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14.04.2011

Ökologisch besonders wertvoll: Mangrovenwälder speichern enorme Mengen "Treibhausgas"

Empfindliche Ökosysteme an tropischen Küsten brauchen
besonderen Schutz, denn Mangroven helfen beim "Klimaschutz" (Klimatheorie!)

Mangroven gehören zu den größten Kohlenstoffspeichern in den Tropen. Das bestätigen jetzt umfassende Daten, die Forscher im Fachblatt Nature Geoscience veröffentlichten. In den letzten fünf Jahrzehnten ging der Bestand der tropischen Küstenwälder aber um 30 bis 50 Prozent zurück.

Mangroven, die sich an das Leben im Gezeitenbereich der Meeresküsten angepasst haben, machen nur 0,7 Prozent der tropischen Wälder aus. Ihre Zerstörung aber verursacht zehn Prozent der globalen Kohlendioxid-Emission durch Entwaldung, schätzen die Wissenschaftler um Daniel Donato vom US-amerikanischen Forest Service USDA (United States Department of Agriculture).

"Mangroven zählen zu den kohlenstoffreichsten Wäldern in den Tropen und enthalten durchschnittlich 1,023 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar", berichtet Daniel C. Donato in Hilo auf Hawaii. Zusammen mit finnischen und indonesischen Kollegen untersuchte er Mangrovenwälder auf den indonesischen Inseln Java, Borneo und Sulawesi und im Ganges-Delta von Bangladesch. Die Bodenproben, die die Wissenschaftler auf ihren Expeditionen in die regelmäßig vom Meerwasser überfluteten Wälder nahmen, offenbarten sehr hohe Kohlenstoffkonzentrationen. Verantwortlich dafür sind Laub und Äste der Bäume, die unter Sauerstoffabschluss langsam verrotten.

20 bis 120 Millionen Tonnen Kohlenstoff jährlich würden nicht mehr durch die Salzpflanzen aufgenommen und im Boden gespeichert. Das bedeutet zusätzliches Kohlendioxid in der Atmosphäre. Ihre Zerstörung aber verursacht 10 Prozent der globalen Kohlendioxid-Emission durch Entwaldung, schätzen die Wissenschaftler um Daniel Donato.

Die Forscher untersuchten 25 Mangrovenwälder im indopazifischen Raum - dort gibt es die meisten Flächen und die größte Artenvielfalt der Pflanzen - auf ihren Kohlenstoffgehalt. Das größte Vorkommen (49 bis 98 Prozent) fanden sie in Bodenschichten von einem halben Meter bis drei Metern Tiefe. Die Pflanzen wandeln Kohlendioxid über die Photosynthese in organisches Material um, das sich zum Teil als Humus im Boden ablagert.

Wissenschaftler forden mehr Schutz für Mangroven
Wegen ihrer wichtigen Funktion für den Klimaschutz fordern die Wissenschaftler, dem Schutz der Mangroven mehr Priorität einzuräumen. Die Wälder bieten außerdem Wohnraum für zahlreiche Tierarten sowie Schutz gegen Küstenerosionen und vor Flutwellen.

Der Mangroven-Schutz alleine greife allerdings zu kurz, sagte Tim Rixen vom Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen der Nachrichtenagentur dpa. "Mangroven sind Teil der tropischen Küstenzone, die zusammen mit tropischen Torfen, Seegraswiesen und Korallenriffen häufig eine Einheit bilden, die auch als solche geschützt werden sollte."

Quelle: Daniel C. Donato et al., 2011:
Mangroves among the most carbon-rich forests in the tropics.
Nature Geoscience; DOI: 10.1038/ngeo1123

English links/text: nature.com and ibnlive.in.com

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