Fünf folgende Arten innerhalb dieser Gattung wurden bislang anerkannt:
Boleophthalmus birsongi Murdy, 1989; Bs. boddarti (Pallas, 1770); Bs. caeruleomaculatus McCulloch & Waite, 1918; Bs. dussumieri Valenciennes, 1837 (in: Cuvier & Valenciennes, 1837) und Bs. pectinirostris (Linnaeus, 1758).

Seit Februar, dieses Jahres, kommt eine neue Art, die Sechste, hinzu: Boleophthalmus poti Polgar et al., 2013. Der Holotypus (MSNG 56891), ein weibliches Tier mit einer Länge von 89,9 mm SL, wurde schon 2007 gesammelt und stammt aus dem Golf von Papua: Papua-Neuguinea; Western Provinz; im Fly Fluss-Delta, der Insel Sisikura.

Boleophthalmus birsongi
Seitenansichten: Form und Färbung von drei frisch toten
Exemplaren der Gattung Boleophthalmus mit ungekerbten,
abgeflachten und horizontale angeordneten Zähnen im
Unterkiefer. Auf dem Foto ein Weibchen von B. birdsongi
mit 95 mm (ZRC 52250), aus dem Sadgroves Creek; Darwin
NT; Australien. Foto: © Polgar, 2007.
Boleophthalmus caeruleomaculatus
Ein 106 mm langes Weibchen von B. caeruleomaculatus
(MSNG 54689). Von der Sisikura Insel; im Fly Fluss-Delta;
Western Provinz; Papua-Neuguinea. Foto: © Polgar, 2007.
Boleophthalmus poti
Paratype; Männchen von Boleophthalmus poti (USNM
40566). Ebenfalls von der Sisikura Insel; Papua-Neuguinea.
Maßstäbe der Balken auf den Fotos entsprechen 10 mm.
Foto: © Polgar, 2007. Alle Fotos mit freundlicher Erlaubnis
von Gianluca Polgar1 und der RBZ2.


Die Paratyen (BMNH 2011.1.27.1; MSNG 56892; USNM 405556; ZRC 52240), sechs Männchen und drei weibliche Exemplare, mit einer Länge von 78,0 bis 108,2 mm SL, wurden im gleichen Gebiet wie der Holotypus gefunden. Ein weiteres Männchen (MSNG 56893), mit 99,5 mm SL, wurde auf der Insel Purutu gesammelt.

Boleophthalmus poti ist mit den zwei Arten Boleophthalmus birsongi und B. caeruleomaculatus sehr vergleichbar, alle drei haben ungekerbte, abgeflachte und horizontale angeordnete Zähne im Unterkiefer.

Die neue Art, wie auch die anderen Arten aus der Gattung weißen eine Kongenerität der D1 Flossenstrahlen bei beiden Geschlechtern auf (Geschlechtsdimorphismus). Vor allem die Weibchen besitzen mindestens eine oder mehrere längere ausgezogene D1 Flossenstrahlen. Lebende oder frisch „gesammelte“ Tiere von B. poti weißen eine einzigartige Rückenflossenfärbung auf (siehe Foto), ein klares, abgegrenzter Bereich in himmelblau mit weißlichem randständigen Band. Die Membrane der D1; grünlich-braun, mit Weißlich bis gelbliche Flecken; gesichtet wurden schon Individuen mit verschmolzenen oder gebrochenen, schmalen und geschwundenen Linien. Die D2 Membrane grau bis hellbraun, hinten dunkler, distal hellgrau, mit einem sehr dünnen weißen Rand und Spalten 0 - 5 weißliche Flecken zwischen denn benachbarten Strahlen; D2 Strahlen dunkler als radiale Membranen, mit hellgrauen distale Stücken.

Augenscheinlichere Unterschiede sind an der Körperfärbung, der Form und Farbe der ersten und zweiten Rückenflossen auszumachen. Einige Messwerte der drei Arten zeigen ebenfalls unterschiede an, ebenfalls die Zählung von ein paar Schuppenreihen.


Hier ein kleiner Überblick um die Messwerte:
Boleophthalmus birsongi B. caeruleomaculatus Boleophthalmus poti
D1 5 5 5
D2 23*/24 - 25 24*/27 - 28 23 - 26
A 22*/23 - 24 24*/26 - 27 24 - 26
PL 19 - 20 18 - 20 18 - 19
PR 19 19 - 20 18 - 20
D1D2 6 - 9 5 - 7 3 - 6
NSR 102 - 228 130 - 151 97 - 119
LSC 89 - 111* 90 - 136 102 - 114
SL 72,8 - 108,2/111 mm 136,4 - 162,7/165** mm 78 - 108,2 mm
TL 91,3 - 136 mm 172,4 - 210 mm 94,4 - 133 mm


Abkürzungen:
D1 = Erste Dorsalis D1D2 = interdorsale Schuppenreihe
D2 = Zweite Dorsalis NSR = laterale Schuppenreihe
A = Analis LSC = Längsschuppenreihe
PL = Pectorale Flossenstrahlen (links) SL = Standardlänge
PR = Pectorale Flossenstrahlen (rechts) TL = Totallänge
* Polgar, Gianluca (Editor), 2013:
TheMudskipper.org. World Wide Web electronic publication.
www.TheMudskipper.org. Version (02/03/2013).
** Takita et al., 2011
Paper not available,
see *
*** Murdy, 1989


Boleophthalmus poti MSNG 56891
Seitenansichten von Boleophthalmus poti: Weiblicher
Holotypus mit 89,9 mm SL (MSNG 56891), konserviert in
70% Ethanol. Das Exemplar stammt aus Papua-Neuguinea;
Western Provinz; im Fly Fluss-Delta, der Insel Sisikura.
Foto: © Polgar, 2007.
Boleophthalmus poti BMNH 2011.1.27.1
Weiblicher Paratype, mit einer Länge von 108,2 mm (BMNH
2011.1.27.1), konserviert in 70% Ethanol.
Foto: © Polgar, 2007.
Boleophthalmus poti Natura Biotop Wapi Creek in Papua Neuguinea
Boleophthalmus poti in seinem natürlichen Lebensraum, auf
den schlammigen Ufern des Wapi Creek in Papua-Neuguinea;
Western Provinz; Purutu Island, im Fly Fluss-Delta.
Foto: © Polgar, 2007. Maßstab der Balken entsprechen 10
mm. Alle Fotos mit freundlicher Erlaubnis von Gianluca
Polgar1 und der RBZ2 Redaktionsteam.


Kurz zu den Unterschieden zwischen Boleophthalmus birsongi und B. poti: Die Rückenflosse D1 ist bei Boleophthalmus birsongi deutlich kleiner und das weibchen hat eine verlängerten III. Flossenstrahl der D1, mit einer schwarzen bis bläulichen Färbung der Membran. Bei Boleophthalmus poti ist die D1 größer (weitere Daten, siehe unten).

B. caeruleomaculatus gegenüber Boleophthalmus poti: Männchen von B. caeruleomaculatus besitzen in ihrer D1 keine verlängerten Flossenstrahlen, während bei denn weiblichen Tieren die D1 eine deutlich verlängerte IV. Flossenstrahl aufweisen. Die Körperfarbe ist deutlich gelblicher mit vielen blauen Pünktchen in der D2 und fast auf dem ganzen Körper, einschließlich dem Rückenbereich. Boleophthalmus poti weist bei beiden Geschlechtern in der D1 eine III. und IV verlängerte Flossenstrahlen auf. Beim Männchen ist die III. Flossenstrahl um einiges kleiner und zieht sich etwa bis zur hälfte des IV. Strahles aus; beim Weibchen ist der IV. Strahl fast gleich lang ausgezogen. Die Körperfärbung ist auf der ganzen Flanke bis zu den Kiemendeckeln marmoriert fast ohne Abgrenzung zur Seitenlinie.

Abgesehen das dieser Gattung Boleophthalmus kaum den Weg in den Fischimport findet, sind diese Schlamm- springer (oder auch „Glotzaugen“ genannt) kaum, nach Momentanen Wissens- stand, im Aquarium zu ernähren. Sie bräuchten weitläufige Schlammflächen um die ange- schwemmte Nahrung mit dem Oberkiefer von den Schlammflächen abzuweiden. Obwohl es kaum Studien um die Ernährungs- gewohnheiten gibt, dürften alle Arten, da sie die gleichen Verhaltensweisen wie Boleophthalmus boddarti folgt, sich von benthische Diatomeen (Kieselalgen) und Grünalgen ernähren. Bis auf Boleophthalmus dussumieri, diese Art, die im Irak näher untersucht wurde, ernährt sich nicht nur hauptsächlich von epibenthischen Diatomeen, sondern auch von Cyanobakterien, Fadenalgen, Insekten, Krebstiere, Nematoden und Fischeiern.

Diese Ernährungsgewohnheiten könnte ein kleiner Lichtblick sein für die Haltung in speziellen Aquarien mit Ebbe- und Flutanlagen? Wobei mir bis jetzt noch keine Privatperson bekannt ist, der die Gattung erfolgreich über einen längeren Zeitraum ernähren, bzw. Pflegen hätte können.

Internetreferenz/en


1 Fotos von den Seiten: TheMudskipper.org. Version (02/03/2013); von Gianluca Polgar.
2 RBZ = The Raffles Bulletin of Zoology - An International Journal of Southeast Asian Zoology (with a impact factor = 1.467, 2011)