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01.06.2011

Guatemala: Küstenregionen von Bergbau und Gasindustrie bedroht

Von Danilo Valladares (Guatemala-Stadt/Tierramérica/IPS)
"Wenn sie hier wie geplant Eisensand abtragen, bedeutet dies die Zerstörung
unserer natürlichen Reichtümer und den Todesstoß für den Tourismus
", warnt
Leonel Palma, ein Hotelange- stellter in Puerto de San José, einer Hafenstadt an
der guatemaltekischen Pazifikküste. Die Regierung hat das gesamte Meeresgebiet
für diverse Bergbauarbeiten freigegeben. "Touristen kommen hierher, um zu baden und sich zu entspannen.

Das Internationale Jahr der Wälder 2011 (Año Internacional de los Bosques 2011)
Was werden sie wohl tun, wenn an den Stränden Mineralien abgebaut werden?", fragt Palma. Umweltschützer, Wissenschaftler und Bevölkerung sind gleichermaßen empört über die Lizenz, die der sozialdemokratische Präsident Álvaro Colom an die Firma Tiqual Minerals vergeben hat, damit sie im südwestlichen Küstengebiet des Departements Escuintla Eisensand fördert.

Die Sorgen seien berechtigt, denn in der Region sei es bereits mehrfach zu Pannen im Zuge von ‘Entwicklungsprojekten’ gekommen, berichtet José Urbina von der Nichtregierungs- organisation Lokale Macht und Entwicklung. "So hat der Bau des Hafenbeckens in Puerto Quetzal dazu geführt, dass die Trinkwasserreserven durch Salzwasser verseucht wurden."

2009 hatte das Energie- und Bergbauministerium Lizenzen an Tikal Minerals, ein Unternehmen der Mayan Iron Corporation, für die Eisenexploration auf einem 292 Quadratkilometer großen Areal vergeben. Das Gebiet erstreckt sich über die Departements Escuintla, Retalhuleu and Suchitepéquez.

Keine Einigung auf Projektstandorte
Der Mutterkonzern mit Sitz in Australien hat seinen Namen von den Mayas abgeleitet, der guatemaltekischen Urbevölkerung. Er war eigens für den Zweck gegründet worden, die Eisensandvorkommen in dem zentralamerikanischen Land auszubeuten. Doch bisher wurde keiner der drei von dem Unternehmen ausgewählten Projektstandorte gebilligt.

Am 5. April wies das Umweltministerium die bislang einzige Umweltverträglichkeitsstudie von Tikal Minerals mit der Begründung zurück, das geplante Projekt gefährde die Integrität der Küsten-Ökosysteme. Wie der Rechtsvertreter von Tikal Minerals, Enrique Toledo, berichtet, hat das Unternehmen Ende April Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Umweltministeriums eingelegt. Er wirft dem Amt vor, auf die Vorlage einer Umweltverträglichkeitsstudie zu bestehen, die jedoch für reine Explorationsarbeiten nicht erforderlich sei.

Tikal Minerals geht davon aus, dass sich Guatemalas Eisenvorräte auf 100 Milliarden Tonnen belaufen könnten, zwölf Prozent der weltweiten Vorkommen. Der an Magneteisen reiche Sand stammt aus Guatemalas vulkanischen Gebieten und wurde von den Flüssen zur Küste geschwemmt.

2009 gab die Regierung dem kanadischen Unternehmen G4G und Iron Sands America eine Lizenz über ein 2.492 Quadratkilometer großes Gebiet, das den gesamten Küstenstreifen des Landes – von der mexikanischen bis zur salvadorianischen Grenze – einschließt.

Nach Angaben des Energie- und Bergbauministeriums verzeichnet die Bergbauindustrie einen Einnahmenanstieg von 8,6 Millionen (2005) auf 370 Millionen US-Dollar (2009). Die Lizenzgebühren, die der guatemaltekische Staat erhebt, liegen bei gerade einmal einem Prozent.

Wie Toledo von Tikal Minerals erklärte, lässt sich noch nicht sagen, wie viel der Staat an der Ausbeutung des Eisensands mitverdienen wird. Auch sei unklar, wie viele Guatemalteken beschäftigt werden könnten. Man sei auf jeden Fall um den Schutz der Umwelt bemüht, sicherte er zu. Auch sollen nur die Sandgebiete, die mindestens einen Kilometer vom Meer entfernt liegen, abgetragen werden. Mangrovenwälder, Schutzgebiete und fragile Ökosysteme werden Toledo zufolge somit nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Schlechte Karten für Flüssiggasanlage
Auf der anderen Seite des Landes, inmitten eines Schutzgebiets an der Karibikseite, soll eine riesige Flüssiggasanlage entstehen. Geplant ist der Bau von fünf Gascontainern mit einer Gesamtkapazität von 28.390 Litern und einer sieben Kilometer lange Pipeline, die längs der Küste im Departement Puerto Barrios verlaufen soll.

Im Februar 2010 begann die mexikanische Tomza-Gruppe ohne Genehmigung im Schutzgebiet Punta de Manabique mit dem Bau der Anlage. Die von der Firma nachgereichte Umweltverträglichkeitsstudie wurde vom Nationalen Rat für Schutzgebiete (CONAP - Consejo Nacional de Areas Protegidas) jedoch mit der Begründung abgewiesen, dass die Arbeiten eine Gefahr für den Artenreichtum der 1.519 Quadratkilometer großen Reservation darstellten.

Im Februar legte die Tomza-Gruppe eine neue Umweltverträglichkeitsstudie in der Hoffnung vor, doch noch die Genehmigung für das Projekt zu erhalten. Doch dem CONAP-Sprecher Gustavo González zufolge muss sich die Firma einen anderen Ort für ihre Aktivitäten suchen. In Punta de Manabique, das reich an Regenwäldern, Mangroven (Avicennia bicolor und Rhizophora x harrisonii), Korallenriffen und Heimat von Spitzkrokodilen (Crocodylus acutus) , Grünen Leguanen (Iguana iguana) und Grünen Meeresschildkröten (Chelonia mydas) ist, seien industrielle Aktivitäten verboten.



Links:
Verantwortliche Firma des Raubbaus -
Mayan Iron Corporation: mayaniron.com
Tomza-Gruppe: tomzagt.com

Mangrovenschutz Organisation in Mittel- und Südamerika: Redmanglar Internacional

Original Artikel: Playas guatemaltecas ante el trance del hierro y el petróleo: ipsnoticias.net

Quelle (19.05.2011): ipsnews.de

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