschätze den Wert der Mangroven. An vielen Orten werden die Küstenwälder gerodet und das Land für
Tourismusprojekte zur Verfügung gestellt. "In den kommenden 30 Jahren wird der Wert der Mangroven auf 600.000 Dollar
pro Hektar steigen", zeigen sich die Autoren überzeugt.
Für besonders wertvoll hat man die bewaldeten Küstenregionen nie erachtet und daher mit aller Anstrengung
versucht, das ungeliebte Land in seinem ursprünglichen Charakter zu verändern. Irreparable Schäden wurden weltweit
angerichtet - nicht nur in Mexiko, sondern auch in Süd- und Südostasien. Fluten und andere unvorhergesehene
Ereignisse wie Tsunamis haben die Menschen nun umdenken lassen. Seit einigen Jahren werden in vielen Regionen der Erde
die Küstenwälder zum Schutz wiederaufgeforstet. Allein in La Paz nahe der Südspitze von Baja California wurde zwischen
1973 und 1981 fast ein Viertel aller Mangroven zerstört. Auch der größte Mangrovenwald in der Magdalena-Bay ist jetzt
durch ein Großprojekt bedroht. In dieser Region laichen Fische der gesamten Westküste.
Quelle: Wolfgang Weitlaner* pressetext.austria
* Mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Weitlaner.
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