
Es klingt für Menschen sehr ungewöhnlich,
dass Fische (Pisces) das Wasser freiwillig verlassen und auch fähig
sind, auf dem Land zu leben - und zu überleben.
Ein scheinbarer Widerspruch, denn als Fische sehen und bezeichnen wir - prototypisch -
normalerweise Wirbeltiere, die ihr Leben im Wasser verbringen und mit Kiemen atmen.
Selbstverständlich haben Sie insofern Recht, als Fische
"auf dem Trockenen" nicht lange überleben können:
Ihre Kiemenatmung funktioniert außerhalb des Wassers nicht, bzw. nicht
effektiv genug.
Und doch gibt es eine ganze Reihe von Fischen, die
sich durch evolutionäre Anpassung auch außerhalb
des Wassers wohl fühlen, sofern man die weiterhin bestehende, enge Bindung ans
Wasser nicht völlig außer Acht lässt.
Im Laufe der Entwicklungsgeschichte krochen schon mehrere Male Fische aus dem Wasser.
Die schrittweise Entwicklung der Spezies Mensch verdanken wir letzten Endes diesem
ersten Schritt ursprünglich maritimer Lebewesen - ein kleiner Flossenschlag für einen
Fisch, aber ein großer Schritt in der Evolution. |
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Die Schlammspringer der Gattungen Periophthalmodon
und Periophthalmus haben eine ganze Reihe
von evolutionären Anpassungen entwickelt. So können sie ihre Kiemendeckel mit Wasser
füllen und verschließen, sodass sie immer einen kleinen Vorrat an Wasser - und somit Atemgas,
wie in einer Art Tank - mit sich führen, um die empfindlichen Kiemen zu schützen und in
Verbindung mit der Haut ihren Sauerstoffbedarf zu decken.
Unter den Fischen ist es wiederholt
und unabhängig voneinander zur Weiterentwicklung der Strategie, mitunter an Land zu leben,
gekommen.
Zur artgerechten Pflege dieser Tiere ist meiner Meinung nach folgendes unbedingt zu
berücksichtigen. Die Haltung der Schlammspringer (Periophthalmodon und Periophthalmus)
ist nicht schwer, doch, um eine optimale Haltung und Versorgung dieser amphibischen Fische
zu gewährleisten, sollten sie dem erfahrenen Aquarianer vorbehalten bleiben.
Der Grund liegt in ihrer Lebensweise und ihrem Sozialverhalten, speziell dem Platzbedarf
des Periophthalmus barbarus, denn die kämpferische Durchsetzung und Verteidigung der
eigenen Reviergrenzen kann in zu kleinen Aquarien oder bei zu hoher Besatzdichte zu
Dauerstress und letztendlich zu Verlusten führen.
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Bei den klein bleibenden Arten, wie Periophthalmus gracilis oder Ps. novemradiatus,
die schon in einem mindestens 80 cm Aquarium leicht unterzubringen sind,
entfallen die oben beschriebenen Aspekte. Besser gesagt, die Auseinandersetzungen sind
kaum vorhanden. Diese Arten leben sehr friedlich zusammen, was ich anhand eigener
Beobachtungen versichern kann.
Was das Futter betrifft, so sollte man davon absehen, die Tiere ausschließlich mit
Flockenfutter zu ernähren. Schlammspringer sind von Natur aus Carnivoren, also
Fleischfresser - alles, was sich bewegt und erlegt werden kann oder ins Maul passt wird
gefressen.
Möglicherweise auch entsprechend kleine Artgenossen, aber dieser Punkt ist
wissenschaftlich noch nicht belegt.
Die Idee, den Tieren nur Flockenfutter
("Fast Food" möchte man schon sagen) vorzusetzen, ist für Anfänger sehr verführerisch,
da Lebendfutter oder Tiefkühlnahrung mit einem gewissen zeitlichen und auch finanziellen
Aufwand verbunden ist, den so mancher nicht betreiben möchte oder kann.
Gegen eine Zufütterung mit Flockenfutter (oder so genannten Sticks), spricht prinzipiell
nichts, solange dies die Zusatzernährung bleibt und nicht die Hauptmethode wird.
Für eine verantwortungsbewusste Pflege dieser Tiere, im Kontext von AnfängerInnen oder
Laien der Aquaristik, ist meiner Meinung nach Folgendes unbedingt zu berücksichtigen:
Eine so artgerechte Haltung wie überhaupt möglich sollte unser Ziel sein. Anfängern sei
daher empfohlen, sich an erfahrene Aquarianer zu wenden, um von deren Erfahrungen
profitieren zu können.
Das Internet bietet dazu im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten
ungeahnte Möglichkeiten, und diese Internetpräsenz will ihren vorbeugenden
Informationsbeitrag leisten, bevor man spontan zu einem Zoohändler seiner Wahl geht,
um sich aus einer Laune heraus eine paar dieser interessanten Fische zu kaufen.
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Gerade Anfängern kann ich nur nahe legen, sich vorher umfassend
kundig zu machen (dabei ist egal, um welches Tier es geht). Tauschen Sie sich mit so
vielen Insidern aus, wie Sie können, denn jeder macht andere Erfahrungen, gerade in der
Aquaristik. Schöpfen Sie Informationen aus Fachbüchern und Zeitschriften möglichst
aktuellen Jahrgangs, um den neuesten Wissensstand zu erhalten.
Was die Nachzucht dieser faszinierenden Tiere anbelangt, so ist diese nicht nur
wünschenswert, sondern in der Tat erstrebenswert. Doch gerade da beginnen die
Schwierigkeiten. Der Platzbedarf sei noch völlig außer Acht gelassen. Wenn es dazu
kommen sollte, dass Larven aus den Eiern schlüpfen, betritt man sofort ein wenig
bekanntes Gebiet - Schlammibabynahrung, sozusagen. Über die Ernährung der Larven in
freier Wildbahn ist sehr wenig bekannt; es gibt zwar viele Gerüchte - "gefährliches"
Halbwissen, möchte man sagen -, aber nur einige wenige verlässlich belegte Erfahrungsberichte
und noch weniger wissenschaftlich fundierte Literaturangaben zum Thema.
Es gibt einen kleinen Kanon von Fotodokumentationen, die unter Laborbedingungen
verschiedener Forschungseinrichtungen entstanden sind.
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Vielleicht ist die Haltung der Tiere gerade auch deshalb,
wegen der Herausforderung, und der Möglichkeit, Licht ins Dunkel des existierenden Halbwissens
zu bringen, besonders reizvoll - vielleicht.
Möglicherweise mögen die Tiere für manche Menschen skurril oder gar
hässlich aussehen und treffen daher nicht jedermanns Geschmack, aber in jedem Fall ist die
Haltung auch wegen ihren Verhaltensweisen, die diese doch liebenswerten Geschöpfe an den Tag
legen können, sehr interessant.
Unter den heute existierenden Fischarten gibt mindestens noch fünf weitere Gattungen -
außer den Schlammspringern - die als "amphibische Fische" bezeichnet werden können,
die mehr oder weniger an das Leben auf dem Land angepasst sind. Eine "komplette" Übersicht
über solche Fische wird noch erstellt werden.
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Schlammhüpfer, auch Schlammgrundel, Schlammspringer
(Periophthalmus Koelreuteri Bl. Schn. [Abb. 1637] p. 636), ein zu den Meergrundeln gehöriger Fisch;
vom Roten bis zum Stillen Meere.
Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon Leipzig, 1911.
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