mangroven-wurzeln-in-kambodscha-II.jpg
 
deafarbnzh-CNenfifrhawhijakominofaptruessv
03.09.2011

Bruchstückhafte Bemühungen für den Schutz der honduranischen Mangroven

Indigene Misquitos schützen Mangrovenwälder und forsten sie wieder auf
Fragmented Efforts to Save Honduran Mangroves
(by Thelma Mejía)
Honduras/Tegucigalpa (Tierramérica) vom 23.08.2011: Eine Mischung aus lokalen und internationalen Initiativen haben sich zusammengeschlossen zur Rettung der Mangrovenwälder und anderer Küsten-Feuchtgebiete von Honduras, die Heimat einer Fülle von Meerlebewesen und eine natürliche Schutzbarriere gegen Hurrikans, die um mehr als 80 Prozent an der karibischen Küste geschrumpft sind und fast ein Drittel an der Pazifikküste.


Mangrovenwald (Rhizophora mangle) in Honduras.
Foto: BotBln - Creative Commons Licence
Mitten im Herzen von Mittelamerika liegt Honduras, das gebirgigste Land Zentralamerikas, es verfügt über 21 Flusseinzugsgebiete, die zwischen den Einzugsgebieten des Atlantiks und Pazifiks aufgeteilt sind, sowie 67 Feuchtgebiete, die zusammen eine Gesamtfläche von 12.385 Quadratkilometern einnehmen. In Übereinstimmung mit der, vor fünf Jahren durchgeführten nationalen Feuchtgebietsinventur (National Wetlands Inventory), durchgeführt durch das Ministerium Natural Resources and Environment.

In einem Teil des Biosphären-Reservats Río Platano, in der osthonduranischen Region La Mosquitia (Die Mosquitia), das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet Zentralamerikas, haben indigene Gemeinschaften in den vergangenen fünf Jahren verschiedene Projekte zum Schutz der Mangrovenwälder umgesetzt.

Die ethnischen Misquito führen Programme für Abfallrecycling durch, säubern die Lagunen und sind für die Rückgewinnung von Mangrovenwäldern verantwortlich. Sie kontrollieren ferner den Fang bedrohter Fisch- und Meerestierarten wie Zackenbarsche (Sea bass), Hummer und Haien, verbunden mit Ökotourismus-Aktivitäten.

Finanziert wurden die Aktivitäten über SGP (Small Grants Programme) und GEF (Global Environment Facility), verwaltet durch die Weltbank. Die Weltkulturorganisation UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) hatte das Schutzgebiet 1982 zum Weltnaturerbe der Menschheit erklärt, hierzu Zählen die Verwaltungsbezirke (Departamentos) Olancho, Colón und Gracias a Dios.

Die bescheidenen Geldmittel wurden von der SGP weiter geleitetet, in Honduras von dem UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) ausgeführt und mit umgerechnet 367.000 US-Dollar finanziert. Mit dem Geld wurden 14 Mangroven-Projekte in Mosquitia und den Golf von Fonseca umgesetzt. Die Gemeinden selbst steuerten als lokale Partner mehr als 300.000 Dollar bei.

Partizipation & Gleichberechtigung lohnen sich

Das sind positive Ergebnisse, wie der Programmkoordinator Hugo Galeano erklärte, die Gemeinden übernahmen unter anderem die Bezahlung der Arbeitskräfte und sorgten für die nötige Ausstattung. Die Beteiligung der Anwohner an den Projekten hob er als positiv hervor. „Eine Lektion, die wir gelernt haben, ist, dass die Kosten dieser Projekte wesentlich niedriger sind, wenn Menschen die Bedeutung erkennen und Verantwortung für den Schutz, Bewachung und die Nutzung natürlicher Ressourcen übernehmen, sind die Ergebnisse außerordentlich gut“, vorausgesetzt ist eine „echte und umfassende Beteiligung der Gemeinden“, sagte Galeano.

98 arme Familien waren unmittelbar in die Projektarbeit eingebunden, weitere 44 profitierten indirekt davon, zusammen wurden 9324 Arbeitsstunden generiert. Insgesamt wurden etwa 1.300 Menschen zu Nutznießern der Umweltinitiativen. Die Gemeinden schlossen sich zu kleinen Kooperativen zusammen, um die nötigen Fördermittel zu beantragen. Über die SGP bekommen sie jeweils 3.000 bis 3.500 Dollar, die gemeinschaftlich verwaltet werden. Die Gemeinden liegen in Gebieten mit extremer Armut, das ist einer der Voraussetzungen für SGP-Förderung und wurden deshalb ausgewählt.

Erste Erfolge sind bereits sichtbar. Bis jetzt wurden mehr als 336 Hektar Mangrovenwälder wiederhergestellt. Projektteilnehmer an der Pazifikküste begannen außerdem vor drei Jahren mit Maßnahmen zum Schutz der bedrohten Oliv-Bastardschildkröte (Lepidochelys olivacea). Bislang konnten etwa 24.000 Tiere aufgezogen und später in die Freiheit entlassen werden.

Inspiriert von diesen Erfahrungen, hat das Umweltministerium (Ministry of Environment), mit Unterstützung des UN-Umweltprogramms UNEP 2010, setzten sie einen auf vier Jahre angelegten Schutzplan für die Mangrovenwälder um. Der Plan ist Teil einer größeren Initiative, an der auch Guatemala und Nicaragua beteiligt sind. In der ersten Phase des Projekts ist die Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinden in allen drei Ländern vorgesehen.

Wie der nationale Koordinator des Vorhabens in Honduras, Rafael Sambulá, hervorhob, gehören Mangrovenwälder zu den artenreichsten Ökosystemen der Welt. Sie dienen den Fischen, Hummern und Garnelen als Laichplätze, eine natürliche Kinderstube und sorgen für eine organische Düngung der Ozeane mit Mikronährstoffen.

Die größten honduranischen Feuchtgebiete in La Mosquitia sind die umfangreichsten im ganzen Land und der größte Reichtum sind die Pflanzen- und Tierarten, erläutert der Biologe David Jaén, der für das Projekt arbeitet. Sie bedecken eine Fläche von rund 8.000 Quadratkilometern (800.000 Hektar).

Sie sind allerdings so isoliert und abgelegen, dass sie kaum effektiv kontrolliert werden können. Institutionelle Präsenz ist eine Herausforderung um beispielsweise illegalen Holzeinschlag zu verhindern oder die Kontrolle von Besitz und Eigentum wirksam überwachen zu können.

Landgewinnung, Palmenplantagen und Stürme: Bedrohungen aus allen Richtungen

Die den Mangroven drohenden Gefahren sind vielseitig. In Omoa im Norden des Landes wurden Mangrovenbestände im Zuge von Küsten-Infrastrukturerweiterungen abgeholzt, jetzt sind sie leichte „Angriffspunkte“ für Hurrikane. Andere Bedrohungen sind Plantagen von Ölpalmen zur Produktion von Speiseöl und Biodiesel (Agrosprit), Viehzucht, Tourismusprojekte und der Drogenschmuggel verdrängen die Küstenwälder, denen auch als Wellenbrecher eine wichtige Bedeutung zukommt. Die Palmenpflanzungen erstrecken sich inzwischen über rund 1.000 Quadratkilometer (100.000 Hektar) und haben sogar vor Naturschutzgebieten nicht halt gemacht.

Unterdessen warnte die UNESCO im vergangenen Februar vor den Auswirkungen des Drogenhandels in den Regionen Río Platano und La Mosquitia, auch sind die Folgen der illegalen Abholzung auf die Flora und Fauna enorm. Gewaltverbrechen wie Morde und Drogenfunde veranlassten die Regierung in diesem Monat dazu, über die Einrichtung einer Flugverbotszone in La Mosquitia nachzudenken. Ein entsprechendes Gesetz ist bereits in Planung.

Publish the Menu module to "offcanvas" position. Here you can publish other modules as well.
Learn More.